WAS IST DENN DA LOS Einlass ins Kino innerhalb von 24 oder 72 Stunden?

Schüler-Testheft sorgt an Kinokasse für Wirbel

Cine-Royal-Chef Joachim Walther.
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Freut sich, dass er nun auch die regelmäßigen Nachweise im Schüler-Testheft aktzeptieren kann. Cine-Royal-Chef Joachim Walther.

Fritzlar – Verwirrung an der Kinokasse im Fritzlarer Cine-Royal: Seit dem Ende der Sommerferien gibt es für Schüler eine Testpflicht. Drei Selbsttests pro Woche müssen sie machen und die Ergebnisse in ein neu eingeführtes Testheft eintragen lassen. Die Tests gelten also für Schüler 72 Stunden.

Genau das hat jetzt Fritzlars Kinobetreiber Joachim Walther in Bedrängnis gebracht. Grund dafür: Für Kinos und Gastronomie gilt im Schwalm-Eder-Kreis die 3-G-Regel – Gäste müssen also getestet, geimpft oder genesen sein. „Und die Tests unserer Besucher dürfen nicht älter als 24 Stunden sein“, sagt Walther.

Die logische Konsequenz für ihn: „Schüler, die an der Kinokasse ihr Testheft mit einem Test vorzeigen, der älter als 24 Stunden ist, kann ich nicht reinlassen.“ Das habe ihm das Gesundheitsamt des Kreises so bestätigt.

Bislang sei es wegen der unterschiedlichen Testzeiträume aber noch nicht dazu gekommen, dass die Kinobesucher wieder gegangen seien. „Wir haben gleich hinter dem Kino ein Testzentrum, dort können sich alle testen lassen und dann ins Kino gehen“, sagt Walther, der sich ob der unterschiedlichen Verordnungen irritiert zeigt. Letztlich müsse er sich an die für ihn geltende 24-Stunden-Regel der hessischen Landesregierung halten.

Doch: Keine Regel ohne Ausnahme. So auch in diesem Fall. Allerdings muss man, um diese Auslegung zu finden, ziemlich lange und genau in der kommentierten Fassung der „Verordnung zum Schutz der Bevölkerung vor Infektionen mit dem Coronavirus“ blättern. Ganz genau auf Seite neun, im „Absatz 1 Satz 1, Nummer 5, Testheft für Schülerinnen und Schüler“. Dort steht nicht nur geschrieben, dass sich Schüler regelmäßig selbst testen müssen, sondern auch, dass das Testheft in Kombination mit der Vorlage eines Schülerausweises, eines Kinderreisepasses oder eines Personalausweises als (negativer) Testnachweis dient. Das zum Beispiel auch beim Besuch eines Kinos oder eines Restaurants.

Damit sei für ihn die Verwirrung um die Testzeiten aber noch nicht gelöst und die Frage danach, wie alt die Tests der Schüler maximal sein dürfen, damit sie in Gastronomie oder Kino Einlass finden, auch nicht beantwortet, sagt Walther. Noch nicht. Denn ein paar Zeilen weiter steht: „Eine festgelegte zeitliche Geltungsdauer des einzelnen (negativen) Tests gibt es nicht.“ Es genüge die regelmäßige Aktualisierung des Testheftes und die Teilnahme an den verbindlichen, regelmäßigen Schultestungen.

Damit solle den Kindern und Jugendlichen das Leben erleichtert werden, hatte Hessens Kultusminister Lorz zum Schuljahresbeginn gesagt. Wer das Heft regelmäßig und aktuell führe, gelte als negativ getestet.

Also ein Happy End für den Kinobetreiber? Ja, das bestätigte auch eine weitere Anfrage beim Kreisgesundheitsamt. Dort hatte man sich erneut mit dem Regelwerk befasst und festgestellt, dass für Schüler in Hessen die 72-Stunden-Regelung gilt. Walther kann nun auch Schüler ins Kino lassen, deren Tests älter als 24 Stunden sind.

„Allerdings nur, wenn das Testheft lückenlos geführt ist und die Tests wirklich regelmäßig gemacht wurden“, darauf besteht er. Der gesundheitliche Schutz aller gehe vor, das sei für ihn ganz klar – und deutlich klarer als das komplizierte Regelwerk samt kommentierter Fassung der Infektionsschutzverordnung zum Schüler-Testheft durch die hessische Landesregierung. (Maja Yüce)

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