Gespräch mit Schulamtsleiter

Schulstart nach den Winterferien: „Schließung ist letzte Möglichkeit“

Schulstart nach den Winterferien: Es gilt weiterhin die Maskenpflicht im Unterricht.
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Schulstart nach den Winterferien: Es gilt weiterhin die Maskenpflicht im Unterricht.

Insgesamt 18 500 Schüler im Schwalm-Eder-Kreis starten wieder in den Schulbetrieb – in der Weise, wie sie sich am 23. Dezember in die Weihnachtsferien verabschiedet haben. 

Schwalm-Eder – Insgesamt 18 500 Schülerinnen und Schüler im Schwalm-Eder-Kreis starten am Montag wieder in den Schulbetrieb – in der Weise, wie sie sich am 23. Dezember in die Weihnachtsferien verabschiedet haben. Zu den Corona-Schutzmaßnahmen gehört, dass sich nicht vollständig geimpfte Schülerinnen und Schüler drei Mal wöchentlich vor Schulbeginn auf Corona testen und alle in der Schule auch am Platz Masken tragen müssen.

„Es ist eine gute Nachricht, dass die Schulen auch jetzt nach den Weihnachtsferien in Präsenz starten können“, sagt der Leiter des Staatlichen Schulamtes in Fritzlar, Stephan Uhde. Ein Grund dafür: Der Präsenzunterricht sei bewährte Normalität. Die Schulen wären aber auch mit den bereits bekannten hessischen Stufenplänen auf mögliche Einschränkungen vorbereitet, so Uhde. Die Erfahrungen bestätigten aber, dass die Schulen bisher keine Treiber der Pandemie gewesen seien. „Die jeweils getroffenen Schutzmaßnahmen haben sich gut bewährt“, erklärt er.

Schulöffnung nach den Winterferien: ausreichend Selbsttests und Schutzmaterialien vorhanden

Uhde betont, dass das Gesundheitsamt des Kreises, die Situation in den Schulen stets gut und verantwortungsvoll im Blick habe. Das Land Hessen sorge dafür, dass ausreichend Selbsttests und Schutzmaterialien für die Schulen vorhanden seien. „Die Schulen können bei Bedarf Selbsttests und Schutzmasken bei den vom Land Hessen beauftragten Lieferanten nachbestellen.“ Sollte es dabei Probleme geben, helfe das Schulamt weiter.

Oberste Priorität der jüngsten Kultusministerkonferenz war, den Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten. Allerdings fordern die Minister, dass die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen stärker in den Blick genommen werden müssen. Das bedeute, dass Schulen erst dann geschlossen werden, „wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind“, so die KMK-Vorsitzende Karin Priem.

Schulamtsleiter Uhde: „Schulschließungen können nur die letzte Lösung sein“

Dieser Forderung schließt sich auch Uhde an: „Schulschließungen können nur die letzte Lösung sein. Die Erfahrungen in der Pandemie haben uns den hohen Wert der Schulen als Lern- und Lebensraum der Schülerinnen und Schüler vor Augen geführt.“ Bei aller Qualität des Distanzunterrichts sei es unstrittig, dass der Präsenzunterricht die besten Entwicklungsmöglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler biete.

„Chancengleichheit und umfassender Kompetenzerwerb sind im Präsenzunterricht am besten gesichert. Bei älteren Schülerinnen und Schülern können Elemente des Distanzunterrichts den Präsenzunterricht sinnvoll ergänzen“, so Uhde.

Lernen sei aber ein individueller Prozess. Daher könne man auch keine allgemeine Aussage zu möglichen Corona-Lücken bei Kindern treffen. „Dort, wo es zu Lücken gekommen ist, gilt es zu beachten, dass diese sich nicht von heute auf morgen werden schließen lassen. Lernen ist immer langfristig. Aus gutem Grund sind die Abschlussjahrgänge in allen Schulformen nahezu geschlossen in Präsenz unterrichtet worden“, betont Uhde.

Er geht davon aus, dass die Lehrerinnen und Lehrer ihre Schüler gut im Blick haben und den Unterricht langfristig und zielorientiert planen. Uhde ist überzeugt, dass es daher nicht zu gravierenden langfristigen Kompetenzlücken kommen werde.

Lehrer sind besorgt, dass es wegen Omikron doch zu Schulschließungen kommen könnte

Hessens Kultusminister Alexander Lorz fordert unterdessen: „Für einen sicheren Präsenzunterricht trotz Omikron-Variante sollten jetzt alle an einem Strang ziehen: Länder und Kommunen müssen unter der Voraussetzung hinreichender Impfstoff-Lieferungen durch den Bund weitere Impfangebote schaffen.“

Besorgt äußern sich Lehrer: Thilo Hartmann von der GEW Hessen befürchtet, dass wegen der Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante mit massiven Auswirkungen auf den Schulbetrieb gerechnet werden muss. Folge könnten immer mehr krankheits- oder quarantänebedingt fehlende Lehrkräfte und Schüler bis hin zur vollständigen Schließung einzelner Schulen sein.

Angesichts steigender Inzidenzwerte in der Region warnt auch der Kreisverband des Deutschen Lehrerverbands Hessen (dlh) vor größeren Corona-Ausbrüchen an den Schulen nach dem Ende der Weihnachtsferien. In den ersten beiden Schulwochen müsse es deshalb wie in Niedersachsen und Berlin tägliche Testungen aller Schüler und Lehrkräfte geben. (Maja Yüce Und Christina Hein)

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