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Schutz der Ozeane: Chris Weigand stellt Konzept in Fritzlarer Schule vor

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Meeresschützer: Mit dem von ihm entwickelten Konzept will Chris Weigand einen veränderten Umgang mit den Weltmeeren erreichen.
Meeresschützer: Mit dem von ihm entwickelten Konzept will Chris Weigand einen veränderten Umgang mit den Weltmeeren erreichen. © Michael Brückmann

Der Aktivist Chris Weigand will die Ozeane schützen. In einer Fritzlarer Schule hat er nun sein Konzept Blue Awareness vorgestellt.

Fritzlar – „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.“ Dieses bekannte Sprichwort trifft auf Chris Weigand zu. Der 33-Jährige ist Erfinder des Konzepts „Blue Awareness“ (Blaues Bewusstsein) und kommt in der Welt herum. Jetzt hatte er den Schülern der Fachoberschulklassen 12 der Fritzlarer Reichspräsident Friedrich-Ebert-Schule (RFES) einiges zu berichten. Dabei ging es allerdings nicht um unbeschwerte Urlaubserlebnisse, sondern um seine Herzensangelegenheit – die Meere.

Seinen Anfang nahm alles aufgrund eines Erlebnisses im fernen Australien, wo sich Chris Weigand nach seinem Abitur eine Auszeit gegönnt hatte. Ein Freund hämmerte damals in der Nacht an der Tür, um ihn zum gemeinsamen Surfen bei Sonnenaufgang abzuholen. „Dieser Morgen war magisch“, erinnert sich Chris. „Wir waren allein auf dem Wasser und das Meer völlig ruhig. Die Sonne ging auf, sie schien durch die Wellen und leuchtete dadurch auch gleichzeitig die wunderbare, vielseitige Welt unter der Wasseroberfläche aus. So hatte ich das Meer noch nie erlebt, es war ein unglaublich schöner Moment.“

Diese Eindrücke waren so prägend, dass Chris Weigand seine ursprünglichen beruflichen Ziele verwarf und stattdessen an der Universität Kiel ein Masterstudium mit Schwerpunkt Umwelt, Ressourcen und Ökonomie absolvierte. Er beschäftigte sich in einer Forschungsarbeit mit der nachhaltigen Entwicklung der Ozeane.

Allerdings wurde ihm dabei auch eines zunehmend klarer: „Trotz allen Wissens über die Bedeutung der Weltmeere geht die Menschheit absolut fahrlässig mit ihnen um und gefährdet somit die eigene Lebensgrundlage.“ Um den jungen Zuhörern die Dramatik zu veranschaulichen, verglich Chris Weigand die Lage mit einem voll besetzten Auto, das mit hohem Tempo auf eine Wand zurast – und der Fahrer aber dennoch aufgefordert wird, ruhig noch ein wenig Gas zu geben.

Bittere Wahrheit: Albatrosküken verhungern, weil ihr Magen keine Nahrung mehr aufnehmen kann.
Voller Plastikmüll: Albatrosküken verhungern, weil ihr Magen keine Nahrung mehr aufnehmen kann. © Michael Brückmann

Klare Worte, die wohlbedacht waren und ihre Wirkung nicht verfehlten. Denn sie verdeutlichen das Konzept von Blue Awareness: Das Wissen über die Köpfe in die Herzen der Menschen zu befördern und die somit geweckten Emotionen als Antrieb für eigenes, umweltbewusstes Handeln zu nutzen.

Seit 2019 ist Chris Weigand unterwegs, um die Menschen für den Schutz der Meere zu sensibilisieren. Er verzichtet dabei auf Hilfsmittel wie bunte Statistiken, überbordendes Zahlenmaterial und endlose Powerpoint-Präsentationen. Stattdessen vermittelt er sein Anliegen, indem er Geschichten erzählt und Probleme schildert. So wie die dramatische Plastikvermüllung der Meere und wie die sich auf die Tierwelt auswirkt. Das zeigt Weigand mit ausdrucksstarken Fotos und Videos.

Auf diese Weise schaffte er es, den Spannungsbogen bis zum Ende des einstündigen Vortrages bei den RFES-Schülern aufrechtzuerhalten. So gab es auf die am Ende der Veranstaltung gestellte Frage, wer sich vorstellen könnte, sein Verhalten zu ändern, in dem man zum Beispiel jeden Tag drei achtlos weggeworfene Dinge aufhebt, um sie ordentlich zu entsorgen, ein klares Votum. Alle Anwesenden standen auf, was ein klares „Ja“ bedeutete. So beeindruckend das Ergebnis auch war, diese Einstellung gilt es umzusetzen und in die Alltagsgewohnheiten zu integrieren.

Aber es ist ein lohnenswertes Ziel, ermunterte Chris Weigand die Schüler, die ihm zuhörten: „Versucht diesen kleinen Schritt mindestens zwei Monate durchzuhalten und bekennt Euch auch gegenüber anderen dazu. Denn das, was Ihr damit erreicht, ist wichtig. Du bist wichtig! Auf Deine Handlungen kommt es an!“ (Michael Brückmann)

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