Regionale Firmen zum Vorstoß von CDU-Chefin

Skepsis gegenüber Maskenpflicht am Arbeitsplatz

Sieht eine Maskenpflicht an der Hebebühne eher skeptisch: Inhaber Heiko Wolpers in der gleichnamigen Autowerkstatt in Homberg mit Auszubildendem David Gosebrink, Jahrespraktikant Phillipp Krepp und Geselle Thomas Botte.
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Sieht eine Maskenpflicht an der Hebebühne eher skeptisch: Inhaber Heiko Wolpers in der gleichnamigen Autowerkstatt in Homberg mit Auszubildendem David Gosebrink, Jahrespraktikant Phillipp Krepp und Geselle Thomas Botte.

Der Vorstoß von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, mit einer Maskenpflicht in Firmen die Ausbreitung von Corona zu verhindern, stößt nicht in allen Unternehmen auf Begeisterung.

Zu Maskenpflicht am Arbeitsplatz: Werkstatt Wolpers

In der Homberger Autowerkstatt von Heiko Wolpers hält sich die Euphorie in Grenzen. „Es ist schwer vorstellbar, dass wir bei körperlich anstrengenden Arbeiten eine Maske tragen sollen“, sagt Firmenchef Heiko Wolpers aus Uttershausen. Demnächst stehe wieder der Herbst und damit die Zeit an, in der täglich Dutzende von Reifen gewechselt werden müssen. „Bei der Anstrengung fährt man sich doch auch immer wieder durchs Gesicht“, sagt der Uttershäuser. Und: „Wenn man richtig schwitzt, wird wohl auch die Luft knapp unter der Maske.“

In der Werkstatt selbst sei viel Platz, dort stünden die Hebebühnen weit auseinander. Heiko Wolpers ist sicher: „In Bussen und Bahnen, überall dort, wo viele Menschen auf engem Raum aufeinandertreffen, ist das Tragen einer Maske sinnvoll – aber nicht, wenn es so viel Platz gibt wie in dieser großen Werkstatt.“

Zu Maskenpflicht am Arbeitsplatz: Horn und Bauer

Beim Treysaer Folienhersteller Horn und Bauer sind die Mitarbeiter angehalten, den Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten. Wo das räumlich oder durch Produktionsprozesse nicht möglich ist, gilt die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, teilt Geschäftsführer Dr. Dominikus Pohl mit.

Zu Maskenpflicht am Arbeitsplatz: Hephata

Für die 3100 Mitarbeitenden der Hephata Diakonie an 56 Standorten gelten unterschiedliche Regelungen fürs Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes oder auch von FFP-Masken. „Für die Mitarbeitenden in der Behindertenhilfe gilt generell die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz bei der Arbeit zu tragen. Gefühlt kommt das bei einem Acht-Stunden-Dienst einem Höhentraining in Chile gleich“, sagt Wohnbereichsleiter Kai Wettlaufer.

Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gelte aber nicht nur für die Mitarbeitenden, sondern auch für die Menschen mit Behinderungen. „Das hat den Grund, da unsere Klienten oftmals zu den Risikogruppen für einen schweren Verlauf von Covid-19 zählen“, so Wettlaufer. Eine Sonderrolle nimmt die Jugendhilfe ein. Dort werde auf das Tragen einer Maske verzichtet, weil die stationären Einrichtungen familienähnliche Strukturen bieten. Auch in den Werkstätten der Berufshilfe würden Masken getragen.

Zu Maskenpflicht am Arbeitsplatz: Hansmann

Das Autohaus Hansmann in Melsungen hat sich auf die Hygienemaßnahmen eingestellt. In der Auftragsannahme gibt es Plexiglaswände, die Sitzecke ist geschlossen. Sind Verkäufer bei Probefahrten dabei, tragen sie Maske und Handschuhe. Das Wageninnere und die Schlüssel werden anschließend desinfiziert.

Und wenn das Tragen von Masken am Arbeitsplatz Pflicht wird? „Dann erschwert das die Arbeit der Mechaniker, wenn sie filigrane Eletronik-Arbeiten im Fußraum erledigen müssen und Brillenträger sind“, sagt Werkstattleiter Ulrich Gimbel, „aber es hilft alles nix, dann machen wir das.“

Zu Maskenpflicht am Arbeitsplatz: Hengstenberg

Die Firma Hengstenberg in Fritzlar habe ein umfangreiches Sicherheits- und Hygienekonzept umgesetzt, teilt das Unternehmen mit. Dazu gehört das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes am Betriebsgelände. Der muss auf dem gesamten Betriebsgelände getragen werden – außer in der Pause, beim Umkleiden, in Büroräumen und Besprechungszimmern. In letzteren seien Maximalbelegungen festgelegt.

Außerdem wurden zusätzliche Ferienwohnungen angemietet, um die erforderliche Distanz bei der Unterbringung zu ermöglichen. Sollte es zu einer Infektion kommen, wurden vorsorglich Isolierstationen errichtet, um die Betroffenen sofort von ihren Kollegen zu isolieren und das Fortlaufen der Produktion zu ermöglichen.  cra/sro/ciss/ciz

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