Jungwähler fühlten den Kandidaten auf den Zahn

Speed-Dating zur Bundestagswahl im Wahlkreis Schwalm-Eder/ Frankenberg

Fritzlar. Das war ein Novum im Wahlkreis Schwalm-Eder/Frankenberg: Die sieben Direktkandidaten für die Bundestagswahl trafen bei einem Speed-Dating auf Jung- und Erstwähler.

Die Jungwähler konfrontierten die Kandidaten reihum in Zweier- und Dreier-Teams mit ihren Fragen. Das Zeitlimit lag bei jeweils fünf Minuten. Die großen Themen waren unter anderem die Infrastruktur im ländlichen Raum, Perspektiven für junge Menschen und die Flüchtlingsfrage.

Dr. Edgar Franke (SPD): „Wir müssen die medizinische Versorgung auf dem Land sichern.“ Dazu müsse die Zulassungsbeschränkung (Numerus clausus) für das Medizinstudium abgeschafft werden und die Mediziner auf dem Land einen finanziellen Anreiz erhalten.

Matthias Köhler (Freie Wähler) forderte, den Ausbau des schnellen Internets in staatliche Hand zu legen. Auf private Unternehmen könne man sich nicht verlassen.

Wenig überraschend drehten sich am Tisch von Albrecht Glaser (AfD) viele Fragen um das Thema Flüchtlinge und Migration. Wenn Flüchtlinge die Trennung von Staat und Kirche, Meinungsfreiheit sowie die Gleichberechtigung von Mann und Frau akzeptierten, seien sie auch willkommen, sagte Glaser.

Jungwähler trafen auf Direktkandidaten zur Bundestagswahl: Im Hotel zur Kaiserpfalz diskutierten junge Menschen mit den Kandidaten des Wahlkreises 170 mit von links Matthias Köhler (FW), Albrecht Glaser (AfD), Bettina Hoffmann (B90/Die Grünen), Heidemarie Scheuch-Paschkewitz (Die Linke), Elias Knell (FDP), Edgar Franke (SPD) und Bernd Siebert (CDU).  

Bettina Hoffmann (B90/Die Grünen) nannte als eines der Grünen-Ziele, den öffentlichen Personennahverkehr langfristig zum Nulltarif anzubieten und die Radwege auszubauen.

Bernd Siebert (CDU) untermauerte die Aussage der Kanzlerin, dass es mit der CDU keine Rente mit 70 geben werde.

Aus dem Kreis der Jungwähler wurde die Forderung laut, die Politiker müssten solche Formate deutlich stärker nutzen, um mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen. Dies sei ein wichtiger Beitrag, der Politikverdrossenheit zu entgegnen. 

Rubriklistenbild: © Zerhau

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