Polizei sucht Zeugen

Spendenbetrüger im Schwalm-Eder-Kreis behaupten, für Zirkus zu sammeln

Durch die Coronakrise in Fritzlar gestrandet: Zirkusdirektor Henry Frank, seine Mitarbeiter und Tiere benötigen tatsächlich Spenden. Spendensammler, wie die beiden Betrüger, die jetzt im Landkreis unterwegs waren, hat der Zirkus nicht losgeschickt. 
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Durch die Coronakrise in Fritzlar gestrandet: Zirkusdirektor Henry Frank, seine Mitarbeiter und Tiere benötigen tatsächlich Spenden. Spendensammler, wie die beiden Betrüger, die jetzt im Landkreis unterwegs waren, hat der Zirkus nicht losgeschickt. 

Spendenbetrüger geben vor, in der Coronakrise für den Zirkus Busch zu sammeln, der wegen den aktuellen Richtlinien im Schwalm-Eder-Kreis gestrandet ist.

Zwei Betrüger haben in den vergangenen Wochen ihr Unwesen im Schwalm-Eder-Kreis getrieben. Nach Angaben der Polizei gaben sich ein Mann und eine Frau als Spendensammler für den Zirkus Busch aus und erbeuteten so in mindestens vier Fällen rund 400 Euro. Dabei benutzten die 55-Jährige und der 60-Jährige, beide aus Bad Hersfeld, immer dieselbe Masche. Doch was schwerer wiegt als der finanzielle Schaden, ist der drohende Imageverlust für den in der Coronakrise in Fritzlar gestrandeten Zirkus – der tatsächlich Spenden benötigt.

Die Betrüger klingelten an unterschiedlichen Haustüren in Spangenberg, Rhünda und Werkel und gaben an, dass sie für den gestrandeten Zirkus sammeln würden. Wer die Täter hereinließ, hatte noch schlechtere Karten: Im Haus angekommen, baten die Betrüger um ein Glas Wasser und nutzten die Zeit, um Bargeld zu stehlen.

Polizei ermittelt mutmaßliche Täter

Nach einer Woche der Betrugsserie hat die Polizei die mutmaßlichen Täter ermittelt. Beiden droht nun ein Strafverfahren wegen Verdachts des Betruges und Diebstahls.

Erschüttert und enttäuscht über das skrupellose Verhalten zeigt sich Henry Frank vom Zirkus Busch. „Wir kämpfen in der Coronakrise ohnehin schon ums Überleben“, betont der Zirkusdirektor. Keinerlei Verständnis habe er, dass Menschen den Notstand seines Zirkus, der seit Wochen in Fritzlar stationiert ist, ausnutzen. „Wir sind auf Spenden, egal ob Futter, Lebensmittel oder Geld, angewiesen“, sagt Frank. „Das ist das, was uns derzeit trägt.“ Traurig sei er, dass viele Menschen nun misstrauisch geworden sein könnten. Daher bittet er ausdrücklich darum: „Wer uns etwas spenden möchte, kann sich gern im Vorfeld telefonisch oder per Mail an uns wenden.“ Zahlreiche Menschen taten das schon und brachten vor allem Tierfutter. Es wäre kein Problem, sagt Frank, die Spenden bei den Menschen abzuholen. „Wer von unserem Zirkus kommt, kann sich ausweisen, darauf können sich alle verlassen“, betont der Zirkusdirektor. Er bittet um Vertrauen.

Kontakt:Tel. 0157/ 57 82 34 51 und frank.arena.henry95@googlemail.com

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