Neuverschuldung wächst

Fritzlar plant Rekord-Investitionen - Haushaltsplan für 2022 vorgestellt

Soll innen saniert werden: Die Fritzlarer Stadthalle.
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Soll innen saniert werden: Die Fritzlarer Stadthalle.

Fritzlar – Nicht zuletzt wegen des Hessentages 2024 will die Stadt Fritzlar im kommenden Jahr ihre Investitionen deutlich erhöhen. Das geht aus dem Haushaltsplan für 2022 hervor, den Bürgermeister Hartmut Spogat am Donnerstag der Stadtverordnetenversammlung vorstellte.

Insgesamt 10,7 Millionen Euro will die Stadt im Jahr 2022 investieren, davon werden rund sieben Millionen Euro durch Kredite finanziert. Der verbleibende Rest ist durch direkte Zuschüsse gedeckt. Wegen des anhaltend niedrigen Zinsniveaus werde sich die aus der Kreditaufnahme resultierende zusätzliche Belastung in Grenzen halten. Ein, so Spogat, besonderes Projekt ist die Innensanierung der Stadthalle mit Blick auf den Hessentag. Hier werden insgesamt rund drei Millionen Euro veranschlagt, wobei für das Jahr 2022 eine Million Euro im Haushaltsentwurf eingeplant sind, die Hälfte des Betrages erhält die Stadt als Förderung.

Hessentag in Fritzlar hat große Auswirkungen auf Haushaltsplan 2022

Spogat führte als weiteres Hessentagsprojekt den Bau der Stadtsporthalle an. Die voraussichtlichen Kosten betragen hier insgesamt 3,6 Millionen Euro, für den Haushaltentwurf 2022 sind eine Million Euro eingeplant. 750 000 Euro Förderung erhält die Stadt für dieses Bauvorhaben im Jahr 2022. Für weitere, noch zu bestimmende Hessentagsprojekte werden in den Jahren 2023 bis 2025 noch einmal vier Millionen Euro eingeplant. 2,3 Millionen Euro erhält die Stadt als Zuschuss.

Im Zusammenhang mit dem Hessentag, jedoch ohne spezielle Förderung dafür, soll in Fritzlar ein Kunstrasenplatz entstehen. Derzeit laufen Planung und Kostenaufstellung für dieses Projekt. Die finale Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung steht aus. Im Haushaltsplan 2022 sind für den Platz 750 000 Euro vorgesehen. Spogat geht davon aus, dass rund 35 Prozent dieser Summe als Fördermittel an die Stadt fließen werden.

Für die Feuerwehr in der Kernstadt soll ein neues Tanklöschfahrzeug angeschafft werden. Die Kosten belaufen sich auf 440 000 Euro, hierfür erwartet die Stadt einen Zuschuss von 165 000 Euro. In der Verwaltung sollen unter anderem eine zusätzliche Stelle in der IT, im Fachbereich Bauwesen eine zusätzliche Architektenstelle und zwei befristete Vollzeitstellen für die Besetzung eines Hessentagsbüros geschaffen werden. Die Ausgaben für Personal erhöhen sich um 340 000 Euro, was teils durch sinkende Vorsorgeaufwendungen kompensiert wird.

Neben dem Hessentag macht sich auch die Corona-Krise deutlich im Ergebnishaushalt der Stadt bemerkbar. So erwartet die Kommune zwar leicht steigende Erträge, diesen stehen aber auch deutlich gestiegene Kosten gegenüber. Die Stadt rechnet damit, dass die Erträge im Vergleich zum Jahr 2021 voraussichtlich um 320 000 Euro steigen, nur ein Bruchteil der Steigerung des Jahres 2021. Die Aufwendungen steigen jedoch voraussichtlich um über 1,7 Millionen Euro. „Obwohl sich die Wirtschaft unerwartet schnell von der Corona-Pandemie zu erholen scheint, kommen die finanziellen Auswirkungen nur zeitverzögert bei uns in Fritzlar an“, sagte Spogat.

Stadt Fritzlar: Haushaltsplan 2022 sieht Defizit vor

Im Ergebnishaushalt der Stadt Fritzlar für 2022 ist ein voraussichtliches Defizit von 350 000 Euro aufgeführt, welches jedoch durch Rücklagen aufgefangen werden kann. Einen großen Anteil an diesem Defizit haben coronabedingte Rückgänge bei Gewerbe- und Spielautomatensteuer. Trotz der zu erwartenden roten Zahlen sollen die Hebesätze der Grund- und der Gewerbesteuer unverändert bleiben. „Fritzlars Einwohner sollen hierdurch nicht belastet werden“, betonte Spogat.

Der Bürgermeister gab in seiner Rede auch einen Ausblick über 2022 hinaus: So werde man wohl auch im Jahr 2023 aufgrund der zu erwartenden Investitionen nicht um eine Nettoneuverschuldung herumkommen. Ziel sei es aber, diese in den darauffolgenden Jahren wieder schrittweise abzubauen.

Von Daniel Seeger

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