Stadt hofft auf Hotelbetten

Ehemaliges Hotel „Zur Spitze“ steht online zum Verkauf: Fritzlarer spekulieren

Dieser Gebäudeteil könnte abgerissen werden: Laut der Stadt Fritzlar ist der Abriss genehmigungsfähig, sodass das Hotel zur Spitze wieder ein attraktiver Besuchermagnet werden dürfte.
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Dieser Gebäudeteil könnte abgerissen werden: Laut der Stadt Fritzlar ist der Abriss genehmigungsfähig, sodass das Hotel zur Spitze wieder ein attraktiver Besuchermagnet werden dürfte.

In Fritzlar wird zurzeit wild spekuliert: Was passiert mit dem bekannten Hotel „Zur Spitze“ in bester Lage am Marktplatz, das seit etwa zwei Jahren leersteht und nun im Internet zum Verkauf angeboten wird? Der Domstadt fehlt es an Hotelbetten, so viel steht fest.

Ob das ehemalige Hotel wieder zum Gästemagnet wird, ist jedoch noch nicht klar.

Denn: Der aktuelle Eigentümer und sein Makler wollen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu ihren Plänen oder zu eventuellen Kaufinteressenten äußern. Auf verschiedenen Online-Immobilien-Plattformen heißt es: „Suchen Sie das gewisse Etwas! Arbeiten in der Dom und Kaiserstadt Fritzlar, Hotel-Restaurant „Spitze“ in 1A-Lage zu verkaufen!“ Knapp 200 Quadratmeter Gastronomiefläche auf einem rund 420 Quadratmeter großem Grundstück direkt am Marktplatz der Domstadt. Der Preis für das viergeschossige Haus soll laut der Online-Plattform „Immowelt“ dann auf Anfrage geklärt werden.

Der Fritzlarer Bürgermeister Hartmut Spogat hat einen klaren Wunsch: „Wir wünschen uns dringend mehr Hotel- und Bettenkapazitäten in der Stadt.“ Der Eigentümerwechsel, der stattgefunden hatte, nachdem die Familie Clobes ihren Hotelbetrieb nach jahrzehntelanger Arbeit schloss, habe vielversprechend geklungen, was die zukünftige Nutzung angehe. „Es wäre schön, die 28 Betten in Fritzlar wieder zu aktivieren“, so Spogat.

In Absprache mit der Denkmalpflege sei der Abriss des hinteren unansehnlicheren Teils des Gebäudekomplexes genehmigungsfähig. Neue Nutzung sei also auch in diesem Bereich aussichtsreich.

Auch Manfred Ochs von der Stadtführergilde ist sich sicher: „Fritzlar braucht dringendst ein Hotel für Touristen.“ Viele Übernachtungsmöglichkeiten seien in der Domstadt weggefallen: das Hotel Reuter am Eckerich, die Garvensburg in Züschen.

„Zurzeit können wir unsere Gäste nur im Hotel zum Büraberg in Ungedanken unterbringen“, erklärt Ochs. Oder man kooperiere eben mit anderen Städten wie Kassel oder Bad Wildungen. Ein innenstadtnahes Hotel in Fritzlar, das würde vielen gefallen, glaubt Manfred Ochs.

Gerade für Radfahrer oder Motorradfahrer, die nur mal ein bis zwei Nächte hatten bleiben wollen, sei die „Spitze“ ideal gewesen, so Ochs. Das geplante Hotel im Interkommunalen Industriegebiet, an dessen Bau ein Investor aus dem Allgäu Interesse bekundet hatte, würde diese innenstadtnahe Chance nicht ersetzen.

Susanne Ebel vom Fritzlarer Stadtmarketing bestätigt: Fritzlar ist ein beliebter Ausflugsort. „Wir haben begeisterte Gäste in der Stadt, ein zusätzliches Hotel wäre da nur wünschenswert.“ Es gebe zwar einige Ferienwohnung, aber das sei natürlich etwas anderes als ein Hotel. Wie das Stadtmarketing Anreize für Investoren schaffen könnte, darauf antwortet Ebel: „Fritzlar und seine Besucherzahlen sprechen für sich.“ (Daria Neu)

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