Bürgermeister Michael Köhler ist seit 20 Jahren im Amt 

Start mit einem knappen Sieg

So titelte die HNA vor 20 Jahren: Mit 23 Stimmen Vorsprung gewann der damals 28-jährige Michael Köhler die Bürgermeisterwahl 1999 in Bad Zwesten.

Bad Zwesten – Haarscharf, mit gerade mal 23 Stimmen Vorsprung gegenüber seinem Mitwerber  wurde Michael Köhler am 30. Mai 1999 zum Bürgermeister von Bad Zwesten gewählt. Trotz des geringen Unterschiedes bei der Anzahl der Stimmen war dies der Start für eine bislang über 20 Jahre dauernde Karriere als Rathauschef der Kurgemeinde.

 Bei den beiden nächsten Bürgermeisterwahlen siegte Köhler dann allerdings jeweils mit klarem Vorsprung gegenüber seinen Mitbewerbern. In die vierte Runde startete der FDP-Mann dann 2017 ohne Gegenkandidat. Die erhoffte Traumwahlbeteiligung von 50  Prozent plus x blieb zwar aus, aber immerhin 44,4 Prozent der wahlberechtigten Bad Zwestener gaben vor drei Jahren ihre Stimme ab. Und 82 Prozent von ihnen wollten Michael Köhler weiter auf dem Chefsessel im Rathaus sehen.

„Am Anfang war es im Rathaus schon schwer“, erinnert sich der jetzt 49-Jährige. Denn damals hatte der 28-Jährige noch wenig Erfahrung. Dazu war „ich als Bürgermeister zu politisch“. Schwierig sei es auch gewesen, das Miteinander im Rathaus herzustellen. „Ich war unsicher und die Mitarbeiter es nicht gewohnt, dass der Bürgermeister Fehler eingesteht.“ Und so gab es zwei Lager: „Entweder man war damals für oder gegen den neuen Bürgermeister“, erinnert sich Köhler. Es habe schon gedauert, eine Mannschaft zu formen, die hinter dem Bürgermeister stehe. Denn es „gibt in der Verwaltung jede Menge Lebenserfahrung, die ein Bürgermeister nicht unbedingt hat, wenn er mit 28 Jahren Rathauschef wird“, erinnert sich Köhler.

Dabei hatte er eine Gemeinde übernommen, die sehr stark durch bürgerschaftliches Engagement geprägt ist. Doch im Rathaus musste man lernen, mit dem kooperativen Führungsstil des neuen Chefs umzugehen.

Holprig und konfliktreich sei anfänglich auch die Zusammenarbeit mit dem Parlament gewesen. Es gab heftige Rededuelle und vor allem die SPD habe verkraften müssen, dass der Bürgermeister nach all den Jahren nicht mehr aus ihren Reihen stamme, erinnert sich Köhler.

Trotzdem: Ans Aufgeben habe er nie gedacht. Denn dabei habe er gelernt, dass ein Bürgermeister eine schnelle Auffassungsgabe haben, immer am Ball bleiben und die Fähigkeit haben müsse, die Dinge von außen zu betrachten. „Vor allem braucht er ein hohes Frustpotenzial.“

Inzwischen zählt Köhler zu den altgedienten Bürgermeistern im Landkreis. Nur Klemens Olbrich in Neukirchen und Heinrich Vesper in Willingshausen sind länger im Amt als er.

Blickt Köhler auf die vergangenen 20 Jahre zurück, hat sich die Kurgemeinde stark gewandelt. Neben Neuerungen in der Verwaltung galt es Kanäle und Straßen zu sanieren, die Finanzen in den Griff zu bekommen und den Tourismus voranzutreiben.

Viele Projekte seien erledigt. Andere, so wie die Sicherung der medizinischen Versorgung, die Sanierung des Bewegungsbades, die Belebung der Ortskerne und der Einsatz für eine gesunde Natur und Umwelt seien Themen, die immer wieder aufgegriffen werden müssen.

Unerfüllt wird wohl erst einmal ein Herzenswunsch von Köhler bleiben. „Ich hätte gerne eine gut funktionierende Jugendpflege, mit allem, was man sich vorstellen kann.“ Doch realistisch betrachtet bleibe das, angesichts der finanziellen Lage der Gemeinde, ein Wunsch. Dennoch werde er das Ziel genauso wenig aus den Augen verlieren wie die Finanzen, damit die Kurgemeinde wieder einen größeren Spielraum erhält.

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