Lebensrettung ist sein Alltag

Steffen Zeugner ist Ortsbeauftragter des THW in Fritzlar

Nimmt seine Aufgabe als Ehrenamtlicher sehr ernst: Steffen Zeugner ist der neue Ortsbeauftragte des THW Fritzlar.
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Nimmt seine Aufgabe als Ehrenamtlicher sehr ernst: Steffen Zeugner ist der neue Ortsbeauftragte des THW Fritzlar.

Fritzlar hat einen neuen Ortsbeauftragten des Technischen Hilfswerks (THW): Es ist Steffen Zeugner, ein Mann, der seine ehrenamtliche Aufgabe absolut ernst nimmt.

Fritzlar – Fritzlar hat einen neuen Ortsbeauftragten des Technischen Hilfswerks (THW): Es ist Steffen Zeugner, ein Mann, der seine ehrenamtliche Aufgabe absolut ernst nimmt. Zeugner ist 38 Jahre alt, lebt in der Domstadt und ist Berufssoldat. Verantwortungsübernahme und Krisenfestigkeit sind für ihn daher keine Fremdworte.

Eigentlich hat Zeugner seine neue Funktion bereits im Juni übernommen, erst am kommenden Wochenende findet jedoch die offizielle Übernahme des Amtes von seinem langjährigen Vorgänger Jürgen Lau statt.

THW Fritzlar: Große Herausforderung für neuen Ortsbeauftragten

Dass der Fritzlarer bereits in den ersten Wochen der neuen Position bereits die größte Herausforderung seiner gesamten Ehrenamts-Laufbahn bewältigen muss, hätte er Anfang des Sommers nicht gedacht. Doch dann kam die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Als Feldjäger wisse er, wie sich Notsituationen anfühlen, wann es wichtig ist, Ruhe zu bewahren. „Das THW ist ein bisschen wie die Bundeswehr – nur ohne Waffen“, sagt Zeugner. Lebensrettung ist schließlich in beiden Bereichen Alltag. In vielen Köpfen sei das THW vor allem mit Aufgaben wie Räumarbeiten und Keller leer pumpen verknüpft.

Dabei sei es so viel mehr, wie man im Ahrtal gemerkt habe – vor allem, was die technische Ausstattung angehe. Trinkwasseraufbereitung, Stromversorgung, unterschiedliche Fahrzeuge, die im Fall von Bergung und Notinstandsetzung zur Verfügung stehen – das THW ist dann da, wenn es um die elementarsten Bedürfnisse geht. Das, was wir im Alltag für selbstverständlich halten.

THW Fritzlar: Neuer Ortsbeauftragter berichtet von Erlebnissen im Ahrtal

Bei der Bundeswehr ist Zeugner stellvertretender Dienstgruppenführer. „Meine Aufgabe ist es, Stabilität zu geben, und meine Leute heile wieder nach Hause zu bringen.“ Dass dies in dieser Form auch in Deutschland notwendig sein würde, hätte der 38-Jährige gern vermieden.

„Im Hochwassergebiet war es, als würde man eine schlechte Kassette immer wieder von vorn abspielen.“ Katastrophal – das Wort sei keine Untertreibung. „Wir haben einen Mann gerettet, der verzweifelt gerufen hat: Warum sind Sie nicht 15 Minuten früher gekommen? Meine Frau und meine Tochter haben gerade losgelassen.“

Diese Bilder bleiben. Ist ein solches Ehrenamt überhaupt auszuhalten? „Es muss nicht jeder ganz vorn mit dabei sein“, sagt Zeugner. Beim THW gebe es so viele verschiedene Aufgaben, die alle wichtig seien. 30 Einsatzbereite gibt es derzeit im Fritzlarer Verband, 80 Menschen seien Mitglieder. „Die wichtigste Eigenschaft ist es, motiviert zu sein“, so der neue Ortsbeauftragte.

Wer Lust hat, sich zu engagieren, kann sich unter thw-fritzlar.de informieren und sich beim THW melden. (Daria Neu)

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