Grüne Lunge soll bleiben

Suche nach Flächen in Fritzlar: Sehrgärten sind ausgenommen

Die Fläche rund um die Sehrgärten ist eine der wenigen, die in Fritzlar noch als grüne Lunge bezeichnet werden kann: Mit dem Bau der Kita Sehrgärten wurde selbst dort bereits ein großes Bauprojekt umgesetzt.
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Die Fläche rund um die Sehrgärten ist eine der wenigen, die in Fritzlar noch als grüne Lunge bezeichnet werden kann: Mit dem Bau der Kita Sehrgärten wurde selbst dort bereits ein großes Bauprojekt umgesetzt.

Fritzlars Flächen sind heiß begehrt. Die Nachfrage nach Baugrundstücken und Wohnraum wächst ohne Unterlass. Die Sehrgärten sollen trotzdem nicht bebaut werden.

Fritzlar - Kaum werden Flächen frei, schon ist vor Interessenten kein Halten mehr. Um Wunsch-Fritzlarern weiterhin eine Möglichkeit zu bieten, ihren Lebensmittelpunkt in der Domstadt einzurichten, gleichzeitig aber keinen wertvollen Grund und Boden zu verschwenden, hat die CDU in der vergangenen Stadtverordnetenversammlung einen Antrag gestellt.

Der Magistrat soll demnach weitere geeignete Flächen innerhalb der bestehenden bebauten Gebiete suchen, die für eine weitere Wohnraumbebauung infrage kommen. Außerdem sollen Flächen aufgezeigt werden, die gemäß Regionalplan als Siedlungsgebiet ausgewiesen sind beziehungsweise im Zuge einer Neuaufstellung des Regionalplans als solches geeignet sind.

Anna-Maria Bischof von der CDU betonte: „Die Flächenversiegelung sollen auf das zwingend notwendige Maß beschränkt bleiben und den Stadtteilen gleichzeitig Entwicklungspotenzial aufgezeigt werden.“

Langjährige Teilnahme der Stadt Fritzlar an der Dorfentwicklung des Landes Hessen endet

Als Grund für den Antrag nennt die Fraktion unter anderem das Ende der langjährigen Teilnahme der Stadt Fritzlar an der Dorfentwicklung des Landes Hessen. Mit dem Programm seien sinnvoll Leerstände und Baulücken geschlossen worden. Mit Ende der Dorfentwicklung entstünden nun neue Potenziale für die Stadt. Mit dieser Frage müsse man sich nun auseinandersetzen.

Grundsätzlich gab es auch seitens der Koalition aus SPD, Freien Wählern und Grünen Zustimmung für den Antrag – jedoch mit einer deutlichen Einschränkung. Dr. Christoph Pohl, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, betonte in einem Ergänzungsantrag: „Die Sehrgärten-Fläche ist ausdrücklich ausgeklammert.“

Die Sehrgärten in Fritzlar.

Es sei eine der wenigen grünen Lungen, die es in Fritzlar noch gebe. Mit dem Bau der Kita Sehrgärten habe man bereits ein umfangreiches und großes Bauprojekt realisiert. „Es soll nun auf keinen Fall nach dem Motto laufen: Ach, jetzt haben wir schon gebaut. Jetzt können wir hier und dort auch noch etwas bauen.“

Sehrgärten in Fritzlar sollen nicht bebaut werden

Vielmehr gebe es in der Domstadt noch andere Flächen, beispielsweise die des alten Lidl-Marktes, die sinnvoll genutzt werden könne – und zwar ohne dabei wertvolle Grünflächen zu versiegeln.

Bürgermeister Hartmut Spogat mahnte: „Wir sollten uns keine Möglichkeiten verbauen, was die Sehrgärten angeht.“ Mit einem solchen Beschluss sei weitestgehend ausgeschlossen, dass dort noch mal etwas entstehen könne – auch, was kommunale Projekte betreffe.

Pohl erwiderte, dass es genau darum gehe, sich eben nicht noch ein Hintertürchen offen zu lassen: „Wir wollen nicht, dass die Sehrgärten weiter bebaut werden – Ausrufezeichen, Ausrufezeichen.“ Bei drei Enthaltungen wurde der Antrag der CDU inklusive Ergänzungsantrag der Koalition beschlossen. (Daria Neu)

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