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Tabitha Global Care aus Fritzlar bringt Hilfsgüter nach Lemberg

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Von: Christine Thiery

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Jürgen Schwalenstöcker an der ukrainisch polnischen Grenze, im Hintergrund Geflüchtete.
Hilfstransport: Jürgen Schwalenstöcker an der ukrainisch polnischen Grenze, im Hintergrund Geflüchtete. © Tabitha Global Care

Tabitha Global Care aus Fritzlar hat Hilfsgüter in die ukrainische Stadt Lemberg gebracht. Der Fahrer des Transports, Jürgen Schwalenstöcker berichtet von seinen Erfahrungen.

Fritzlar/Frielendorf – Er ist gerade erst von der Lemberg zurück und immer noch tief bewegt. Jürgen Schwalenstöcker hat einen Hilfstransport mit Gütern für Tabhita Global Care Fritzlar in die ukrainische Stadt gebracht. Tief erschüttert erzählt er von den Erlebnissen vor Ort. „Das ist noch etwas anderes, als Bilder von Geflüchteten im Fernsehen zu sehen“, sagt er. Lange Schlangen bildeten sich an der ukrainisch-polnischen Grenze bei der An- und Abfahrt.

Männer, die ihre Frauen und Kinder verabschieden, ohne Gewissheit sie wieder zu sehen. Alte Menschen, teils in Rollstühlen. Über allem lag eine gespenstische Stille, kein Lachen, allenthalben habe ab und an ein Kind, das weint. Wie eingefroren seien die Emotionen der Menschen gewesen, und gefroren hätten sie in der Kälte auch tatsächlich, sagt er. Auf der anderen Seite stauten sich die Fahrzeuge der Menschen, die die Flüchtlinge abholen wollten. Lange Schlangen prägten das Bild und man fand sich oft erst spät. Die Handyakkus waren leer, man musste sich mühsam suchen.

„Ich war richtig ergriffen“, sagt der Bundeswehrsoldat im Ruhestand. Der 63-jährige aus Spieskappel engagiert sich seit Jahren für das Kinderhilfswerk Tabitha Global Care und hat zusammen mit Reinhard Berle, Gründer der Organisation, innerhalb kürzester Zeit einen Transport mit Hilfsgütern für die notleidenden Menschen in der Ukrainie organisiert. In Spieskappel, wo Schwalenstöcker wohnt, und in Fritzlar wurde gesammelt. Für mehr als 3000 Euro kamen Konserven, Hygieneartikel, warme Kleidung und Decken sowie Babynahrung zusammen. „Die Menschen kamen und brachten immer wieder die benötigten Güter. Die Hilfsbereitschaft war sehr groß.“, sagt der Rentner. Aus dem Lager des Kirchenkreises in Ascherode wurde der Sprinter, den Europcar zur Verfügung gestellt hatte, mit Waren wie Mehl, Zucker, Nudeln und Windeln gefüllt.

Schwalenstöcker fuhr den Transporter mit Willi Schwarz aus Heidelberg über Dresden und Krakau nach Lemberg, wo das Haus der Hoffnung ein Lagerdepot betreibt. Die Organisation hat dort einen Stützpunkt aufgebaut, in dem die Hilfsgüter gesammelt und verteilt werden. Mit großer Dankbarkeit und Freundlichkeit sei der Transport empfangen worden. Örtliche Fahrer holten die Waren ab und brachten sie nach Sumy zu Kindergärten und Kirchengemeinden.

„Man sah, wie erschöpft die Fahrer sind. Keine Dusche und nichts.“ Das sei schrecklich gewesen. „Wir kämpfen für Demokratie und Freiheit“, hätten sie gesagt. „Entweder bleiben wir freie Ukrainer oder wir gehen unter“, sei der Tenor gewesen. Die Fahrer hätten ihm Bilder der zerstörten Städte gezeigt und geweint. Es habe wehgetan, diese Not zu sehen und nichts weiter tun zu können. Zu keiner Zeit habe sich Schwalenstöcker aber unsicher oder gefährdet gefühlt. „Was uns Gutes blieb, war das Gefühl, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie hingehört.“ (Christine Thiery)

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