Nachfolger von Dr. Ulrich von Nathusius

Thomas Neumark ist der neue Leiter an der König-Heinrich-Schule in Fritzlar

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Er ist der neue Leiter der KHS in Fritzlar.

Thomas Neumark ist neuer Schulleiter der Fritzlarer König-Heinrich-Schule (KHS): Er bekommt die Urkunde ausgehändigt, die ihn zum zunächst kommissarischen Leiter bestellt.

Neumark folgt auf Dr. Ulrich von Nathusius, der nach zweimaliger Verlängerung jetzt endgültig in den Ruhestand gewechselt ist.

„Für mich schließt sich dann auch ein Kreis“, sagt Neumark, denn von Nathusius sei vor Jahren in Bad Arolsen sein erster Mentor am Studienseminar gewesen.

Der 49-Jährige kennt die nordhessische Schullandschaft schon recht gut, war er doch bereits an drei Gymnasien im benachbarten Landkreis Waldeck-Frankenberg tätig. Trotzdem ist Fritzlar noch Neuland, und er freut sich darauf, Schule, Schulgemeinde und Stadt besser kennenzulernen.

Schüler im besten Sinne fördern

Dass er sich für eine Stelle als Leiter eines Gymnasiums beworben hat, hängt auch mit seinen persönlichen Erfahrungen zusammen. Er habe sich damals als Schulsprecher in Bremen sehr stark für den Erhalt seines Gymnasiums eingesetzt, „wir haben sogar die Schule besetzt“, erzählt er. Leider vergeblich, denn die Bremer Schulpolitik sei für die Abschaffung gewesen und habe sich durchgesetzt.

Warum aber partout ein Gymnasium? „Diese Schulform gibt jungen Menschen die Chance, ihre Stärken zu entdecken und zu entwickeln“, sagt Neumark. Die kontinuierliche Begleitung der Schüler von der 5. bis zur 13. Klasse wirke sich positiv aus, die Lehrer können ihre Begeisterung für ein Fach weitergeben. Doch: „Schule ist keine Selektionsanstalt“, sagt Neumark. Es gehe darum, Schüler im besten Sinne zu fördern.

Für die KHS spreche zudem die Bedeutung der Internationalität: „Das ist heutzutage ein ganz wichtiger Teil von Bildung“, sagt der 49-Jährige. Die KHS als Europaschule biete die Chance zu vielen Kontakten, auch wenn manches zurzeit hauptsächlich übers Internet per Mail und Skype laufe. „Ich habe als Schüler intensiv Schach gespielt, war deutscher Schülermeister“, erzählt Neumark. Dadurch habe er viele Reisen unternommen, auch in Länder hinter dem damaligen Eisernen Vorhang, und viele neue Eindrücke gewonnen. Das sei unbezahlbar.

Für Kultur sensibilisieren

Neugierig ist er, wie politisch die Schüler in Fritzlar sind. „Schule ist immer politisch“, sagt er, und man müsse Wege finden, sich zu äußern und zu engagieren. Die Bewegung „Fridays for Future“ finde er gut, aber daraus müsse mehr folgen.

Was soll Schule außerdem leisten? „Sie sollte gerade auf dem Land ein breites und hochwertiges kulturelles Angebot bereitstellen“, meint der Schulleiter. Wer in der Schule für Kultur sensibilisiert werde, sei in der Lage, sich später selbst eine kulturelle Umgebung zu schaffen.

Ein Teil davon ist die musikalische Förderung in der KHS, die Neumark als einen wichtigen Aspekt des Bildungsauftrags versteht. Ein Instrument zu lernen verlange Disziplin und Kontinuität, sei damit zudem persönlichkeitsbildend.

Unterstützung der Eltern ist positiv

Eine weitere wichtige Aufgabe der Schule sei die Kooperation mit der lokalen Wirtschaft. „Schule muss die Nähe zu Unternehmen herstellen, Kontakt suchen“, sagt er. Nur so könne man den künftigen Führungskräften zeigen, dass es in der Region attraktive Arbeitsplätze gebe.

Sehr positiv an der KHS bewertet Neumark die Unterstützung durch die Eltern, etwa in der Cafeteria. „Da sind viele mit Herzblut dabei“, hat er erkannt. Ohne sie könne die Schule eine gesunde Ernährung nicht anbieten.

Dass ein Gymnasium auch Ganztagsbetreuung anbietet, findet Neumark selbstverständlich. Der Bedarf verändere sich, ab sofort gebe es die Möglichkeit, bis 17 Uhr in der König-Heinrich-Schule bleiben zu können.

Beim Schulfest der KHS, das am 30. August stattfinden wird, hat der neue Schulleiter Gelegenheit, vielen aus Stadt und Schulgemeinde erstmals zu begegnen. Er freut sich darauf.

Zur Person 

Thomas Neumark (49) ist Norddeutscher von Geburt. Er wuchs in der Hansestadt Bremen auf und besuchte dort das Gymnasium. Nach dem Abitur zog es Neumark in den äußersten Süden der Republik: Er studierte in Freiburg Philosophie, Geschichte und Mathematik mit dem Ziel, Lehrer zu werden – wie seine Eltern. Auch das Referendariat absolvierte er in Baden-Württemberg. Als Gymnasiallehrer arbeitet er in den vergangenen Jahren in Nordhessen, war in Bad Arolsen, Frankenberg und zuletzt in Bad Wildungen tätig. Neumark ist geschieden, hat zwei Kinder und wird künftig in Malsfeld-Beiseförth leben.

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