Der richtige Umgang mit Fundtieren

Katzen und Hund nicht anfüttern: Der richtige Umgang mit Fundtieren 

Katze Gartenmauer Dier
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Streifen gern umher: Katzen anzufüttern ist verboten. Im Kreisteil häuften sich jetzt aber solche Fälle. (Symbolbild)

Streunende Katzen im Garten kennen viele. Doch sollte man der Versuchung widerstehen, die flauschigen Vierbeiner anzufüttern oder gar zu behalten. 

Ein solcher Anblick rührt viele: Ein Kätzchen streunt durch den Garten, miaut, sucht Aufmerksamkeit. Wer Tiere liebt, der wird sich kümmern und es füttern, wenn nicht gar behalten wollen. Doch das ist verboten. Im schlimmsten Fall vermissen Besitzer ihre Tiere über Jahre. So wie in einem Fall im Kreisteil Fritzlar-Homberg. Der Tierschutzverein Homberg-Borken gibt Tipps, wie mit Fundtieren umgegangen werden sollte.

Wie viele Fälle sind im Kreisteil bekannt, in denen Tiere angefüttert wurden?

Der Tierschutzverein Homberg-Borken weiß von vier Fällen innerhalb einer Woche. Dabei handele es sich um einen Hund und drei Katzen, berichtet Vorsitzende Sonja Hentschel-Dörr. In einem Fall hatte eine Frau einen Hund gefunden, ihn mitgenommen und bei Ebay Kleinanzeigen geschaut, ob er vermisst werde. Als das nicht der Fall gewesen sei, habe sie ihn behalten.

Wieso ist es verboten, Tiere einfach zu behalten?

Ganz einfach: Die Tiere haben in der Regel einen Besitzer. Und der vermisst seine Katze, seinen Hund, wenn die nicht mehr zurückkommen. Es handele sich um eine sogenannte Fundunterschlagung, sollte man ein Tier behalten, betont Hentschel-Dörr. Wurde ein Tier gefunden, haben Besitzer sechs Monate lang Anspruch auf es. In einem Fall wurde eine Katze über acht Wochen angefüttert, dann erst habe sich die Familie gemeldet. Bei der Untersuchung beim Tierarzt sei festgestellt worden, dass sie bereits seit 2018 von ihren Besitzern vermisst wurde. Das heißt, sie muss schon lange vorher woanders gelebt haben. „Die Leute meinen das nicht böse, sie wollen ja nur helfen“, sagt Hentschel-Dörr. Doch würden die Tiere einmal gefüttert, kämen sie immer wieder. Und gingen nicht mehr zu ihren Besitzern zurück.

Wie geht man vor, wenn man bemerkt, dass ein möglicherweise herrenloses Tier umherstreift?

„Man sollte das Tier über mehrere Tage nur beobachten und nicht füttern“, erklärt Hentschel-Dörr. Besonders Katzen könnten sich weit aus ihrem Revier hinauswagen. Sollte man sich der Katze nähern können, helfe ein Blick in die Ohren: „Viele Tiere tragen eine Tätowierung.“ Die hilft dabei, die eigentlichen Besitzer ausfindig zu machen – sollte das Tier bei Tasso oder Findefix registriert sein. Wer ein Tier findet, sollte sich bei Tierschutzverein, Ordnungsamt und Polizei melden.

Wie hilft der Verein?

Hat das Tier eine Kennzeichnung, also eine Tätowierung oder einen Chip, dann sucht der Tierschutzverein nach dem Besitzer. „Wenn es all das nicht gibt, müssen wir warten, bis sich der Besitzer meldet“, sagt Hentschel-Dörr. Für den Tierschutzverein Homberg-Borken sei das soziale Netzwerk Facebook ein Erfolgsgarant. „Zig Tiere haben ihren Besitzer wiedergefunden, nachdem wir Fotos von ihnen gepostet haben.“ Wer ein Tier findet, sollte den Tierschutzverein unter Tel. 0 66 93/1477 anrufen.

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