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Tiny-Haus-Park soll in den Ederauen in Fritzlar entstehen

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Von: Daniel Seeger

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So könnte es einmal aussehen: Der Tiny-Haus-Park soll in den Fritzlarer Ederauen entstehen – naturnah inmitten von Bäumen.
So könnte es einmal aussehen: Der Tiny-Haus-Park soll in den Fritzlarer Ederauen entstehen – naturnah inmitten von Bäumen. © Draude Design GmbH

Nun also doch: In Fritzlar wird in den Ederauen ein Tiny-Haus-Park entstehen. Der ähnliche Plan eines anderen Investors scheiterte zuvor an Parkplatz-Vorgaben der Stadt.

Fritzlar – Noch vor dem Hessentag sollen in Fritzlar neue Übernachtungsmöglichkeiten entstehen. In den Ederauen will die Draude Design GmbH einen Tiny-Haus-Park bauen. Kleine Häuser aus Holz mit Platz für bis zu vier Personen. Nachdem im Frühjahr das Projekt eines privaten Investors aus Fritzlar daran scheiterte, dass die Parkplatzvorgaben der Stadt nicht zu den Plänen des Investors passten, sollen nun am selben Ort doch Tiny-Häuser entstehen – mit einem neuen Konzept.

„Als wir gehört haben, dass der ursprüngliche Investor sein Projekt nicht mehr umsetzen wollte, haben wir uns an die Stadt gewandt“, sagt Geschäftsführerin Susanne Draude. Die Idee für solche Tiny-Häuser sei aber schon deutlich länger gereift. Wie viele der Häuser in Ederauen entstehen, ist noch nicht final entschieden. „Zwischen 14 und 16 sind geplant“, sagt Draude. Die ersten sollen, wenn alles nach Plan läuft, Ende des Jahres 2023 fertig sein. Einige der Häuser sollen barrierefrei werden.

Tiny-Häuser in den Ederauen: Produktion erfolgt in Fritzlar

Großen Wert legen die Draudes nach eigenen Angaben auf das Thema Nachhaltigkeit. „Unsere Häuser fertigen wir aus Holz“, sagt Jürgen Draude. Der Strom für Heizung und andere Geräte soll aus Fotovoltaikanlagen kommen. „Unsere Energieversorgung ist nahezu autark“, sagt Inhaber Jürgen Draude. Stehen werden die Tiny-Häuser auf Sockeln, die in die Erde eingelassen werden, um die Bodenverdichtung so gering wie möglich zu halten.

Rund zwei Millionen Euro wird das Unternehmen investieren. Inhaber Jürgen Draude betont, dass es ihm nicht darum gehe, mit dem Tiny-Haus-Park hohe Gewinne zu erzielen. Vielmehr solle der Park auch Muster für potenzielle Kunden sein. Denn die Häuser sollen künftig auch über Fritzlar hinaus vermarktet werden. Das Ehepaar Draude kalkuliert derzeit mit einem Übernachtungspreis von 80 bis 120 Euro pro Haus. Produziert werden soll in einer Halle, die das Unternehmen gerade an seinem Standort im Industriegebiet Fritzlar-Nord baut. Die fertigen Produkte könne man wegen der kompakten Maße auf einem Tieflader transportieren.

Stadtpolitik steht dem Tiny-Haus-Projekt in Fritzlar positiv gegenüber

Bereits in der vergangenen Stadtverordnetenversammlung vor der Sommerpause hatte sich das Parlament einstimmig für das Projekt entschieden. Nun müssen die Stadtverordneten noch den Bebauungsplan genehmigen. Über den entscheiden die Parlamentarier voraussichtlich in der übernächsten Sitzung am Jahresende.

Auch Bürgermeister Hartmut Spogat ist überzeugt von den Plänen der Fritzlarer Unternehmer. Es gebe gleich mehrere positive Aspekte. „Das naturnahe Urlauben und Übernachten für Touristen ist ein zeitgemäßes Konzept“, so Spogat. Die geplanten Tiny-Häuser ergänzten das Übernachtungsangebot in der Dom- und Kaiserstadt. „Die Stadt braucht auch im niederschwelligen Bereich Übernachtungsmöglichkeiten“, sagt Spogat. Zudem liege Urlaub in Deutschland im Trend. Wichtig sei außerdem, dass die Wertschöpfung vor Ort bleibe und sich ein heimischer Unternehmer engagiere. „Ich rechne damit, dass sich dieses Konzept bewähren wird“, so der Bürgermeister weiter.

Dort wo Susanne und Jürgen Draude stehen, soll sich bald eine Halle befinden, in der die Tiny-Häuser produziert werden.
Dort wo Susanne und Jürgen Draude stehen, soll sich bald eine Halle befinden, in der die Tiny-Häuser produziert werden. © Daniel Seeger

Tiny-Häuser sollen insbesondere Radtouristen ansprechen

Investor Draude geht davon aus, dass viele der potenziellen Mieter mit dem Rad kommen werden – oder aber mit dem Auto anreisen und ihre Fahrräder dabei haben. Im Konzept seien daher ausreichende Abstellmöglichkeiten vorgesehen. Außerdem soll es Lademöglichkeiten für E-Autos und E-Bikes geben.

An Nachfrage für Übernachtungsangebote scheint es schon jetzt mit Blick auf den Hessentag nicht zu mangeln – was nicht zuletzt am stark limitierten Angebot liegen dürfte. Die Stadt Fritzlar hatte bereits im Mai eine Kooperation mit dem Geno Hotel in Baunatal bekannt gegeben. Wie Draude berichtet, habe er bereits eine Anfrage für die Zeit des Hessentags erhalten – für die Vermietung aller Tiny-Häuser.

Und auch was die Vermarktung angeht, blicken die Draudes optimistisch in die Zukunft. Sie gehen davon aus, dass die Nachfrage nach den Tiny-Häusern zunehmen wird. „Die Stadt Korbach hat es beispielsweise kürzlich erlaubt, dass sich Hausbesitzer ein Tiny-Haus in den Garten stellen“, sagt Susanne Draude. Das Konzept sei zeitgemäß und nachhaltig – gerade auf den ökologischen Aspekt würden viele Menschen immer größeren Wert legen. (Daniel Seeger)

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