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Tupfer-Vorwurf: Klage gegen Hospital zurückgezogen: „Keinen Fehler gemacht“

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Von: Maja Yüce

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OP-Instrumente: Die Auswahl ist groß, doch nicht alles kommt bei der Operation auch zum Einsatz.
OP-Instrumente: Die Auswahl ist groß, doch nicht alles kommt bei der Operation auch zum Einsatz. (Symbolbild) © Philipp Daum

Gute Nachrichten für das Hospital in Fritzlar: Eine ehemalige Patientin, die dem Krankenhaus ärztliches Versagen vorgeworfen hatte, hat ihre Klage zurückgezogen. Dazu hatte ihr die Kammer nach der Beweisaufnahme geraten.  

Fritzlar – Der Zeitpunkt hätte ungünstiger nicht sein können: Der Vorwurf einer ehemaligen Patientin ploppte genau zu der Zeit auf, als das Hospital zum Heiligen Geist öffentlich damit konfrontiert wurde, dass eine falsche Ärztin in der Klinik gearbeitet hat. 2019 war das. Just zu dieser Zeit wurde bekannt, dass die ehemalige Patientin das Krankenhaus verklagt – aufgrund ärztlichen Versagens sei die Seniorin seit 2016 ein Pflegefall.

Schon damals bestritt das Hospital die Vorwürfe vollständig und sieht sich nun darin bestätigt. Denn: Die Klage vor dem Landgericht Kassel wurde zurückgezogen. „Die Kammer hatte der Klägerin nach der Beweisaufnahme dazu geraten“, sagt Dr. Christian Springmann, Pressesprecher des Gerichts mit Blick auf den Prozess. Der konkrete Vorwurf der Klägerin, die durch einen Anwalt, der Medizinrecht-Experte ist, vertreten wurde, lautete: Bei einer Operation im Hospital sei im Bauchraum der Frau eine Kompresse vergessen worden, was bei ihr zu gravierenden gesundheitlichen Folgen geführt habe (siehe Hintergrund).

Ehemalige Patientin hat Klage gegen Hospital in Fritzlar zurückgezogen

„Wir haben vor Gericht den Beweis geführt, dass die Behauptung der Patientin gegenstandslos war und wir keinen Fehler gemacht haben“, sagt der Medizinische Geschäftsführer des Hospitals, Dr. Carsten Bismarck. Die Beweislast sei so erdrückend gewesen, dass es für die Gegenseite keine andere Schlussfolgerung als die Rücknahme der Klage gegen das Hospital habe geben können, betont er. Man arbeite mit einem standardisierten, mehrstufigen Sicherheitssystem – Kompressen mit Röntgenstreifen, die mittels Computertomografie sichtbar sind und mit Zählprotokollen bei der Operation.

Dieser Sicherheitscheck sei wie eine Lebensversicherung für Chirurgen. Eine solche Klage sei ein Albtraum für eine Klinik und ein emotionaler Supergau für die Mitarbeiter. „Sie arbeiten mit viel Herzblut und sehr gewissenhaft“, so Bismarck. Obwohl dem Hospital nun vor Gericht Gerechtigkeit widerfahren sei, habe die Anschuldigung der Frau dem Ruf der Klinik geschadet.

Der Anwalt der Klägerin wollte sich auf HNA-Anfrage nicht äußern. (Maja Yüce)

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