Der Umbau des Fritzlarer Hochzeitshauses verzögert sich

Das Hochzeitshaus: In dem Gebäude soll künftig nicht nur das Museum sein, dort darf dann auch geheiratet werden. Foto: Zerhau

Fritzlar. Rückschlag für die Umbaupläne des Fritzlarer Hochzeitshauses: Eigentlich sollte im Herbst Baubeginn sein, doch werde sich der um etwa ein halbes Jahr verzögern, sagte Bürgermeister Hartmut Spogat im HNA-Gespräch.

Brandschutzauflagen sorgten dafür, dass man zurückgeworfen werde. Jetzt gelte es neu über die Rettungswege nachzudenken.

Dabei war die Hülle für das Museum eigentlich schon geplant. Der Eingang - mit Rampe für Menschen mit Behinderung - sollte an der Straße Am Hochzeitshaus sein. Um dem Brandschutz gerecht zu werden, plante man eine Stahlwendeltreppe an der Schildererstraße - als zusätzlichen Fluchtweg. An diesen Anblick werde man sich gewöhnen müssen, sagte Spogat im vergangenen Jahr bei einer Bürgerversammlung. Doch sind diese Planungen nun hinfällig, weil nicht ausreichend. „Wir hatten auf eine Ausnahme gehofft“, so Spogat. Stattdessen habe man die vergangenen anderthalb Jahre geplant und stelle nun fest, dass es so nicht gehe.

Er hoffe nun auf ein Gespräch mit dem Kreisbrandinspektor Torsten Hertel. Denn der Lösungsvorschlag der Brandschutz-Experten des Kreises sehe einen großen Anbau am Haupteingang mit Fahrstuhl vor. Für Spogat ist das allerdings nicht vorstellbar. „Das wäre ein riesiger Baukörper, der den Charakter des Hauses zerstören würde“, betont er. Doch ohne dieses ergänzende Treppenbauwerk an das Gebäude, sei das Museum - eben aus Brandschutzgründen - künftig nur bis zum ersten Obergeschoss nutzbar. Für das Gesamtkonzept sei es aber untragbar, dass das Haus nur zur Hälfte genutzt würde. Denn eigentlich waren bislang im zweiten Obergeschoss weitere Ausstellungsräume vorgesehen. Außerdem sollen im Westflügel ein Trauzimmer - für bis zu 30 Personen - und ein Veranstaltungssaal entstehen. „So könnte man direkt von der Trauung in den Veranstaltungsraum gehen“, hatte Spogat vor einiger Zeit erklärt. Außerdem plane man dort weitere Toilettenräume. Aufenthaltsraum, Büro, Depot und Werkstatt seien im Dachgeschoss vorgesehen. Das alles wäre ohne den nun vorgeschrieben Anbau an der Straße Am Hochzeitshaus hinfällig. Verwundert zeigte er sich darüber, dass der Denkmalschutz keinen Einwand gegen diesen Eingriff habe.

Er hoffe auf eine alternative Lösung, erklärt Spogat. Klar sei aber auch, dass die Brandschutzauflagen ihre Berechtigung haben. Leider sei die historische Spindeltreppe nicht als Fluchtweg zugelassen. Grund dafür: sie ist rundläufig.

Durch den späteren Baubeginn rücke natürlich auch die Fertigstellung in die Ferne. „Ich dachte, wir schaffen es 2016. Es ist schade, dass wir das dann neu konzipierte Museum den Besuchern erst später präsentieren können“, sagt der Bürgermeister. Die inhaltiche und vorbereitende Arbeit laufe, so würden gerade Museumsstücke inventarisiert.

Der Umbau des Museum soll nach bisherigen Planungen eine Millionen Euro kosten. Finanziert wird das Umbauprojekt mit dem Programm Aktive Kernbereiche, das bedeute einen 70-prozentigen Netto-Zuschuss des Landes Hessen.

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