Alles geht Hand in Hand

Umzug in absoluter Ruhe: Fritzlarer Intensivstation ist mit sieben Patienten nun in neuen Räumen

Stationsassistentin Annalena Ochs sortiert die Medikamente und verstaut sie anschließend in die dafür vorgesehenen Schränke auf der neuen Intensivstation
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Zahlreiche kleine Schachteln: Stationsassistentin Annalena Ochs sortiert die Medikamente und verstaut sie anschließend in die dafür vorgesehenen Schränke auf der neuen Intensivstation.

Für die Patienten und Mitarbeiter auf der Fritzlarer Intensivstation war der vergangene Dienstag ein besonderer Tag: Sie sind umgezogen - und zwar in neue Räume mit moderner Technik. Wir waren dabei.

Fritzlar –Piep. Piep. Piep. „Ganz langsam anheben. Vorsicht mit dem Schlauch.“ Auf der neuen Intensivstation des Fritzlarer Hospitals ist viel los. Pfleger, Ärzte und Techniker laufen über die Flure. Immer wieder. Sie schieben neue Betten in die Zimmer, schließen Geräte an, sortieren Medikamente. An diesem Tag muss alles Hand in Hand funktionieren. Denn der große Tag ist da: Nach monatelanger Bauzeit, zahlreichen technischen und medizinischen Vorbereitungen ziehen sieben intensivpflichtige Patienten auf die neue Station des Krankenhauses um.

Die Technik muss funktionieren: Darum kümmern sich Beate Bautsch und Jürgen Randhahn.

Chefarzt Dr. Horst Brünner zeigt sich am Dienstagvormittag zufrieden. Nur gut drei Stunden hat der Umzug gedauert. Die Patienten haben ihn den Umständen entsprechend gut überstanden. „Ein Transport bedeutet immer Stress“, erklärt der Mediziner. Umso wichtiger sei es, diesen so klein wie möglich zu halten. Kurze Wege, eine ruhige Atmosphäre und koordiniertes Vorgehen seien dabei unerlässliche Faktoren.

Die größte Herausforderung stellt der Umzug zweier beatmungspflichtiger Patienten dar. „Während des Transports findet die Beatmung über eine Sauerstoffflasche statt“, erklärt Brünner. Diese umfasst fünf Liter und würde dementsprechend etwa eine Stunde halten. Trotzdem wird sie im besten Fall natürlich nur wenige Minuten benötigt. „Mittlerweile ist die Qualität dieser Transportbeatmungsgeräte annähernd so hoch wie die eines richtigen Beatmungsgerätes.“

Wichtige Einstellungen: Der Leiter der Pflege, Thorsten Möller, am Beatmungsgerät. 

Wenngleich rundherum medizinische Utensilien sortiert, Drucker installiert werden und der eine oder andere Pfleger auch mal schnellen Schrittes vom einen in den anderen Raum huscht – rund um das Intensivbett des schwerkranken Patienten herrscht absolute Ruhe. „Einer übernimmt das Kommando“, erklärt Thorsten Möller, Leiter der Pflege. Alle unterstützen sich gegenseitig. „Kann ich dir irgendwie helfen?“ Diesen Satz hört man am Dienstagvormittag nicht nur einmal im ersten Obergeschoss des Krankenhauses. „Stressig ist so ein Tag natürlich“, sagt Möller, zumal die Station vergleichsweise voll belegt ist. „Eigentlich sollte sie möglichst leer sein“, bestätigt Brünner. Aber so ist es eben im intensivmedizinischen Alltag. Krankheiten und Unfälle fragen nun einmal nicht nach Umzugsdaten.

Zwei Patienten, die zuvor auf der Intensivstation lagen, werden noch am Morgen des Umzugs auf die Normalstation verlegt. Die verbleibenden sieben Patienten müssen umziehen. So ist das Pflegeteam in doppelter Besetzung vor Ort.

Er hat den Überblick: Dr. Horst Brünner ist Chefarzt und der Leiter der Intensivstation im Hospital. 

Gegen 11 Uhr befinden sich alle Patienten in den hochmodernen und großflächigen Räumen, in denen einiges digitalisierter ablaufen wird als zuvor. Papierloses Arbeiten sorgt dafür, dass noch mehr Zeit für den Patienten selbst bleibt. Eine enorme Erleichterung ist dies auch für die Mitarbeiter.

Damit die Technik reibungslos funktioniert, haben Beate Bautsch und Jürgen Randhahn von der Firma General Electric am Umzugstag einen Blick auf die Monitore am zentralen Überwachungs- platz. Kurven, Zahlen, blinkende Lichter – was für den Laien auf den ersten Blick chaotisch aussieht, sorgt für zufriedene Gesichtsausdrücke der zwei Techniker. Ihr Fazit: Alles läuft.

Letzte Arbeiten werden auch in den kommenden Tagen immer wieder aufkommen – das wissen Brünner und sein Team. Der normale Betrieb startet aber bereits im Laufe des Dienstags wieder voll. Neue Patienten könnten noch am selben Tag auf der Fritzlarer Intensivstation aufgenommen und behandelt werden – nun allerdings noch viel moderner als zuvor.

Von Daria Neu

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