Lernen an Herd und Ofen

Ursulinenschule ist jetzt Verbraucherschule Gold

Wie ernähre ich mich richtig? Was konsumiere ich? Wie gründet man eine Firma oder: was kann passieren, wenn ich mich in der virtuellen Welt bewege?

Antworten auf Fragen wie diese zu finden und Schüler fit für Alltag und Zukunft zu machen – dieses Ziel hat sich die Fritzlarer Ursulinenschule auf die Fahnen geschrieben.

„Es ist toll, in einer so großen Küche für so viele zu kochen“, sagt Maya Rabamus. Die Fünftklässlerin ist eine von 30 Schülern der Klasse 5g, die an diesem Tag für alle Mensagäste an der Ursulinenschule das Mittagessen vorbereitet, 390 Portionen. Gemeinsam am Herd stehen, unter Anleitung von Küchenchef Martin Ehlers Hackfleischtopf, Knöpfle und Gurkensalat zubereiten, das macht den Schülern sichtlich Spaß.

„Es ist mal etwas ganz anderes als der normale Unterricht“, sagt Maya. Und zu tun gibt es genug: Eine riesige Wanne voll Obstsalat haben sie als Nachtisch zubereitet. Dazu gibt es Sahne und Waffeln. „Aber nur für die, die vorher auch Salat gegessen haben“, sagt Jutta Fieting.

Freude an gesundem Essen

Den Schülern Freude am gesunden Essen zu vermitteln, dies steht für die Hauswirtschaftslehrerin an oberster Stelle. Und die Hygiene, vor und nach dem Essen. „Zuerst haben wir gelernt, dass Händewaschen vor dem Kochen und Backen das A und O ist“, so die elfjährige Greta Steinmetz.

Und auch das Saubermachen der Küche, „das wird am Ende gern vergessen“, sagt Fieting.

Ein Stockwerk weiter oben trifft sich an diesem Vormittag eine Klasse Zehntklässler zum Projekt Medien machen Schule. Aufgeteilt in vier Gruppen, ausgerüstet mit Profi-Filmkameras, entsteht je ein Drei-Minuten-Film. Konzept erstellen, drehen, schneiden, „das machen die Schüler alles selbst“, so Medienpädagoge Gabriel Chiarello, der die Projektwoche betreut. Ob in Projekttagen, Arbeitsgemeinschaften oder Wahlpflichtfächern: Die Themen Konsum, Ernährung, Finanzen und Medienbildung sind seit Jahren fester Bestandteil des Schulcurriculums.

Am Tag der Auszeichnung: Christine Lambrecht, Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz, die Lehrerinnen Birgit Anders und Catja Siebert sowie Klaus Müller, Vorsitzender des Verbraucherzentrale Bundesverbands.

„Unterschiedliche Kompetenzen bei den Schülern stärken, sie fit für das Leben außerhalb und auch nach der Schule zu machen ist unser Ziel“, beschreibt die Leiterin des Gymnasialzweigs, Birgit Anders.

Gemeinsam mit Caja Siebert und weiteren Kollegen arbeitet sie seit vielen Jahren daran, die Schüler auf den Alltag und damit das Leben vorzubereiten. Besonders Gymnasiasten mangelt es oft an Alltagskompetenz, so die Erfahrung von Anders und Siebert.

Dank Kooperationen mit Partnern in – und außerhalb der Schule, die eigene Schulküche genauso wie Medienagenturen, die Verbraucherzentrale, Banken und Versicherungen, bilden sich die Lehrer thematisch fort.

Justiz- und Verbraucherschutzministerin Christine Lambrecht hat die Ursulinenschule jüngst als Verbraucherschule Gold ausgezeichnet. Was bei der Jury in Berlin besonders gut ankam: Die Verbraucherbildung ist in allen Jahrgängen der Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe verankert.

So ist die Ursulinenschule hessenweit eine von zwei, die die Auszeichnung Verbraucherschule Gold erhalten hat, von 50 teilnehmenden Schulen bundesweit. „Dies ist für Schüler wie Lehrer eine große Wertschätzung“, sagt Birgit Anders. Die Auszeichnung gilt für zwei Jahre. Kein Problem: „Wir haben schon ganz viele Ideen.“

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