Vereine wünschen sich neuen Boden

Fritzlarer Kunstrasenplatz am Exer steht zur Debatte – Koalition ist gegen Plastik

Trotz Regenwetters ist der Boden hart und trocken: Alexander Fuchs vom FC Domstadt weiß um die Schwierigkeiten auf dem Platz am Exer.
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Trotz Regenwetters ist der Boden hart und trocken: Alexander Fuchs vom FC Domstadt weiß um die Schwierigkeiten auf dem Platz am Exer.

Vier Millionen Liter Wasser sind allein im vergangenen Jahr für die Bewässerung des Rasenplatzes am Exer in Fritzlar drauf gegangen. Dennoch sei der Boden zeitweise „knochentrocken“ gewesen, klagt der FC Domstadt.

Fritzlar – Zahlreiche Jugendteams der Fritzlarer Fußballvereine hätten Lust zu spielen. Immer wieder gebe es aber aufgrund der Bodenbeschaffenheit Probleme beim Kicken.

Seit längerer Zeit steht daher der Bau eines Kunstrasenplatzes am Exer zur Diskussion.

Eine gute Idee, findet Alexander Fuchs, 1. Vorsitzender des FC Domstadt. „Die hohen Bewässerungskosten sind für den TuS Fritzlar kaum noch zu stemmen.“ Ein solch trockener Boden, wie die Spieler ihn zeitweise vorfänden, sei im Grunde nicht mehr zu verantworten, sagt Fuchs. Wenn die Kinder stürzen, sei dies eine ganz andere Hausnummer als bei einem Rasenplatz, der gut in Schuss sei.

„Wir haben sehr viele Jugendteams und insgesamt vier Sportplätze, die derzeit voll ausgelastet sind“, sagt Fuchs. Sieben Tage die Woche Spielbetrieb – da wäre ein neuer Kunstrasenplatz in Fritzlar eine sehr sinnvolle Investition, findet der Vereinsvorsitzende. „Der Platz könnte viel intensiver genutzt werden, er wäre bei vielen Wetterlagen gut bespielbar.“ Derzeit würden zahlreiche Teams auf den Kunstrasenplatz in Bad Wildungen ausweichen, wenn es in Fritzlar mal wieder nicht ginge.

Im Vorfeld der Stadtverordnetenversammlung, bei der heute Abend unter anderem über dieses Thema diskutiert wird, meldete sich die Fritzlarer Koalition aus SPD, Grünen und Freien Wählern zu Wort.

„Als Basis für die langfristig beste finanzielle und ökologische Entscheidung brauchen wir die fachliche Einschätzung von Experten“, erläutert Dr. Christina Starke (Grüne). „Ein Kunstrasenplatz mit sogenanntem Infill auf Basis von Kunststoffgranulat kommt für uns Grüne wegen der Mikroplastik-Problematik nicht in Frage.

Denkbar sei stattdessen ein Kunstrasenplatz mit alternativem Aufbau. Es gebe Systeme auf Basis natürlicher Materialien, wie Sand und Kork. „Wichtig ist, dass dieser schön gelegene Platz wieder dauerhaft bespielbar wird und die Betriebskosten über die Jahre für Stadt und Vereine finanzierbar bleiben“, sagt Mario Jung (SPD). Die Variantenplanung des Büros müsse auch die Vor- und Nachteile für den Sportbetrieb darstellen. Die Koalitionsfraktionen sprechen sich außerdem dafür aus, einen runden Tisch zu organisieren, um die Vereine in die Diskussion einzubinden.

Laut Beschlussvorlage hat die Kostengegenüberstellung ergeben, dass ein neuer Naturrasenplatz 260 000 bis 320 000 Euro kosten würden, eine Teilsanierung 50 000 bis 60 000 Euro. Mit knapp 600 000 bis gut 700 000 Euro ist die Anlage eines Kunstrasenplatzes zwar erheblich teurer, allerdings kann dieser Platz bis zu 2000 Stunden jährlich genutzt werden. Ein Naturrasenplatz nur etwa 800 Stunden im Jahr.

Außerdem heißt es in der Beschlussvorlage – und das bestätigt auch Fuchs vom FC Domstadt –, dass die Bewässerungskosten des Naturrasenplatzes enorm hoch seien. (Daria Neu)

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