Sehnsucht nach Öffnung

Ein Weg aus dem Lockdown: Fritzlarer Gastronom und Vereinsvorsitzender legen Konzept vor

Der Fritzlarer Marktplatz.
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Der Fritzlarer Marktplatz.

Seit dem vergangenen Herbst hat Armin Ochs vom Restaurant „Das Nägel“ keine Gäste mehr empfangen. Sein normales Leben als Gastronom wurde ohnehin vor über einem Jahr aus den Angeln gehoben. Wie viele andere Händler, Vereinsmitglieder und Restaurantbetreiber auch, sehnt er sich nach einer Perspektive. Doch nur jammern?

Fritzlar – Das kommt für den Fritzlarer nicht infrage. Gemeinsam mit Alexander Fuchs, Vorsitzender des FC Domstadt, hat er daher ein Konzept entwickelt. Darin wird ein klarer Appell deutlich – und der lautet: Öffnung ab Mai.

„Wir können nicht immer nur meckern, sondern müssen selbst aktiv werden“, sagt Ochs. Man müsse versuchen, die Politik davon zu überzeugen, mit einem Testkonzept zu öffnen und sich nicht ausschließlich nach der Inzidenz zu richten. Ihm und Alexander Fuchs sei bewusst, dass die Stadt selbst fast keinen Handlungsspielraum habe, die Verordnungen vielmehr auf Landes- und Bundesebene entschieden werden. Aber: „Wir wollen Bürgermeister Hartmut Spogat ermutigen, sich damit an die nächste Stelle zu wenden.“ Fuchs ergänzt: „Wenn es dann in Richtung Öffnung geht, ist schon mal ein Konzept da.“ Die Menschen wollen mitgenommen werden, da ist sich der Vereinsvorsitzende sicher.

Das mehr als 20-seitige Konzept beinhaltet klare und detaillierte Vorstellungen. Die Kernidee lautet: Auch in Fritzlar könnte ein Einkaufsbummel, ein Besuch im Kino oder ein Restaurantbesuch möglich sein, wenn die Menschen vorher an einer Teststation in der Innenstadt negativ getestet werden. „Das Testergebnis ist ihr Tagesticket für die Innenstadt und die Läden und Restaurants dort. So könnte man Kultur, Handel und Gastronomie auch bei steigenden Inzidenzwerten offen halten.“

Ähnliche Konzepte gebe es an einigen Stellen in Deutschland schließlich schon, betont Fuchs. Außerdem fühle er sich bereits gehört: „Das neue Testzentrum im Hardehäuser Hof ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.“ Das Testzentrum sei eine von sechs Säulen, auf denen das Öffnungskonzept fußt. Hinzu komme die Kontaktverfolgung über die Luca-App, das Einbeziehen bestehender Hygienekonzepte, das Verwenden digitaler Testnachweise, die Kontrolle über den freiwilligen Polizeidienst und natürlich das Einhalten der AHA-Regeln.

Gerade durch die Nutzung der Apps würde die üppige Zettelwirtschaft wegfallen. Eine erhebliche Erleichterung, finden Ochs und Fuchs. „Die App soll fehleranfällige und möglicherweise unvollständige Papierlisten größtenteils ersetzen und Kontakte dokumentieren“, heißt es im Öffnungskonzept dazu weiter.

Gerade die Nachricht von Öffnungsschritten auf der Urlaubsinsel Mallorca sei ein Schlag in die Magengrube für die heimischen Betreiber gewesen. „Wir brauchen eine Perspektive – jetzt“, sei daher der eindringliche Appell.

Das sagt der Bürgermeister

„Die Verordnung des Landes Hessen zur Schließung von gastronomischen Betrieben wurde bis zum 9. Mai verlängert“, sagt Bürgermeister Hartmut Spogat. Somit sei eine Öffnung derzeit undenkbar. „Die Zuständigkeit liegt nicht in der Hand der Ordnungsbehörde, also der Stadt.“ Auch nach den neuerlichen Beschlüssen zum Infektionsschutzgesetz bleibe die regionale Infektionslage und Verfügung des Landkreises abzuwarten, betont der Rathauschef. 

(Daria Neu)

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