Bürokratische Hürden

Global Care aus Fritzlar hilft Menschen im Himalaya-Bergdorf

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Hilfe wird dringend benötigt: Derzeit werden im Dorf Srinathkot in Nepal die Schüler in Wellblech-Hütten unterrichtet und manches Wohnhaus ist vom Einsturz bedroht. Hier ist das Fritzlarer Kinderhilfswerk Global Care aktiv.

Fritzlar. Von tiefen Rissen durchzogene Hauswände, Wellblechhütten, unbefestigte Straßen, Menschen, die in im zerstörten Dorf Srinathkot leben und den Lebensmut nicht verloren haben.

Das sind nur einige der Eindrücke, die Beate Thomé vom Fritzlarer Kinderhilfswerk Global Care bei ihrer Reise in die vor einem Jahr von zwei gewaltigen Erdbeben zerstörte Region in Nepal gesammelt hat. 

Das Kinderhilfswerk engagiert sich in Zusammenarbeit mit einem lokalen Projektpartner für den Wiederaufbau einer Schule und unterstützt Schulungen zur Katastrophenvorsorge in dem Himalaya-Bergdorf in 1000 Metern Höhe. Das ehemalige Schulgebäude wurde - wie 90 Prozent aller Häuser - schwer beschädigt und abgerissen. Doch ist die Hilfe keine leichte Aufgabe. Lange Transportwege, Straßen ohne Asphalt und Benzinknappheit wegen politischer Unruhen sorgen für Verzögerungen.

„Und dann gibt es noch bürokratische Hürden“, sagt Thomé. Für die 500 in der Region zerstörten Schulen lägen bislang nur fünf Baugenehmigungen vor.

Die Verhandlungen über den Standort des neuen Gebäudes, die genaue Anzahl der Klassenräume und die detaillierte Bauplanung habe viel Zeit beansprucht. Jetzt sei die Feinplanung für den Neubau endlich in der Abstimungsphase.

Bis das Gebäude fertig ist, werden die Kinder in Holz-Wellblechhütten unterrichtet. „Darin staut sich die Hitze. Alle warten auf die neue Schule“, sagt Thomé. Jungs und Mädchen sollen dort dann bis zur zwölften Klasse unterrichtet werden.

Für viele Kinder beginnt die Arbeit schon weit vor dem Unterrichtsbeginn. Sie arbeiten auf Feldern mit und tragen schwere Lasten. „Die Menschen arbeiten viel und gewinnen selbst den kargen Böden noch etwas ab. Sie leben unter schwierigsten Bedingungen“, sagt Thomé. „Doch die Kinder blicken mutig in die Zukunft und halten an ihren Träumen fest.“ Und dann erzählt sie von einer Familie, die sie in ihrem einsturzgefährdeten Haus besuchte. „Sie leben dort mit ihren Kindern in ständiger Anspannung, aber sie geraten nicht in Panik.“

Naturereignisse wie Erdbeben, Landrutsche und Überschwemmungen seien für die Menschen eine ständige Bedrohung. Diese lasse sich nicht verhindern, aber abmildern. Auch dafür setzt sich Global Care ein. So werden Erste-Hilfe-Lehrgänge und Schulungen zum erdbebensicheren Bauen angeboten.

Es gebe noch sehr viel zu tun, sagt Thomé, und auch wenn es oft nur schleppend voran geht, für sie ist klar: „Die Kinder haben die Chance auf qualifizierte Bildung verdient. Für sie lohnt sich der Aufwand.“

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