Wegen Coronakrise seit März stationiert

Zirkus Busch verlässt nach Monaten den Fritzlarer Festplatz

Zwei Kamele des Zirkus Busch vor den Zelten.
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Nun heißt es „Auf Wiedersehen“: Gemeinsam mit seinen Tieren wird der Zirkus Busch den Festplatz in Fritzlar verlassen.

Vermutlich hatten sich einige Menschen aus Fritzlar an den Anblick auf die Zelte und die exotischen Tiere auf dem Festplatz in der Ederaue bereits gewöhnt. Im März war der Zirkus Busch dort gestrandet. Nun wird Zirkusdirektor Henry Frank jedoch buchstäblich die Zelte abbrechen.

Der Grund: Die Wahrnehmung des Zirkusbetriebes habe bei den Menschen an Bedeutung verloren, erklärt Bürgermeister Hartmut Spogat. „Deshalb habe ich Herrn Frank empfohlen, sich einen neuen Veranstaltungsort zu suchen.“ Wenn der Festplatz frei wäre, könnte man dort kleinere Veranstaltungen als Ersatz für ausgefallene Feste planen. Konkrete Pläne gebe es noch nicht.

Frank habe in der vergangenen Woche von der Entscheidung erfahren. Doch auch wenn er diese dann doch nicht so prompt erwartet hätte: „Wir können das nachvollziehen.“ Die Stadt verdiene ein großes Dankeschön dafür, dass der Zirkus so lange bleiben durfte. „Wir haben viel Solidarität und Unterstützung erfahren“, betont Frank.

Immer wieder gab es Futterspenden für die Tiere und auch Geldspenden, um den Zirkus vor dem Aus zu bewahren. „Die Zirkusfamilie hat durch ihre offene Freundlichkeit schnell Anschluss zu den Menschen aus Fritzlar gefunden. Deshalb gab es eine große Spendenbereitschaft – natürlich auch der Tiere wegen“, sagt Spogat.

Erste Lockerungen führten schon vor Wochen dazu, dass Vorstellungen wieder stattfinden konnten. „Kostendeckend ist das alles aber natürlich nicht“, sagt Frank. Nun weiterzuziehen, könne eine neue Chance sein, berge jedoch auch ein hohes Risiko. „Man weiß nie, wie sich die Fallzahlen entwickeln.“

Anfang August heißt es also: Abschied nehmen. Wo genau es hingeht, steht laut Frank noch nicht fest. Der Zirkus werde seine Zelte in Nordrhein-Westfalen in der Nähe von Dortmund aufschlagen. „Ich bin allerdings abergläubisch und deswegen nenne ich noch keinen genauen Ort, bevor er nicht zu 100 Prozent feststeht.“ Das bringe Unglück – und das könne der Zirkus in seiner Lage nun wirklich nicht auch noch gebrauchen.

Trost in der unsicheren Zeit habe unter anderem auch die Geburt eines kleinen Kamelbabys gespendet. Dies wird laut Frank nun am kommenden Wochenende getauft. Danach wird es heißen: Abbauen und weiterziehen – in eine ungewisse Zukunft.

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