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Zukunft des Hotels „Zur Spitze“ in Fritzlar weiter offen - Eigentümer plädiert für Gemeinschaftsprojekt

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Von: Daniel Seeger

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Vorne hui: Die Fassade in Richtung Marktplatz sieht fast so aus, als sei das Hotel noch in Betrieb.
Vorne hui: Die Fassade in Richtung Marktplatz sieht fast so aus, als sei das Hotel noch in Betrieb. © Peter Zerhau

Das Hotel „Zur Spitze“ am Fritzlarer Marktplatz steht schon länger leer. Ob ein Hotelbetrieb zum Hessentag möglich sein könnte, ist fraglich.

Fritzlar – Vorerst wird es wohl keinen Hotelbetrieb im alten Restaurant und Hotel „Zur Spitze“ am Fritzlarer Marktplatz geben. Das teilen Dirk und Debora Mansfeld aus Fritzlar, die Eigentümer der Immobilie, im HNA-Gespräch mit. Sie haben den Gebäudekomplex dem ehemaligen Betreiber des Hotels abgekauft, als der seinen Betrieb aufgab.

Für Dirk Mansfeld aber steht fest, dass er einen Restaurant- oder Hotelbetrieb in diesem Haus nicht selbst stemmen kann. Dennoch sei er aber nicht interessiert, dass es weiter leer steht. „In der Vergangenheit hat es mehrere Kaufinteressenten gegeben, aber dann hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt der Inhaber einer Versicherungsagentur.

Vorstellen könne er sich beispielsweise auch ein Betreiberkonsortium, etwa zusammen mit der Stadt und anderen Investoren. Und auch das Stadtmarketing könnte sich diesbezüglich engagieren, findet Mansfeld. Er betont: „Ich bin bereit, als Eigentümer einen Teil zu schultern.“ Mansfeld sieht aber mit Blick auf die Zukunft des in exponierter Lage direkt am Marktplatz gelegenen Gebäudes auch die Stadt in der Verantwortung.

Die Eheleute gehen im Gespräch mit unserer Zeitung noch einen Schritt weiter: Sie fordern eine grundsätzliche Debatte darüber, wie sich die Stadt Fritzlar weiterentwickeln soll. „Wie kann es sein, dass beispielsweise in den Ederauen Flächen für ein Tiny-House-Projekt versiegelt werden, wenn es gleichzeitig im Stadtzentrum ein Objekt wie die Spitze gibt?“, fragt der 55-Jährige. Man investiere auch mit Blick auf den Hessentag nicht dort, wo das Geld eigentlich gut angelegt wäre, ergänzt seine Frau Debora. Das Ehepaar wolle nicht einfach nur kritisieren, betont es. „Mir geht es nicht darum, irgendetwas schlecht zu reden. Aber ich möchte eine Debatte anstoßen, ob Fritzlar den richtigen Weg geht“, so Dirk Mansfeld weiter.

Für Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat dagegen ist klar, dass die Stadt gern unterstützt – zum Beispiel mit Beratung oder bei der zügigen Bearbeitung und Weiterleitung von Anträgen. „Aber unsere Möglichkeiten sind begrenzt“, sagt Spogat. Als Investor werde die Stadt nicht auftreten. „Zum Hessentag 2024 wäre es schön gewesen, wenn der Abriss des rückwärtigen Gebäudes erfolgt wäre und dann ein Weiterbetrieb im Altbestand möglich ist“, sagt Spogat. Mit Blick auf das Landesfest sei man im Gespräch gewesen. Denn in Fritzlar mangele es an Übernachtungsmöglichkeiten.

Hinten pfui: Das Gebäude an der Rückseite des Lokals ist verfallen und soll abgerissen werden.
Hinten pfui: Das Gebäude an der Rückseite des Lokals ist verfallen und soll abgerissen werden. © Peter Zerhau

Ein Abriss des direkt an die Gaststube angrenzenden Gebäudes, das zum Komplex „Spitze“ gehört, sei schon länger in Planung (HNA berichtete). Dieses Gebäude ist stark baufällig. Doch damals scheiterte das Vorhaben daran, dass das Efeu, das sich an dem Haus empor rankte, nicht entfernt werden durfte. Das Bundesnaturschutzgesetz machte den Plänen der Eigentümer einen Strich durch die Rechnung, denn in dem Gehölz hätten Vögel brüten können. Nun konnte das Gehölz entfernt werden. „Das macht uns handlungsfähig“, sagt Mansfeld. Wann möglicherweise ein Abriss erfolge, hänge aber von der weiteren Entwicklung und den Gesprächen ab. „Die Abrissgenehmigung ist erteilt“, bestätigt auch der Bürgermeister. Die Mansfelds sind auf jeden Fall überzeugt: „Für den Hessentag können wir gemeinsam glänzen.“ (Daniel Seeger)

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