Zwischen Hoffen und Schließen

So geht es mit Freibädern und Badeseen in der Coronakrise weiter

Ungewohnte Stille: Der Fachangestellten für Bäderbetriebe, Jörg Frieske, ist Ende Mai normalerweise regen Betrieb im Eder-Auen-Erlebnisbad Fritzlar gewohnt. 
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Ungewohnte Stille: Der Fachangestellten für Bäderbetriebe, Jörg Frieske, ist Ende Mai normalerweise regen Betrieb im Eder-Auen-Erlebnisbad Fritzlar gewohnt. 

Auf die Betreiber und Besucher der Freibäder und Seen in der Region wartet ein vollkommen anderer Sommer, als sie es gewohnt sind.

Fritzlar-Homberg – Denn wegen der Corona-Pandemie ist unklar, ob Badegäste überhaupt ins Wasser dürfen. Vor allem der neueste Erlass der hessischen Landesregierung, dass die Bäder bis zum 5. Juli geschlossen bleiben müssen und es neue Informationen zu einer möglichen allgemeinen Öffnung erst Mitte Juni geben soll, schafft Unsicherheit. Wir haben in den Städten und Gemeinden nachgefragt.

Fritzlar

Wann und ob das Eder-Auen Erlebnisbad in Fritzlar öffnet, steht noch nicht fest. Auch die Öffnung für Vereinsmitglieder steht noch in den Sternen. Dem Fachangestellten für Bäderbetriebe, Jörg Frieske, bleibt nichts anderes übrig als abzuwarten. Denn: Die Stadt Fritzlar hat entschieden, zunächst noch keinen Eröffnungstermin für das Bad festzulegen. Beabsichtigt sei, die Ende dieser Woche anstehenden Beratungen der kommunalen Verbände mit den Ministerien abzuwarten, erklärt Hauptamtsleiter Gerhard Schütt. Fest stehe, dass selbst bei geringer Nutzung eines Bades fast alle Kosten entstünden.

Knüllwald

Auch in Knüllwald ist es unsicher, ob die beiden Schwimmbäder in Rengshausen und Niederbeisheim dieses Jahr überhaupt in Betrieb genommen werden, sagt Bürgermeister Jürgen Roth. Fraglich sei, ob sich eine Öffnung noch lohne. Die Badesaison hätte am 24. Mai in Knüllwald beginnen und bis Ende August laufen sollen. Die Bäder würden für den Betrieb noch nicht vorbereitet, denn dabei entstünden Kosten, die man vermeiden wolle.

Homberg

Der Magistrat wolle heute entscheiden, ob das Homberger Freibad den Betrieb für den Vereinssport aufnimmt, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Er könne sich das gut vorstellen, auch weil Vereine aus den umliegenden Gemeinden das Bad für ihr Training nutzen möchten. Über den öffentlichen Betrieb könne man noch keine konkreten Angaben machen. Falls der Vereinssport vom Magistrat genehmigt würde, sei es dann kein großer Schritt mehr, den Betrieb für das Publikum aufzunehmen – falls dies erlaubt würde. Doch werde es sich wirtschaftlich wohl nicht rechnen.

Jesberg

Die Gemeinde Jesberg wird ihr Freibad in diesem Sommer nicht eröffnen. Grund dafür seien die vielen Hygiene- und Abstandsregelungen, die während der Coronapandemie in Umkleidekabinen, Toiletten und Freibad eingerichtet, beaufsichtigt und eingehalten werden müssen.

Der Aufwand sei damit riesig und für Jesberg nicht zu stemmen, denn es fehle vor allem am erforderlichen Aufsichtspersonal, teilt Bürgermeister Heiko Manz mit.

Borken

Der Singliser See liegt in der Natur und werde derzeit schon von Surfern und Spaziergängern genutzt, sagt Susanne Norwig von der Stadt Borken. „Mit Einhaltung der Abstandsregeln ist dies auch in Ordnung.“ Kasse und Zaun gibt es dort nicht. Anders ist es an der Stockelache: Hier soll die Saison eigentlich Mitte Juni starten. „Aber Genaues wissen wir noch nicht“, sagt Norwig. Dies wäre aber wichtig. „Schließlich müssen wir uns auch mit einem Hygienekonzept vorbereiten.“

Edermünde

Ob das Freibad Holzhausen/Hahn auf eine mögliche Saison vorbereitet wird – oder 2020 coronabedingt geschlossen bleibt – wurde in Edermünde gestern erst nach Redaktionsschluss entschieden.

Gudensberg

Ab dem 1. Juni ist die Öffnung von Schwimmbädern nur für den Trainingsbetrieb von Sportvereinen und für Schwimmkurse zulässig. „In unserem Terrano Naturbad finden generell kein Trainingsbetrieb und auch keine Schwimmkurse statt. Deshalb bleibt unser Bad vorerst geschlossen“, so Katharina Engelbrecht von der Stadt Gudensberg. Die Vorbereitungen auf eine mögliche Saison laufen aber, so dass das Naturbad öffnen könnte, sobald es erlaubt sei. Es gebe bereits Überlegungen für ein Hygienekonzept, etwa ein separater Ein- und Ausgang, Einteilung von Laufwegen zur Liegewiese, Beschränkung der Besucherzahlen.

Corona in Fritzlar: Einen Podcast zum Thema Coronaphobie hat der gebürtige Fritzlarer Marcel Schmidt in Zusammenarbeit mit einem Psychologen entwickelt.

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