Im Kampf gegen die Leukämie 

Fritzlarer sucht Stammzellenspender für seinen Zwillingsbruder 

Will die Leukämie besiegen: Jens Imbeck-Schlegel braucht einen Stammzellenspender.

Im Kampf gegen den Krebs suchen der Fritzlarer Jörg Imbeck und seine Familie nach dem passenden Stammzellenspender für seinen Zwillingsbruder Jens. 

Als Jens Imbeck-Schlegel im März mit Atemnot untersucht wurde, rechneten er und seine Familie noch nicht mit einer besonders schlimmen Diagnose. Umso schockierender das Ergebnis: Der 60-Jährige leidet unter Leukämie (Blutkrebs). Und zwar unter einer besonders schweren Form. Imbeck-Schlegel, seine Frau, seine zwei Kinder und auch sein Zwillingsbruder plus Familie wollen die Krankheit gemeinsam besiegen – und zwar mit der Suche nach einem passenden Stammzellenspender.

Doch diese Suche gestaltet sich schwierig, der Weg ist hart. Das weiß auch Zwillingsbruder Jörg Imbeck, der seit vielen Jahren in Fritzlar lebt. Zu seinem Bruder, der noch im Heimatort nahe Hamburg wohnt, hat er ein inniges Verhältnis. „Wir brauchen euch“, schreibt der 60-Jährige auf einem Flyer, den er in den sozialen Medien verbreitet, um jemanden zu finden, der seinem Bruder Jens das Leben rettet.

So unbeschwert lachen konnten Jens Imbeck-Schlegel (links) und sein Zwillingsbruder Jörg Imbeck vor der schweren Krankheit. Fotos: Jörg Imbeck

„Nur wer registriert ist, kann als Lebensretter für Jens oder andere Patienten gefunden werden“, sagt Imbeck. Gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) hat die Familie nun eine Kampagne gestartet, mit der sie so viele Menschen, wie es eben geht, motivieren will, Stammzellenspender zu werden. „Je mehr Menschen registriert sind, desto größer ist die Chance, dass ein passender Spender gefunden wird.“

Anders als Imbeck dachte, kommt er als Spender für seinen Zwillingsbruder nicht in Frage. „Es braucht eine kleine Differenz zwischen den Zellen. Unsere sind zu gleich“, erklärt er. Der Unterschied sei notwendig, damit – einfach formuliert – die zugeführten Leukozyten die Krebszellen auch als Feind erkennen. Die Familien aus Fritzlar und Pinneberg bei Hamburg haben harte Zeiten hinter sich. Denn zu allem Überfluss war Jens Imbeck-Schlegel zwischenzeitlich auch noch am Coronavirus erkrankt. „Das hat er aber zum Glück überstanden“, sagt der Fritzlarer. Fest steht also: Sein Zwillingsbruder ist ein Kämpfer. Und doch ist er angewiesen auf das Engagement anderer.

Die meisten Stammzellen werden dem Blut entnommen

In etwa 80 Prozent der Fälle werden die Stammzellen aus der Blutbahn entnommen, heißt es auf der Homepage der DKMS. Die Spende dauere vier bis acht Stunden an ein bis zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Eine Operation sei dabei nicht nötig. Langzeitnebenwirkungen seien nach dem heutigen Forschungsstand nicht bekannt. Bei einer Knochenmarkspende ist ein größerer Eingriff nötig. Dem Spender würde unter Vollnarkose mit einer Punktionsnadel aus dem Beckenkamm Knochenmark entnommen. Die Wunden verheilen schnell.

Mit der Kampagne bittet die Familie Imbeck so viele Menschen wie möglich darum, sich online unter dkms.de/jensregistrieren zu lassen. Möglich ist eine Stammzellenspende für Menschen im Alter von 17 bis 55 Jahren.

Info: Jede Registrierung kostet die DKMS 35 Euro. Unterstützung ist über das DKMS-Spendenkonto möglich: IBAN: DE64 641 500 200 000 255 556, Verwendungszweck: LPS 268

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