Fritzlarer Tafel feierte ihren zehnten Geburtstag

Amerikanische Versteigerung: Künstler Otto W. Werren, Daniela Köhler und Dekan Helmut Umbach versteigerten ein Bild. Fotos: Zirzow

Fritzlar. Seit zehn Jahren gibt es die Fritzlarer Tafel und dieses Jubiläum wurde jetzt auf dem Domplatz gefeiert.

Dekan Prof. Dr. Helmut Umbach eröffnete zusammen mit Kaplan Jürgen Kämpf bei einem ökumenischen Gottesdienst im Dom vor mehr als 200 Gläubigen die Geburtstagsfeier.

In seiner Predigt erinnerte der Dekan an die Entstehung der vier Tafeln, die alle in 2005 mit dem Hintergrund „Verteilen, nicht vernichten gegründet wurden. Neben Fritzlar gibt es in Homberg, Melsungen und Schwalmstadt diese Einrichtung und Umbach schilderte, dass er und drei weitere Dekane vor zehn Jahren bei einer Besprechung zu dem Ergebnis kamen, dass man das einfach machen müsse. Das war der Startschuss zu der Aufbauarbeit.

Vier Tonnen Lebensmittel

Heute versorgt die Fritzlarer Tafel mit 50 Ehrenamtlichen - geleitet von Kuratorin Karin Biermann und ihrem Kollegen Lothar Krönert - rund 450 bedürftige Menschen, dazu kommen jetzt auch Flüchtlinge, mit qualitativ einwandfreien Nahrungsmitteln, insgesamt sind das fast vier Tonnen pro Monat.

Nach dem Gottesdienst trafen sich Gäste und ehrenamtliche Helfer im vollen Zelt, um sich gegen eine freiwillige Spende mit vegetarischer Gemüsesuppe oder deftiger Kartoffelsuppe mit Würstchen zu stärken. Nach den Grußworten von Pfarrerin Margret Artzt, der Geschäftsführerin des Diakonischen Werks im Schwalm-Eder-Kreis, Bürgermeister Hartmut Spogat und Erich Lindner von der Ländervertretung der 54 Hessischen Tafeln begannen Daniela Köhler und der Dekan zur Überraschung aller, ein Werk des flechtenden Malers Otto W. Werren nach amerikanischer Art zu versteigern.

Werren hatte zusammen mit fünf weiteren kreativen Frauen und Männern, die alle dem Künstlerquartier Gudensberg angehören, eine umfangreiche Ausstellung in der Alten Waage organisiert, die dadurch zu einem attraktiven Aufenthaltsort der Gäste wurde. Von allen Werken, die verkauft wurden, ging die Hälfte des Betrages als Spende an die Tafel und vor der Versteigerung seines Bildes hatte Werren erklärt, dass er zwei weitere seiner Werke zur Verfügung stellt, wenn mehr als 200 Euro geboten würden. Die zwei Bilder war der Künstler los, denn 223 Euro kamen durch den Einsatz des Duos Köhler/Umbach zusammen und Gertie Muth, die seit fünf Jahren im Wohnstift Kaiserpfalz wohnt und die Bilder dort platzieren möchte, hatte durch ihre Ausdauer das Glück, den Zuschlag zu erhalten. „Ein Traum ist in Erfüllung gegangen“ sagte sie, als sie die Bilder erhielt.

Musikalisch sorgten der katholische Bläserchor sowie das Trio Rudi Ey, Fred Bröning und Wilfried Vaupel, die sich scherzhaft „Table Brothers“ nannten, für angenehme Unterhaltung.

Von Rainer Zirzow

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