Einige Städte und Gemeinden wollen vom Land Geld für Kindergärten zurück

Früher Vogel ohne Wurm

Mittelaltermarkt in einem Melsunger Kindergarten Lutherhaus: Auch die Vermittlung sinnlicher Erlebnisse wie hier an einem Lagerfeuer gehört zu den vielfältigen Aufgaben von Kindertagesstätten. Mit noch höheren Standards kommen auf die Kindergärten im Landkreis spätestens im Jahr 2012 Mehrkosten zu, für die das Land zahlen soll. Archivfoto: Grugel

Schwalm-Eder. Einige Städte und Gemeinden im Schwalm-Eder-Kreis wollen das Land beim Wort nehmen: Nach der Zusage der Sozialminister Silke Lautenschläger und Jürgen Banzer, die Kosten für die bessere Ausstattung der Kindergärten seit September 2009 tragen zu wollen, will man in einigen Rathäusern Geld sehen. Andere wollen eine Übergangsfrist ausschöpfen und haben noch kein zusätzliches Personal eingestellt.

Schwalmstadt In Schwalmstadt hat man sich bereits intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt. „Wir werden die Personal-Mindestvoraussetzungen nach und nach umsetzen – in der Hoffnung, dass die Landesregierung zu ihrem Wort steht“, sagt Rainer Wiegand, Büroleiter im Rathaus.

Die Stadtverwaltung habe beim Ministerium in Wiesbaden angefragt, wie sie an das zugesagte Fördergeld komme, bislang jedoch keine Antwort erhalten.

In Schwalmstadt gibt es sieben städtische Kindergärten und vier in kirchlicher oder privater Trägerschaft, die ebenfalls von der Stadt unterstützt werden. Melsungen Die Stadt Melsungen will die besseren Standards nach eigenen Angaben möglichst dieses Jahr umsetzen und in den vier städtischen Kindergärten insgesamt zwei neue Vollzeitstellen für Erzieherinnen einrichten. Das kann die Stadt aus Sicht ihres Bürgermeisters Dieter Runzheimer aber nicht aus eigener Kraft. In der Sache habe man sich auf das Versprechen Jürgen Banzers verlassen. In Röhrenfurth habe man bereits Nägel mit Köpfen gemacht und bereits mehr Personal beschäftigt.

Formlos habe man in Wiesbaden die zugesagten Zuschüsse beantragt, aber bis heute keine Eingangsbestätigung bekommen. Erfahren zu müssen, dass Zusagen womöglich nicht mehr gelten, sei mehr als irritierend, verdeutlichte Runzheimer die Situation. Er sei aber guter Dinge, dass sich alles noch regeln werde. Gudensberg Gudensberg hat die höheren Standards umgesetzt und in seinen vier Kindergärten neues Personal eingestellt, berichtet Erster Stadtrat Walter Berle. Das werde pro Jahr 110 000 Euro Mehrkosten verursachen. Für eine bessere Ausstattung zu sorgen sei einerseits die vornehmste Aufgabe der Gemeinde, andererseits habe die Stadt neues Personal im Glauben an die Aussagen des Ministeriums und an die Refinanzierung durchs Land eingestellt. „Wir hoffen, dass wir das wiederkriegen“, sagt Walter Berle. Notfalls werde Gudensberg über den Städte- und Gemeindebund Druck ausüben. Homberg In Homberg verweist Bürgermeister Martin Wagner auf die Übergangsfrist der Mindesverordnung bis 2012. Bis dahin sollen die Standards umgesetzt werden. Das Land werde dann die Kosten nach dem Konnexitätsprinzip für die geforderten Standards übernehmen: nach diesem Prinzip zahlt die Musik, wer sie bestellt. (lgr / fil)

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