Dietmar Millhoff: Selbstkritik bringt nichts

Frühjahrsmüdigkeit ein Mythos? Fritzlarer Vitaltrainer gibt Tipps zum Start ins Jahr

Knospen an einem Zweig kurz vorm Erblühen.
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Ähnlich wie die Natur steht auch der Körper eines Menschen im Frühjahr in den Startlöchern. Unser Symbolfoto zeigt Knospen an einem Zweig kurz vorm Erblühen.

In unserer Frühlingsserie „Endlich Frühling“ berichten wir täglich über Frühlingsgefühle und Frühlingsboten, über Tipps und Trends in der schönsten Jahreszeit. Dieses Mal geht es um Frühjahrsmüdigkeit.

Schwalm-Eder – Gibt es sie eigentlich wirklich, die Frühjahrsmüdigkeit? Oder ist sie bloß ein Mythos? „Es stimmt beides ein bisschen“, sagt Vital-Trainer Dietmar Millhoff aus Fritzlar. Die klassische Frühjahrsmüdigkeit, von der viele sprechen, trete schließlich nicht bei allen, vor allem nicht in gleicher Ausprägung auf. Aber: Die Menschen seien seit Jahrmillionen an die Natur mit ihren Jahreszeiten angepasst. Demnach gebe es auch ganz klar einen physiologischen Zusammenhang zwischen dem Körper und dem Frühling.

„Der Winter steht im Zeichen des völligen Rückzuges. Im Frühling beginnt dann die Erwachensphase – das ist bei Natur und Mensch gleich“, erklärt Millhoff. Leider sei unser Leben in der heutigen Leistungsgesellschaft immer weniger an die natürlichen Rhythmen angepasst, spürbar seien die Zusammenhänge aber nach wie vor.

„Wir Menschen stehen wie die Natur auch in den Startlöchern. Draußen beginnt die Sonne kräftiger zu scheinen, die Pflanzen warten darauf, zu explodieren.“ Diesen Impuls von außen spüre der Körper, innerlich sei er meistens aber noch gar nicht so weit.

„Diese Übergangsphase ist anstrengend. Und das ist es, was wir als Frühjahrsmüdigkeit empfinden“, sagt Millhoff. Das alles sei keine Einbildung – im Gegenteil. „Es handelt sich dabei um echte körperliche Veränderungen der Zellen, der Hormone, der elektromagnetischen Prozesse“, sagt der Fritzlarer. „Wir Menschen haben 70 Billionen Zellen im Körper – so viele, wie es Galaxien im Universum gibt.“ Und mit diesen gelte es, achtsam umzugehen.

Der wichtigste Tipp, um mit der Frühjahrsmüdigkeit fertig zu werden, ist laut Millhoff also: „Ich empfehle dringend, den Zustand für sich anzunehmen, mit der Selbstkritik aufzuhören und sich einzugestehen, dass der Körper nun einmal etwas Zeit braucht.“

Im Frühjahr sei es außerdem gut, den Ballast aus dem Winter loszuwerden. „Das gilt vor allem für die Ernährung“, so der Vitaltrainer. Leichte Kost zu sich nehmen, eventuell sogar das Intervallfasten in den Alltag einbauen – diese Ratschläge legt Millhoff allen ans Herz. Wer sich dann auch noch regelmäßig Sonnenlicht an der frischen Luft tanke und so seinen Sauerstoffbedarf decke, sei auf einem guten Weg raus aus der Müdigkeit.

Die Coronakrise sorge derzeit zwar dafür, dass das Frühlingserwachen insgesamt massiv ausgebremst werde. Dies sei aber einmal mehr ein Grund, achtsam mit seinem Körper umzugehen und sich etwas Gutes zu tun. „Jetzt erst recht“, betont der Vitaltrainer. Schließlich sei es wichtiger denn je, das Immunsystem zu stärken. „Trotz Corona gibt es immer noch so viele Geschenke, die uns die Natur macht“, sagt Millhoff. „Wir müssen sie uns aber auch nehmen.“ (Daria Neu)

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