Gedenken ist niemals Routine

Weiterer Stolperstein: In Gudensberg erinnert jetzt in der Hintergasse ein Gedenkstein, den Frank Fleddermann vom Bauhof verlegte, an die Jüdin Julie Lilienfeld. Foto: Zirzow

Gudensberg. An die Verfolgung jüdischer Bürger im Nationalsozialismus wurde in Gudensberg mit einer Gedenkfeier der Stadt, der christlichen Kirchen, der Georg-August-Zinn-Schule und der Arbeitsgruppe Stolpersteine erinnert.

Mehr als 100 Menschen nahmen an der Veranstaltung teil.

Solche Gedenkstunden seien keine Routine, sondern dienten dazu, demokratische und zivile Traditionen zu pflegen und fortzuentwickeln, sagte Bürgermeister Frank Börner. Dazu gehöre es auch, die junge Generation einzubinden, wie es in Gudensberg geschehe.

Wenige Meter von der Synagoge entfernt, vor dem Haus, in dem Julie Lilienfeld bis 1938 lebte, wurde ein Stolperstein verlegt, der an das Schicksal der Frau erinnern soll, die 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und dort ermordet wurde. Zum Abschluss der Gedenkfeier wurden in der Synagoge die Namen der jüdischen Bürger verlesen, die in Gudensberg gewohnt haben und Opfer des Nationalsozialismus wurden. Zu jedem Namen wurde von Schülern der GAZ-Schule eine Kerze angezündet.

Zuvor hatte Ursula Fröhlich, sie ist die Enkelin von Julie Lilienfeld und wohnt in Rees am Niederrhein, in einer kurzen Rede erwähnt, dass sie vor drei Jahren zum ersten Mal vor dem Haus ihrer Großmutter gestanden habe. Sie berichtete, dass während ihrer Kindheit nie über das Schicksal der jüdischen Bürger gesprochen wurde.

Die Gedenkfeier in der Synagoge wurde musikalisch von einem Schüler-Chor der GAZ-Schule und Deborah Tal-Rüttger begleitet. (zrz)

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