Geflügelmast im Schwalm-Eder-Kreis: Grüne fordern, Landkreis sollte mehr Verantwortung übernehmen

Schwalm-Eder. Der industriellen Massentierhaltung sollte der Schwalm-Eder-Kreis mehr Beachtung schenken und das Veterinäramt bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben stärken. Das haben die Grünen gefordert.

Hintergrund: Das Regierungspräsidium hatte den Teilbereich der Gudensberger Firma Plukon, in dem Schlachtabfälle zu Tierfutter verarbeitet werden, wegen der Geruchsbelästigung stillgelegt.

Aufschlussreich sind nach Einschätzung der Grünen auch die Zahlen der Tierfabriken und Mastplätze für Geflügel im Landkreis. Sie waren im Kreistag als schriftliche Antworten auf eine Anfrage der Grünen vorgelegt worden.

Danach gibt es zwölf Tierhaltungsanlagen für Geflügel mit insgesamt etwa 400 000 Mastplätzen. „Rechnet man das hoch, so werden pro Jahr mindestens drei Millionen Hähnchen und Puten im Kreis gemästet“, erklärte Dr. Bettina Hoffmann, die Kreisvorsitzende und Spitzenkandidatin der Partei. Die Grünen sehen die Grenze der Belastung als erreicht an. Es gehe unter anderem um die Belastung von Luft, Wasser und Böden sowie unkalkulierbare Risiken durch Bakterien und Antibiotika für Mensch und Tier.

Bei einer Verdoppelung der Schlachtkapazität von Plukon auf 250 Tonnen täglich würden jährlich etwa 60 Millionen Tiere geschlachtet. Es werde also zum Bau weiterer Tierfabriken im Kreis kommen. Was mit den großen Mengen an Schlachtabfällen nach Einstellung der Tierfutterproduktion bei Plukon passiere, bleibt weiterhin ein Geheimnis.

Der Landkreis berate die Landwirte bei der baulichen Genehmigung der Ställe. Verantwortung trage er auch für die veterinärrechtlichen Untersuchungen. Das Veterinäramt habe leider vor einigen Jahren seine Eigenständigkeit innerhalb der Verwaltung verloren und sei dem Gesundheitsamt unterstellt worden. (red)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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