Die Aktivitäten gegen die demografische Entwicklung sind vielfältig

Gegen den Schwund

Auf einen Blick: So entwickelten sich die Einwohnerzahlen (Daten von Ende 2008). Grafik: HNA

Schwalm-Eder. In vielen Bereichen muss auf den Bevölkerungsschwund im Schwalm-Eder-Kreis reagiert werden, sagt Hans-Georg Korell, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung beim Landkreis.

„Der Arbeitsmarkt muss beackert werden“, sagt er unter anderem. Fachkräfte müssten ihr Leben lang lernen und weitergebildet werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das sei im Interesse der Arbeitnehmer, aber auch im Interesse der Betriebe, die auf Fachkräfte angewiesen sind. Dabei würden Landkreis, Industrie- und Handelskammer, Kreishandwerkerschaft, Arbeitsagenturen und andere zusammenarbeiten, sagt Korell. Als ein Ziel nannte Korell auch, die Erwerbsquote von Frauen zu steigern, also mehr Frauen in den Beruf zu bringen.

Wenn Menschen verschwinden, verschwindet auch Kaufkraft. Für den Wirtschaftsförderer bedeutet das, sich noch stärker darum zu bemühen, Betriebe in der Region anzusiedeln.

Gewerbe interkommunal

Ein gutes Instrument seien dafür interkommunale Gewerbegebiete nach dem Vorbild von Ostheim. Solche Gebiete gibt es unter anderem bereits in Fritzlar, Borken und Remsfeld. Korell sagt: „Wir müssen Ostheim in viele Gemeinden tragen.“ Die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg hält Korell ohnehin für einen richtigen Weg. Zweckverbände, wie Schwalm-Eder-West, beschreiten diesen bereits.

Bei Bauhöfen und Kindergärten könne zum Beispiel gut gemeinsam gearbeitet werden. Auch in der Verwaltungsarbeit sei vieles möglich. Ob irgendwann auch Gemeinden zu größeren Verbünden zusammen gelegt würden, dazu wagt Korell keine Prognose.

Viele Städte im Landkreis nutzen das Programm Stadtumbau, mit dem noch bis mindestens 2013 die Stadtentwicklung finanziell gefördert wird. Leerstandskataster wie etwa in Schwalm-Eder-West sind Projekte, die dadurch unterstützt werden können. City-Management nennt Korell als weiteres Instrument, das zum Beispiel in Melsungen und Homberg genutzt wird bzw. im Gespräch ist. Darunter versteht der Fachmann Aktivitäten, die weit über normales Stadtmarketing hinausgehen. So habe sich etwa gezeigt, dass in den Mittelzentren Verkaufsräume oft zu klein seien. Ein City-Manager bemühe sich dann, die Eigentümer mehrerer kleiner Geschäftsräume zusammen zu bringen und darüber zu beraten, wie man sie zu einem großen Verkaufsraum zusammenfassen kann.

Der Bevölkerungsschwund ist da, die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Doch die Verantwortlichen legen die Hände nicht in den Schoß.

Von Olaf Dellit

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