Harsche Kritik des Fischerei-Verbandes

Geplantes Wasserkraftwerk am Ederwehr: „Ist eine Tötungsanlage“

„Der RP Kassel genehmigt eine Fischtötungsanlage an der Eder." Mit diesen Worten kritisiert der Verband Hessischer Fischer (VHF) das Wasserkraft-Projekt am Fritzlarer Ederwehr.

Das Verbandsenergiewerk Waldeck-Frankenberg will es zusammen mit der Stadt Fritzlar bauen.

Mit einer so genannten Wasserkraft-Schnecke, die 800.000 Euro kosten wird, soll Strom produziert werden.

An den Plänen lässt der Fischereiverband kein gutes Haar. Es werde wieder „im Eifer der Energiewende“ ein Wasserkraftwerk in ein intaktes Flusssystem gebaut, schreibt Günter Hoff-Schramm, stellvertretender Geschäftsführer des VHF, in einer Pressemitteilung.

Am Wehr solle ein Betonbauwerk von 17 Metern Länge und neun Metern in der Breite eine Wasserkraft-Schnecke von vier Metern Durchmesser aufnehmen. Die Kritik an dem Projekt richtet sich vor allem auch gegen das Kasseler Regierungspräsidium (RP), das die Anlage genehmigt habe, sogar in einem Naturschutzgebiet. Dabei seien „die Schädigungen an den durch den Sog eingezogenen Fischen an Wasserkraft-Schnecken ... mehrfach wissenschaftlich dokumentiert“, schreibt der Verbandssprecher. Der VHF habe das schon im Vorfeld reklamiert und Stellungnahmen beim RP Kassel abgegeben.

Der Bau widerspreche zudem dem Verschlechterungsverbot der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, da dieses Bauwerk für den jetzigen ökologischen Zustand des Ederabschnitts ausnahmslos eine Verschlechterung zur Folge habe.

Die Obere Wasserbehörde im RP Kassel verweise auf den Handlungsspielraum, den das Wasserhaushaltsgesetz für solche Planungen vorsieht. Dem Bürgermeister von Fritzlar rät der Fischerei-Verband, vor Nutzung der Badestelle am Ederwehr die in Zukunft anfallenden Fischkadaver räumen zu lassen.

RP: „Sorgfältig geprüft“ 

Die Behörden des RP für Natur- und Gewässerschutz hätten die Anlage sorgfältig geprüft, erwiderte Michael Conrad, Sprecher des RP in Kassel.

Die Vorgänge an der Eder würden dauerhaft beobachtet und kontrolliert. Falls es Probleme mit den Fischen geben sollte, werde man reagieren, etwa mit schmaleren Rechen oder einer Fischauf- und -abstiegsanlage.

„Es wird immer Rücksicht genommen auf die Tierwelt“, betonte Conrad. Zudem gebe es Zusatzbestimmungen, die beachtet werden müssten.

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