Zuversichtlich nach Randale

Große Randale: Getränkemarkt in Borken zum zweiten Mal Ziel von Einbrechern

Einbrecher verwüsteten Borkener Getränkemarkt: Inhaber Markus Mach schätzt den Schaden auf rund 20 000 Euro. Foto: Petra Lämmer

Markus Mach braucht in diesen Tagen Nerven wie Stahlseile. Gleich zwei Mal binnen weniger Wochen war sein Getränkemarkt in Borken Ziel von Einbrechern.

Borken - Die ersten waren „Profis“, richteten auf der zielstrebigen Suche nach Bargeld kaum Schaden an. Doch die drei jugendlichen Täter, die in der Nacht zum 30. April in den Markt einstiegen, zogen eine Spur der Verwüstung quer durch den Markt. „Selbst die Polizisten waren schockiert, als sie sahen, was los war.“

Blicken nach zwei Einbrüchen in wenigen Wochen zuversichtlich nach vorn: Markus Mach und Petra Lämmer aus Borken haben Wein und Bier mit einem „Alles wird gut“-Etikett versehen. Foto: Claudia Brandau

An diesem Donnerstag vorm 1. Mai klingelte morgens um 7 Uhr das Telefon von Markus Mach. Der Inhaber der benachbarten Tankstelle informierte ihn, dass die Tür des Getränkemarkts zerstört, vermutlich Einbrecher am Werk gewesen waren. Und diese Einbrecher hatten nicht nur Geld, Schnaps, Zigaretten gestohlen – sie hatten stundenlang regelrecht gewütet.

Sie rissen Flaschen aus den Regalen, zertraten Dosen mit Energiedrinks am Boden, warfen Sechserträger Bier ins Weinregal, zerschlugen Behälter mit teuren Ölen, verschmierten den Inhalt von Honiggläsern: „Es ist wirklich unvorstellbar, wie es aussah“, sagen Markus Mach und seine Frau Petra Lämmer.

Die Polizei sichtete den Tatort, die Spurensicherung freute sich über viele Beweismaterialien wie Atemschutzmasken und Fingerabdrücke, erzählt das Ehepaar. „Und alle haben nur dauernd den Kopf geschüttelt.“

Das Team des Getränkemarkts fing an aufzuräumen – mit Schneeschiebern und Schubkarren schoben sie sie bergeweise Scherben zusammen und karrten sie weg. Nachbarn, die eigentlich zum Getränkekaufen gekommen waren, fuhren spontan heim und kamen mit Schrubbern und Eimern zum Helfen zurück. Acht Menschen schufteten am Donnerstag zehn Stunden, um Klarschiff zu machen. Und noch immer kann man den Einbruch riechen: Der Geruch der Energiedrinks, die die Täter verschütteten, hängt in der Luft. „Wir versuchen ihn mit Wunderbäumchen zu überdecken“, sagt Mach.

Mittlerweile hat er sich vom Schock erholt, doch der Einbruch wirkt nach. Die Polizei hat den Schaden auf 10 000 Euro geschätzt. Eine Summe, die Markus Mach doppelt so hoch schätzt. Die Eingangstür war nigelnagelneu, unmittelbar nach dem vorherigen Einbruch eingesetzt. Zudem komme der Verdienstausfall am Tag vor dem 1. Mai hinzu, Scheiben, die Ware, die zerstörte Technik wie Geräte zum Einscannen von Paketen und EC-Karten: „Da kommt viel zusammen.“

Was aber nicht in Geld berechnet werden kann, ist die Angst, die im Team des Getränkemarkts grassiert, die Sorge, die Markus Mach nun jedes Mal hat, wenn frühmorgens das Telefon klingelt.

Vor diesen Tätern aber muss Mach keine Sorge mehr haben: Die Polizei hat zwei der drei Randalierer gleich am Morgen nach der Tat nach Hinweisen festnehmen können (HNA berichtete). Einer ist noch flüchtig, alle drei sind minderjährig. Was aber bleibt, die die Fassungslosigkeit über die Zerstörungswut dieser jungen Menschen.

Dennoch zeigen sich Mach und seine Frau Petra Lämmer optimistisch: Sie haben fürs Bier der Schwälmerei Brauerei und Wein aus deutschem Anbau Etiketten gestaltet, auf denen ein Regenbogen zu sehen und der Schriftzug „Alles wird gut“ zu lesen ist. Mach lässt sich nicht unterkriegen.

Termin:Das nächste Hofcafé im Borkener Bommerweg findet voraussichtlich am Sonntag, 21. Juni statt.

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