Mit Hoffnung Grenzen überwinden

Global Care unterstützt Aids-Programm in Uganda – Hilfe für Familien

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Mit Hilfe des Kinderhilfswerks Global Care und deren Projektpartnern hat es der 22-jährige John aus den Slums heraus geschafft.

Mit dem Kinderhilfswerk Global Care hat es John geschafft, sich in Kampala ein neues Leben aufzubauen. 

 „Ayayayay!“ Rufend und lachend stürmt eine Frau auf den Bus zu, mit dem sich eine Gruppe Mozumbo (die Weißen) durch ein Straßenviertel im ugandischen Kampala bewegt. Nacheinander drückt sie jeden Einzelnen an sich. Sie ist stolz darauf, die Mutter eines jungen Mannes zu sein, der es mit Hilfe des Kinderhilfswerks Global Care aus den Slums herausgeschafft hat.

Er ist Teil des Aids-Programmes Tapp. Es bedeutet Hoffnung. Es ist ein kleines Haus, in dem John aufgewachsen ist. Der Familie des 22-Jährigen, der inzwischen an einer Highschool unterrichtet, steht nur ein Raum zur Verfügung. Viel haben sie nicht: Es gibt drei Sofas, in der Ecke stapeln sich die Küchenutensilien. Doch die Familie ist stolz auf ihr Heim, sie hat es selbst aufgebaut, sogar Strom gibt es – keine Selbstverständlichkeit in einem Viertel, in dem die Straßen mit Schlaglöchern übersät sind, kaum Wasser vorhanden ist und wenige ein Auskommen haben.

HIV und Aids konnten in Uganda lange Zeit eingedämmt werden. Inzwischen sei HIV aber wieder ein großes Problem – vor allem bei Jugendlichen, erklärt Missionarin Colleen Stevenson, die das Projekt für Global Care vor Ort unterstützt. Viele Jugendliche würden sich von sogenannten Suggardaddys und Mommys – Zuhältern – abhängig machen, um ein wenig Geld für Kleidung zu verdienen. Und sich so mit der unheilbaren Krankheit anstecken. Ähnlich ist es in Johns Familie: „Mein Vater steckte meine Mutter an“, erzählt der 22-Jährige.

John selbst hat Glück gehabt, er ist gesund. Als der Vater starb, musste die zierliche Frau ihre sieben Kinder alleine versorgen – ohne Schulbildung. „Sie brachte uns mit Gelegenheitsjobs über die Runden“, berichtet John. Als sie schließlich selbst Teil des Tapp-Programms wurde, in dem an HIV und Aids erkrankte Menschen eine Ausbildung erhalten, sorgte sie dafür, dass ihr Sohn die Highschool in der Stadt besuchen konnte.

„Ich hatte gute Noten, aber ich konnte keine weiterführende Schule besuchen, weil uns das Geld fehlte“, erzählt der 22-Jährige. Durch die Hilfe des Kinderhilfswerks erhielt er Bücher und Arbeitsmaterial. Zehn Jahre ist das nun her. Seit dieser Zeit hat John es allen bewiesen: 2014 schloss er die Schule ab und begann ein Studium in Chemie und Physik. Inzwischen unterrichtet er selbst andere Kinder.

„Die Schule hat mir einen Job angeboten, also begann ich zu unterrichten.“ Dem Lehrer liegt immer ein Witz auf den Lippen. Er brennt für seinen Beruf, er liebt es zu unterrichten. Doch plötzlich wird er ernst, der Schalk ist aus seinem Blick verschwunden. Und es kommt zu einem emotionalen Moment: Der 22-Jährige kniet vor Colleen Stevenson, seiner Unterstützerin, nieder und bedankt sich bei ihr. „Ich hatte keine Hoffnung. Ohne die Hilfe wäre ich auf der Straße gelandet“, sagt er. Damit erweist er der Missionarin die in Uganda höchste Form des Danks.

Denn das sei das Einzige was er geben könne – seinen Dank. Johns Schwester wird ebenfalls durch das Programm des Kinderhilfswerks unterstützt. Das sei besonders, sagt Stevenson. Nur selten seien zwei Mitglieder einer Familie Teil eines Hilfsprogramms. In einem Jahr wird Johns Schwester ihre Ausbildung abschließen und in einem Kindergarten arbeiten.

Das Kinderhilfswerk habe der Familie eine Chance gegeben, sagt John. „Global Care gibt so vielen Kindern wie mir Hoffnung.“ Und darum gehe es schließlich, sagt er. Es zähle einzig, wie vielen Menschen Hoffnung gegeben wurde.

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