Gemüse für die Gemeinschaft

Grünhof in Hombergshausen plant solidarische Landwirtschaft mit Abo-Kiste

Klein und Groß packen auf den Gemüsefeldern mit an: Der fünfjährige Jascha und Papa André Becker rollen die Folie aus.
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Klein und Groß packen auf den Gemüsefeldern mit an: Der fünfjährige Jascha und Papa André Becker rollen die Folie aus.

Katrin Werner übernimmt die Bewirtschaftung der Felder und Gemüsetunnel der Hofgemeinschaft in Hombergshausen. Abo-Kiste mit frischem, regionalem und saisonalem Gemüse ist geplant.

Hombergshausen – Wenn sie über Kohlrabi, Möhren und Rosenkohl spricht, kann man förmlich zusehen, wie ihr das Herz aufgeht. Dann beginnt Katrin Werner übers ganze Gesicht zu strahlen und sprudelt nur so vor Ideen. Die 37-Jährige ist gerade dabei, ihr Leben völlig auf den Kopf zu stellen und sich einen Herzenswunsch zu erfüllen. 15 Jahre hat sie zuletzt im Marketing gearbeitet, doch darüber möchte sie gar nicht groß sprechen.

Heute schließlich geht es ihr nur noch um eines: Gemüse. Sie übernimmt ab April die Bewirtschaftung der Felder und Gemüsetunnel der Hofgemeinschaft in Hombergshausen.

Grünhof Hombergshausen: Erste Pflanzen sind gesetzt

„Da gibt es jede Menge zu tun und ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe“, sagt Werner, die es gar nicht abwarten kann und deshalb am Wochenende mit vielen fleißigen Helfern schon Böden vorbereitet und die ersten Pflanzen gesetzt hat. Solidarisch soll die Landwirtschaft sein, die Werner bei Grünhof-Gemüse betreiben will.

Dafür plant sie gemeinsam mit dem Team der Hofgemeinschaft eine Abo-Kiste, die schon bald in einer Auflage von 50 Stück prall gefüllt in den Küchen der Region landen und ausschließlich Produkte beinhalten soll, die die Prädikate erntefrisch, regional und saisonal auch wirklich verdient haben.

Den Verkauf via Abokiste, an verschiedenen Verkaufsstellen und auf Wochenmärkten nennt sie liebevoll „Gemüsefairtrieb“, der unter dem Titel „Mitglieder Liebe“ auch den persönlichen Kontakt zwischen Kunden und Erzeugern ermöglichen soll.

Grünhof Hombergshausen: Solidarische Landwirtschaft

„Der Grundgedanke der solidarischen Landwirtschaft, die uns sehr am Herzen liegt, besteht darin, dass die Risiken des Gemüseanbaus geteilt werden“, sagt Werner und erklärt: „Die Menschen, die ihre Gemüsekiste bestellen, sind dazu bereit, bei eventuellen Ernteausfällen weniger Anteile zu bekommen als geplant, bei einer möglichen Gemüseschwemme aber auch entsprechend mehr.“ Die Mitgliedsbeiträge seien dabei als Startkapital zu sehen, mit dem eine Saison lang gewirtschaftet werden könne.

Ein beachtliches Wissen hat sich die Autodidaktin für ihre neue Aufgabe angelesen, auch über das sogenannte „Market Gardening“, das es ihr besonders angetan hat. „Dabei geht es darum, auf relativ kleiner Fläche eine große Vielfalt an Gemüse anzubauen, und das möglichst ohne den Einsatz schwerer Maschinen“, sagt sie und berichtet von dafür vorgesehenen 2100 der insgesamt gut 5000 Quadratmeter, auf denen etwa 50 Gemüsearten mit über 120 verschiedenen Sorten wachsen sollen – darunter allein sieben verschiedene Tomatensorten.

Grünhof Hombergshausen: Erst Kiste soll Anfang Juni gepackt werden

„Es wird nicht immer alles geben“, sagt Werner. „Den Menschen soll wieder bewusst werden, dass sie nicht zu jeder Jahreszeit jedes Gemüse haben können.“ Für die erste Kiste, die schon Anfang Juni gepackt werden soll, kündigt sie auf jeden Fall frischen Salat und Frühlingszwiebeln an.

Kohlrabi, Möhren und Rosenkohl werden einige Wochen später folgen und dann sicher nicht nur Katrin Werner selbst das Herz aufgehen lassen. grünhof-gemüse.de

Von Sascha Hoffmann

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