Tusch und Vorhang auf

Gudensberg baut märchenhafte Freilichtbühne und saniert den Stadtpark

Außergewöhnlich und märchenhaft: Dieses Modell der Bühne gibt es bereits. Derzeit wird sie nachgebaut. Die Bühne ist etwa 18 Meter breit und vier Meter tief. Die Türme sind acht Meter hoch. Foto: privat/nh

Gudensberg. Die Kulturstadt des Chattengaus hat ambitionierte Ziele: Im Stadtpark an der Kasseler Straße soll ein in Nordhessen einzigartiger Veranstaltungsort entstehen: eine Freilichtbühne im Märchen-Stil.

Eröffnet und eingeweiht werden soll sie schon am 25. Juli mit einer hochkarätigen Veranstaltung: der Premiere der Europäischen Märchentage. In Zusammenarbeit mit der Grimm-Heimat Nordhessen wird derzeit ein Vermarktungs- und Veranstaltungskonzept entwickelt. Vom neuen Stadtpark und dem Veranstaltungsort erhofft sich die Stadt viel: Innenstadtbelebung.

Veranstaltungsbesucher werden sich auch in der Fußgängerzone aufhalten, die Gastronomie besuchen und in den Geschäften einkaufen. „Wer nach Gudensberg reist und einen tollen Eindruck gewinnt, kommt auch ein zweites Mal“, brachte Walter Berle, Erster Stadtrat, bei der Vorstellung der Pläne im Rathaus, die Erwartung der Verantwortlichen zum Ausdruck.

Das Grimm-Image soll in Gudensberg weiter ausgebaut werden. Märchen-Aufführungen und Aktionen in der Innenstadt sind geplant. „Wir hoffen mit der Bühne einen für Nordhessen bedeutenden Besuchermagneten zu schaffen“, sagte Frank Börner, Büroleiter und SPD-Bürgermeisterkandidat. Denn mehr Gäste bedeuteten auch mehr Kaufkraft in der Stadt. Stadtpark. Mit der neuen Bühne ändert sich einiges im Stadtpark und für die Gudensberger.

Denn die Grünanlage bekommt Öffnungszeiten. An den vier Eingängen werden Tore im mittelalterlichen Stil gebaut und der Park in den Nachtstunden geschlossen. Diese Sicherheitsmaßnahme soll Vandalismus vorbeugen. „Unser Ansatz ist es, den Park attraktiver zu machen und den Gudensbergern zu öffnen.“ Dennoch sei es wichtig, die Bühne und den Park zu schützen, sagte Berle. Zusätzlich seien lichtstarke Strahler und Bewegungsmelder geplant.

Geöffnet wird in den Sommermonaten mindestens solange, wie die neuen Biergärten des Hessischen Hofs und des Hotels am Stadtparks offen haben werden. Die Öffnungszeiten werden voraussichtlich zwischen 6 und 23 Uhr liegen. Der Park wird neugestaltet, die Wegeführung geändert und die Bepflanzung soll schöner angelegt werden.

Eine Ruhezone und eine Wohlfühloase sollen entstehen. Nach der Fertigstellung bekommt der Park einen neuen Namen. Das Konzept. Die Bühne und der Veranstaltungsraum im Gebäude stehen allen Vereinen und Verbänden der Region offen. Konzerte, Lesungen, Theateraufführungen und vieles mehr sei denkbar, sagte Börner. An der Vermarktung beteilige sich auch die Grimm-Heimat Nordhessen, sagte Pierre Schlosser vom Regionalmanagement.

„Es ist sogar vorstellbar, dass wir Aufführungen des Kasseler Grimm-Festivals nach Gudensberg verlegen.“ Während der Sommermonate sei an den Wochenenden wenigstens eine Veranstaltung geplant. Gudensberg werde auch Spielort für den Kultursommer, sagte Börner. Sowohl Park als auch Bühne sollen von Schulen und Kindertagesstätten genutzt werden. (ddd)

Diese Bühne sucht ihresgleichen

Die neue Bühne ist definitiv einzigartig. Das Unikat wurde von einem Büro in Görlitz entworfen. Sie kommt daher wie eine Mischung aus 1001 Nacht, der Zauberer von Oz und Räuber Hotzenplotz. Märchenhaft, so soll sie auch sein. Kostenpunkt 300 000 Euro. Bauweise: Das Gerüst wird aus Stahlbetonteilen zusammengesetzt.

Gefärbter Spritzbeton sorgt für die mittelalterliche Anmutung. Die Stämme sind aus Eichenholz, die Schindeln aus Zedernholz. Das Dach und die Abdeckung der windschiefen Türme werden aus Kupfer sein. Die Bühne ist 18 Meter breit und vier Meter tief. Die Türme sind acht Meter hoch. Die Ausstattung: Eine moderne Licht- und Tonanlage machen die Bühne zu einem professionellem Veranstaltungsort.

Von Konzerten bis zu aufwändigen Theateraufführungen ist alles möglich. Die Technik wird im rechten der acht Meter hohen Türme untergebracht. Hinter der Bühne gibt es einen Raum für die Theatergarderobe. Der Veranstaltungsraum: Im Dachgeschoss entsteht ein 50 Quadratmeter großer Raum für Lesungen, Trauungen und viele andere Gelegenheiten.

Der Zugang erfolgt über eine Wendeltreppe im linken Turm und dann über eine kleine Holzbrücke. Kleine Bühne: Im Hauptgebäude gibt es einen Lagerraum für Schulen und Kindergärten und eine kleine Bühne für Aufführungen. Zuschauer. Das halbrunde Atrium fasst 300 Zuschauer, die auf drei Rängen Platz nehmen. Die Dachkonstruktion aus Segeltuch kommt erst 2011. (ddd)

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