Übernachtungsmöglichkeiten für 120 Fahrer

A 49: 70 Lkw-Parkplätze bei Gudensberg geplant

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Lkw-Fahrer weichen immer wieder an Autobahnen auf Zufahrten und Standstreifen aus, weil es an ausreichend Parkplätzen mangelt. Vor allem nachts. Die Unfallgefahr ist dann oft hoch. An der A 49 bei Gudensberg könnte sich die Situation bald entschärfen.

Denn Am Odenberg könnten schon bald 70 neue Lkw-Parkplätze und ein Gebäude als Übernachtungsmöglichkeit für bis zu 120 Lastwagenfahrer entstehen, die die Firma Rudolph Logistik ansteuern.

„Das ist eine sinnvolle Sache, auch damit die Fahrer eine adäquate Unterkunft finden. Denn an sie und ihre Situation wird oft nicht gedacht, hier ist das anders“, sagt Bürgermeister Frank Börner und freut sich über den Vorstoß des Logistikers, der die Anlage betreiben wolle. „Das hat Vorbildcharakter.“ Die Fahrer könnten so entweder eine nächtliche Pause machen oder die wöchentliche 45-Stunden-Pause, die nicht mehr in den Fahrzeugen verbracht werden dürfe, dort einlegen.

Zur Zeit gebe es nicht ausreichend Standplätze für die Fahrer, die die großen blauen Hallen von Rudolph Logistik vor den Toren der Stadt ansteuern, so dass sie zum Teil auf den Straßen in Gudensberg stehen. Außerdem gibt es dort auch keine Sanitäreinrichtungen, so dass sich die Situation für die Fahrer verschärft, die verpflichtet sind, regelmäßig Pause zu machen. Und: Die Stadt werde damit nicht durch zusätzlichen Lkw-Verkehr belastet, sagt Börner. Denn immer wieder gebe es Probleme wegen der im Gewerbegebiet abgestellten Laster, für die die Straßen nicht ausgelegt seien. Auch wegen des von den Fahrern verursachten Mülls gebe es Beschwerden. „Das alles wird weniger“, sagt Börner. Denn dann gebe es immerhin für einen Teil der Lasterfahrer – die Rudolph Logistik anfahren – eine Lösung.

Das Unternehmen selbst wollte sich zu den Plänen vor der Entscheidung der Stadtverordneten nicht äußern. Die Stadtverordneten werden in ihrer Sitzung am Freitag, 20 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus Dissen über die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Auslegung der Pläne entscheiden. 

Ruhezeiten gesetzlich geregelt

Nach Schätzung des Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung sind auf Deutschlands Straßen rund 800.000 Lkw unterwegs. Der Verband schätzt, dass in den kommenden Jahren bundesweit bis zu 40.000 Lkw-Stellplätze fehlen. Die Fahrer sind in der Zwickmühle: Im Güterverkehr sind Ruhezeiten gesetzlich geregelt. Lkw-Fahrer müssen täglich mindestens elf Stunden ruhen, innerhalb einer Woche 45 Ruhestunden vorweisen, sonst drohen Bußgelder.

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