Braugasse: Ein Haus steht nicht mehr, das andere wird saniert

An dieser Stelle stand vor kurzem noch ein Haus: Zurzeit sind Handwerker dabei, das Fachwerk der neuen Außenwand am erhaltenen Haus Braugasse 4 aufzubauen. Das Gebäude, das wie die Nachbarn mehr Platz und Licht hat, erhält jetzt Balkone. Fotos:  Lange-Michael

Gudensberg. Mit einem besonderen Sanierungsprojekt in der Altstadt geht Gudensberg neue Wege, um die traditionellen Wohnquartiere auch für heutige Ansprüche attraktiver zu machen.

Nur so könne man Interessenten finden, die Altbauten kaufen und sanieren würden, sagt Bürgermeister Frank Börner.

Das Förderprogramm „Leben im Stadt- und Ortskern“ setzt zum einen auf finanzielle Unterstützung, aber auch auf planerische Beratung. Und wenn nötig, kann in Absprache mit der Denkmalpflege auch mal ein altes Gebäude abgerissen werden.

Das ist in der Braugasse, direkt unterhalb des alten Marktes, inzwischen geschehen. Die Mitarbeiter des Zimmererbetriebes Günther-Dieling haben aus den Gefachen des stehen gebliebenen Hauses Braugasse 4 das Lehm-Stroh-Gemisch geschlagen und ergänzen zurzeit die neue Fachwerk-Wand dort, wo bisher das andere Haus Braugasse 2 stand. Dort ist jetzt viel Raum und Licht, auch für die benachbarten Häuser.

Bauherr Matthias Paar ist gut gelaunt: „Das Wetter spielt mit.“ Die im Dezember und Januar für die Jahreszeit milden Temperaturen und geringe Niederschläge ermöglichten, dass die Bauarbeiten zügig weitergehen konnten.

Zimmereichef Gerhard Günther-Dieling aus Körle erläuterte beim Baustellentermin, dass an den Außenwänden die Öffnungen für die neuen Fenster geschlagen werden müssen. Da durch den Abriss eine Freifläche entstanden sei, könnten an das vorhandene Gebäude Balkone angebaut werden.

Soweit es geht, werden die alten Balken erhalten, wo es nicht geht, werden neue Ständer, Streben oder Riegel eingesetzt. Die neuen Balken sind aus Fichtenholz. Im Fachwerkbau verwendet man traditionell eher Eichenholz. Bei dem Bauvorhaben in der Braugasse eignet sich aber auch Fichtenholz, da das Fachwerk dieser Gebäudeseite gedämmt und verputzt werden soll.

Auf traditionelle Gestaltungsformen soll aber nicht verzichtet werden, ergänzt Bauherr Paar: Im unteren Bereich erhält die Wand einen Sandsteinsockel, im Giebelbereich wird eine Naturschiefer-Verkleidung angebracht.

Förderprogramm: 

Mit dem Förderprogramm „Leben im Stadt- und Ortskern“ unterstützt die Stadt diejenigen Bauherren, die Altbauten sanieren und modernisieren möchten.

• Architektenberatung: Die Kosten für Beratungs- und Vorplanungsleistungen bei Umbau und Sanierung trägt die Stadt.

• Investitionen: Die Förderung für Investitionen beträgt grundsätzlich 10 Prozent der förderfähigen Kosten, höchstens jedoch 10.000 Euro für das Gesamtobjekt, mehr für Haushalte mit Kindern, Senioren und Behinderten.

• Geltungsbereich: Ortskerne der Stadtteile und die Altstadt Gudensberg.

• Informationen über das Förderprogramm im Rathaus bei Ina Polter, Tel. 05603/933-121, und im Internet unter www.gudensberg.de

Von Ulrike Lange-Michael

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