290 Bauinteressenten bei 70 Grundstücken

Ackerland weicht Bauland: Grünes Licht für Neubaugebiet Auf dem Lerchsfeld

Noch ist das Gebiet eine Ackerfläche: Bis zu 70 Grundstücke sollen in Gudensberg bald entstehen. 37 alleine auf dem Lerchsfeld.
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Noch ist das Gebiet eine Ackerfläche: Bis zu 70 Grundstücke sollen in Gudensberg bald entstehen. 37 alleine auf dem Lerchsfeld.

Gudensberg – Das Neubaugebiet „Auf dem Lerchsfeld“ in Gudensberg ist beschlossen. Die Gudensberger Stadtverordneten gaben während ihrer jüngsten Sitzung dem Bebauungsplan ihre Zustimmung.

Mit der Erschließung des neuen Baugebietes ergeben sich bis zu 70 neue Bauplätze in Gudensberg. Diesen stehen 290 Bauinteressenten gegenüber. „50 Prozent davon sind Gudensberger“, sagt Bürgermeister Frank Börner.

Mit der Erschließung des neuen Baugebietes könnte also nicht der ganze Bedarf an Bauplätzen gedeckt werden. Mit der Vergabe der Grundstücke solle mit Hilfe des Punktesystems im Dezember begonnen werden, so Börner. Weiterhin würden alle bislang registrierten Interessenten per E-Mail benachrichtigt. Die Bewerbung wird über ein Online-Formular erfolgen. Die Frist endet am 31. Januar 2021. Im kommenden Jahr sollen zunächst im Neubaugebiet Gudensberg-Süd 34 Baugrundstücke vergeben werden sowie sieben in der Hans-Geisser-Straße in Maden. Die sparsame Verwendung von Grund und Boden schlage sich auch in den Zuschnitten der Grundstücke nieder, die jeweils eine Größe zwischen 450 und 700 Quadratmetern haben und für die Bebauung mit Ein- und Zweifamilienhäusern vorgesehen sind, sagte er.

Kaufpreis pro Quadratmeter startet bei 149,30 Euro

Julian Brand von der SPD sprach sich nochmals für das Baugebiet aus: „Es wurde viel diskutiert über die Fläche. Im neuen Baugebiet soll Zukunft geschaffen werden“, sagte er. Es gebe eine Menge Anfragen von Bürgern. „Wir versiegeln nicht wahllos Flächen, sondern vergeben sie nachhaltig“, sagte er. Zeitgleich setze sich die Stadt für den Naturschutz ein. Das Regenrückhaltebecken werde ausgebaut und das Biotop, das eigentlich kein richtiges sei, werde erweitert. An die Kritiker des Baugebietes richtete er: „Keiner hat das Recht gekauft, ein Leben lang einen freien Blick zu haben.“

Der Kaufpreis pro Quadratmeter startet bei 149,30 Euro. „Die Tiefbaukosten sind seit 2015 um über 20 Prozent gestiegen. Schon allein deswegen ergeben sich höhere Verkaufspreise als zuletzt“, so Börner. Die Erschließungskosten (Kanal, Wasser, Straßen, Wege) seien ermittelt und auf die verkaufbaren Flächen verteilt worden. Auch die Ausgaben für naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen wurden darin berücksichtigt. Zur Begründung der Grundstückspreise erklärte Börner weiter: Die Grundstücke an der Hans-Geisser-Straßen seien günstiger, da der Anteil für das Grundstück der Kita berücksichtigt worden sei. „Die darauf entfallenden Erschließungskosten trägt die Stadt.“ Das Baugebiet „Gudensberg-Süd“ habe einen hohen Grünflächenanteil. Das wirke sich steigernd auf den Verkaufspreis aus. „Denn es entsteht nicht verkaufbare Fläche und längere Erschließungswege für Leitungen und Straßen.“

Gudensberg Neubaugebiet: Die Grundstückspreise 

Der Quadratmeterpreis für die 30 Grundstücke im ersten Bauabschnitt des Neubaugebietes Süd liegt bei 149,30 Euro. Die sieben Bauplätze an der Hans-Geisser-Straße in der Gemarkung Maden kosten 121,30 Euro pro Quadratmeter. Hinzu kommt eine Hausanschlusskostenpauschale von 2950 Euro pro Grundstück für die Hausanschlüsse. Die Preise für Baugrundstücke werden wie folgt festgelegt: Maden, Hans-Geisser-Straße 121,30 Euro; Gudensberg-Süd Einfamilienhäuser 149,30 Euro; Gudensberg-Süd, Mehrfamilienhäuser 171,50 Euro und Geschosswohnungsbau 182,61 Euro.

Bürger entscheiden über Straßennamen im Baugebiet Gudensberg

Die Stadt Gudensberg will die Straßennamen im neuen Baugebiet mithilfe von Bürgerbeteiligung benennen. Es werden Straßennamen gesucht, die die Verdienste von europäischen Frauen würdigen. Die Straßen im Neubaugebiet „Auf dem Lerchsfeld“ sollen also nach Frauen benannt werden, die durch ihr Engagement in Europa einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Der Wettbewerb endet am 31. Dezember. Namensvorschläge können mit einer kurzen Begründung als Brief oder E-Mail mithilfe eines Teilnahmeformulars eingereicht werden (kultur@stadt-gudensberg.de). Weitere Vorgabe der Stadt: Die Straßen sollen auch einen Bezug zu den Gudensberger Partnerstädten aufweisen. Gesetzt ist jeweils eine Frau als Namensträgerin aus Polen und der Ukraine, wo die Partnerstädte Gudensbergs liegen. Dadurch soll ein „Europaviertel“ entstehen. Zur Einweihung der Straßen werden die Gewinner des Wettbewerbes eingeladen und enthüllen das Straßenschild. 

Baugebiet in Gudensberg: Freie Wählergemeinschaft Gudensberg hält Beschluss für falsch

Die Freie-Wähler-Gemeinschaft hält die Entscheidung zur Erschließung eines Baugebietes für falsch, heißt es in einer Mitteilung. „In Gudensberg wurden zahlreiche Bauplätze erschlossen. Es gab in nahezu allen Ortsteilen Neubaugebiete oder Bauvorhaben von privaten Investoren.“ Die letzten der mehr als 150 Häuser im Neubaugebiet Steinzeitsiedlung würden gerade erst fertiggestellt und es wurde bereits viel Wohnraum im gesamten Stadtgebiet geschaffen. Dazu komme, dass die Bevölkerung in Gudensberg in nur zehn Jahren um sechs Prozent gewachsen sei und das bei einer insgesamt rückläufigen Bevölkerungsentwicklung in der Region.

In den Augen der FWG sei die Erschließung eines Neubaugebietes in dieser Größenordnung nicht zu rechtfertigen.

Den 40 landwirtschaftlichen Betrieben werde innerhalb von wenigen Jahren die Grundlage ihrer Existenz entzogen. Das große Wachstum führe bereits zu zahlreichen Problemen bei der Infrastruktur. Die stark wachsende Anzahl der Schüler stelle die Schulen sowie in der Nachmittagsbetreuung die Fördervereine vor zahlreiche Herausforderungen. Wachstum sei auch aus Sicht der FWG wichtig, müsse aber nachhaltig sein, im Einklang mit dem Naturschutz stehen und dürfe die bestehende Infrastruktur nicht überfordern.

Von Linett Hanert

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