Saufen ist traurige Realität

Aktionswoche zum Thema Sucht: Theaterabend zeigte Alternativen zum Alkohol

Das macht Spaß und endet bitter: Die beiden jungen Darstellerinnen Joséphine Oeding und Hannah Valentin setzten das Stück um Alkohol mit viel Elan und Spielfreude um. Foto: privat

Gudensberg. Zunehmender Drogenkonsum - und keinen kümmert's? Nicht in Gudensberg: Dort taten sich verschiedene Organisationen wie Stadtjugendpflege, Schulsozialarbeit, Quartier und Drogenberatungsstelle zusammen und bereiteten eine Veranstaltungsreihe unter dem Slogan „Säufst Du noch oder kiffst Du schon?" vor.

Sie wollen informieren, dem Drogenkonsum in der Region entgegenwirken und gemeinsam präventive Ideen entwickeln.

Bei der Auftaktveranstaltung in der vergangenen Woche ging es beim Theaterstück „Saufen - All Night Long“ um exzessiven Alkoholkonsum. 160 Schüler der Dr.-Georg-August-Zinn-Schule und der Odenbergschule aus den Klassen 8 bis 10 waren gekommen.

Man wolle die Jugendlichen mit dem Stück nicht mit erhobenem Zeigefinger verurteilen, sondern spielerisch informieren und zur Auseinandersetzung mit dem Thema Sucht anregen, sagte Stadtjugendpfleger Martin Storm. Er betonte, dass auch die Erwachsenen vor allem im Bereich der legalen Alltagsdrogen von dem Thema betroffen seien und sich sich mit ihrem Verhalten auseinandersetzen müssten. Er lud die Erwachsenenwelt zu den speziell für diese konzipierten Veranstaltungen während der Aktionswoche ein.

Zum Theaterstück: Handlungsort war Berlin-Alexanderplatz und ein Szene-Club in der Hauptstadt. Die Themen: Koma-Saufen und Flatrate- Trinken mit unvermeidlichem Kontrollverlust.

Die beiden 15-jährigen Freundinnen Leo und Maja haben sich lange nicht gesehen. Die Wiedersehensfreude am Bahnhof Berlin-Alexanderplatz ist riesig. Das Berliner Nachtleben lockt. Im angesagten Club „Alive“ läuft eine heiße Party. „Vorglühen“ ist angesagt, schnell noch aufstylen, dann vorbei an den Türstehern in die Disko und ran an die Bar.

Coole Typen sind auch am Start und können Gratisdrinks organisieren - Wein und Wodka fließen in Strömen. Es wird ausgelassen getanzt. Das kann nicht gut ausgehen. Leo verliert mehr und mehr die Kontrolle, Maja ist schlecht. Sie möchte lieber nach Hause, Leo aber ihren neuen Verehrer nicht zurücklassen.

Maja trinkt verzweifelt, um Leo ihre Freundschaft zu beweisen und sinkt zu Boden. Unfähig, ihrer Freundin zu helfen, verschwindet Leo zwischen Bässen im Neonlicht. Die beiden jungen Darstellerinnen Joséphine Oeding und Hannah Valentin setzten den brisanten Stoff souverän um.

Viel mehr Fälle

Beratungslehrerin Elke Wackerbarth von der GAZ machte im Anschluss klar: „Komasaufen ist keinesfalls nur ein Großstadtphänomen, sondern ist auch im Schwalm-Eder-Kreis traurige Realität.“ Die Fälle seien sprunghaft angestiegen, auch hier gebe es keine heile Welt mehr. Das Präventionsprogramm an der GAZ setze sich mit dieser Entwicklung auseinander.

In der Publikumsdiskussion gab es Gelegenheit, das Gesehene zu hinterfragen und mit der Lebenswelt der Schüler in Bezug zu setzen. Die Jugendlichen diskutierten mit und waren authentisch in ihren Reaktionen und Beiträgen. Sie fanden kreative Lösungen und Vorschläge zum sensiblen Umgang mit Alkohol. (red)

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