Hundephysiotherapeutin wirbt für Fürsorge

Auch Tiere sind verspannt

Nicole Schaumlöffel ist mit ganzem Herzen Hundephysiologin in Dissen: Auf dem Bild ist sie mit ihren zwei Hunden Gretchen und Mahoney zu sehen.
+
Nicole Schaumlöffel ist mit ganzem Herzen Hundephysiologin in Dissen: Auf dem Bild ist sie mit ihren zwei Hunden Gretchen und Mahoney zu sehen.

Wer ein Tier besitzt, trägt auch viel Verantwortung und die gesundheitliche Fürsorge spielt eine große Rolle. Das weiß auch Hundephysiotherapeutin Nicole Schaumlöffel aus Dissen.

Dissen – Während der Coronakrise haben viele Menschen mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbracht. Es bleibt mehr Zeit für Familie, Freunde und vielleicht endlich für ein langersehntes Haustier, beispielsweise einen Hund. Doch wurden tatsächlich mehr Hunde aus dem Tierheim aufgenommen? Diese Frage beantwortet Ralf Pomplun, 1. Vorsitzender des Vereins Ein Heim für Tiere in Beuern. „In der Tat vermitteln wir mehr Tiere – zumindest haben wir das Gefühl“, sagt er. „Vor dem Hintergrund, dass die Menschen mehr Zeit haben, nehmen sie vor allem jetzt Tiere auf, damit die sich besser eingewöhnen können.“ Allerdings seien nicht nur Hunde, sondern generell alle Tiere wie Katzen oder Kleintiere vermehrt angeschafft worden.

Tierheim vermittelt 141 Tiere

Von Anfang des Jahres bis Ende Mai hat das Tierheim Beuern 141 Tiere vermittelt, davon 83 Hunde, 47 Katzen und elf Kleintiere. Aber: „Die Bedenken, dass viele Menschen die Tiere nach der Pandemie lange Zeit alleine zuhause lassen oder sie sogar wieder abgeben, die haben wir auch“, erklärt Pomplun. „Natürlich haben wir Sorge, dass eine große Welle an Tieren auf uns zu kommt, die wir aufnehmen müssen.“

Denn wer ein Tier besitze, trage auch viel Verantwortung. Mit ein bisschen Spazierengehen und Füttern sei es da bei Weitem nicht getan. Auch die gesundheitliche Fürsorge spiele eine große Rolle. Das weiß auch Nicole Schaumlöffel aus Dissen. Sie ist Hundephysiotherapeutin und hat in diesem Zusammenhang ein besonderes Anliegen an alle Hundebesitzer: „Die Menschen sollten empfindsamer für ihre Hunde werden. Dadurch, dass Tiere meist nur wenig oder gar keine Schmerzenslaute von sich geben, nehmen viele die Tatsache nicht ernst, dass Hunde Schmerzen haben können.“

Patienten bekommen Hausaufgaben

Der Großteil aller Hunde leide zum Beispiel unter Muskelverspannungen oder Gelenkschmerzen. Doch auch viele Krankheiten, die mit den inneren Organen zu tun haben, könnten auf den Bewegungsapparat des Hundes zurückgeführt werden.

Für die 34-Jährige eine Herzensangelegenheit: Wenn man sich einen Hund anschaffe, solle man ihn zuerst einmal gründlich durchchecken lassen – dazu gehöre für sie auch eine Stunde bei der Physiotherapie. Dort werden Ohren, Augen, Zähne, Krallen, Schleimhäute, Fell, Haut und Muskeln abgecheckt – ähnlich wie bei einer Tierarztuntersuchung. Zusätzlich mache sie eine Ganganalyse. „Ich taste mich langsam vor und bewege alle Gelenke einmal durch, damit ich mir ein Bild machen kann, was los ist“, sagt die studierte Tierphysiologin. Es sei jedoch immer besser, alle Untersuchungen zuvor von einem Tierarzt abklären zu lassen.

„Ich bin keine Wunderheilerin“, sagt sie und lacht. „Die Patienten bekommen Hausaufgaben, wie wir Menschen auch, wenn wir zur Physio gehen“. Das seien einfachste Sportübungen wie Gleichgewichts- und Dehnübungen. Denn in etwa 85 Prozent der Fälle sei die Aufgabe von Schaumlöffel, beim Muskelaufbau der Hunde zu helfen.

Nachfrage zur Hundephysio ist da

Ihre persönliche Empfehlung ist es, einmal im Jahr zur Kontrolle zu kommen. Routineuntersuchungen seien bei Menschen selbstverständlich, bei Hunden noch nicht.

„Wenn die Menschen wirklich wollen, dass der Hund gesund ist, dann geben sie dafür das Geld auch aus. Die Nachfrage zur Physio ist jedenfalls da“, sagt sie. Die Aufklärung über Hundephysiotherapie müsse aber noch wichtiger und mehr werden. „Ich kann das immer wieder nur mit uns Menschen vergleichen – besser früh kommen als zu spät. Dann wird es auch nicht so kostenintensiv wie beispielsweise ein neues Hüftgelenk für den Hund.“

Man müsse bei der Tierphysiologie langsam anfangen und Menschen haben, die mit einem zusammenarbeiten. „Aber ich bin dabei“, sagt Nicole Schaumlöffel motiviert. (Kira Müller)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.