Bürgermeisterwahl

Stichwahl-Krimi in Gudensberg

Blick auf das Rathaus in Gudensberg.
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Blick auf das Rathaus in Gudensberg.

Am Sonntag, 21. November, hat Gudensberg erneut die Wahl: Die unabhängigen Kandidaten Sina Best und Gerd Fröhlich treten zur Stichwahl für das Bürgermeisteramt an.

Gudensberg – Der spannende Kampf um das Bürgermeisteramt in Gudensberg geht in die nächste Rund: Am Sonntag, 21. November, steht die Stichwahl zwischen den beiden unabhängigen Kandidaten Sina Best (SPD unterstützt) und Gerd Fröhlich an.

Allein die Wähler entscheiden, wer ihn gewinnt und wer die Nachfolge von Amtsinhaber Frank Börner (SPD) antritt. Es zeichnet sich erneut eine sehr gute Briefwahlbeteiligung ab. Für die Stichwahl wurden bereits 2010 Briefwahlunterlagen durch die Stadt ausgestellt, teilt Wahlleiterin Sabine Iffert mit.

Bei der Wahl am Sonntag, 7. November, waren die unabhängigen Kandidaten Sina Best, Gerd Fröhlich und Dr. Karsten Heyner (Bürgerliste unterstützt) angetreten. Zur Stichwahl kommt es nun zwischen Best und Fröhlich.

Best kam im ersten Wahlgang auf 46,47 Prozent der 4095 abgegebenen Stimmen, Fröhlich auf 28,77 Prozent und Heyner auf 24,76 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,41 Prozent.

Wir haben den zwei Stichwahl-Kandidaten 15 Fragen zu ihren Themen, Ideen und Ansichten zu Gudensberg, aber auch zu ihrer eigenen Person und zu ihrem Mitbewerber gestellt. Die Antworten finden Sie, liebe Leserinnen und Leser, hier.

Die Wahlbeteiligung lag zuletzt nur bei 52,41 Prozent. Wie wollen Sie am Sonntag, 21. November, mehr Wähler an die Urne locken?
Fröhlich: In den letzten Wochen wurden alle Möglichkeiten genutzt, mit den Wählern in Kontakt zu kommen. Eine hohe Wahlbeteiligung ist erstrebenswert. Das wurde auch in meinen Gesprächen mit den Bürgern immer wieder zum Ausdruck gebracht.  
Best: Ich werbe für eine höhere Wahlbeteiligung und nutze viele Kanäle: Ich verstärke den persönlichen Kontakt zu den Menschen, nutze die Sozialen Medien. Hierfür werfe ich meine gesamte Persönlichkeit und meine Inhalte in die Waagschale. 
Wie gelangen Sie an die Stimmen der Wähler von Dr. Karsten Heyner?
Fröhlich: Da Dr. Karsten Heyner auch weiterhin als Ortsvorsteher tätig ist sollen seine Ideen und Anliegen auch in meine zukünftige Arbeit einfließen. Es hat sich gezeigt, dass wir beide in den sachlichen Inhalten viele Übereinstimmungen haben.

Best: Ich habe allen Wählern ein Angebot mit meinen Visionen, Zielen und meiner Persönlichkeit unterbreitet. Dies gilt nach wie vor auch für die Wähler von Dr. Karsten Heyner, der wie ich engagiert, authentisch und glaubwürdig ist.
Was sagen Sie zu Ihrem Ergebnis des ersten Wahlgangs?
Fröhlich: Mein Ziel war es die Stichwahl zu erreichen und ich bin davon überzeugt, dass mit den weiteren Aktivitäten im Verlauf der letzten beiden Wochen den Bürgern deutlich wurde, wie wichtig und ernst mir die Kandidatur für dieses Amt ist.

Best: Ich bin überwältigt von diesem tollen Ergebnis. Ich bedanke mich herzlich bei meinen Wählern für das entgegengebrachte Vertrauen. Umso wichtiger ist es jetzt zur Stichwahl zu gehen und die Stimme erneut für mich abzugeben. 
Was wird sich im Rathaus ändern, sollten Sie Bürgermeister bzw. Bürgermeisterin werden?
Fröhlich: In jedem Fall die Kommunikation... Entscheidungen müssen transparenter werden. Das Rathaus muss sich als Dienstleister verstehen und die Anliegen der Menschen vor Ort ernst nehmen. 

Best: Als Bürgermeisterin bin ich Dienstleisterin für die Bürger. Gemeinsam mit meinem Rathausteam werden wir unser Handeln auf Bürgernähe, Bürgerbeteiligung und Transparenz für eine bürgerorientierte Verwaltung ausrichten.
Welches sind die beiden wichtigsten Anliegen, die Sie in den ersten 100 Tagen Ihrer Amtszeit sofort umsetzen werden? 
Fröhlich: Ganz klar die zwei Themen Sicherheit und Integration. Die gerade etablierte Sozialkommission wird dem Magistrat beratend zur Seite stehen. Es bedarf einer konstruktiven Zusammenarbeit.

Best: Ich werde als erstes Lösungen für die Sicherheit und Ordnung in der Altstadt aufzeigen und diese angehen. Des Weiteren stehe ich für Bürgernähe und Transparenz, welche ich vom ersten Tag an als Bürgermeisterin vorleben werde. 
Sie stehen beide für Bürgerbeteiligung und Bürgernähe, wie wollen Sie dieser Aufgabe gerecht werden?
Fröhlich: Regelmäßige Bürgerbeteiligung durch z.B. technisch unterstütze Programme, die heute schon auf der Homepage etabliert werden können. Bürgersprechstunden bis hin zu Bürgerentscheiden sind mir dabei ein großes Anliegen.

Best: Mit meinem Wohnortswechsel nach Gudensberg bin ich vom ersten Tag an für alle ansprechbar. Mit mir wird es Bürgersprechstunden und Gespräche mit den Ortbeiräten geben. Ich lade die Bürger ein, gemeinsam an Projekten zu arbeiten.
Was ist der prägnanteste Unterschied zwischen Ihnen und Ihrem Kontrahenten bzw. Ihrer Kontrahentin?
Fröhlich: Meine Verbundenheit für Gudensberg ist seit Jahrzehnten gewachsen. Entscheidend sind die Menschen und die Anliegen vor Ort. Es geht darum über die Parteigrenzen hinweg im Parlament Mehrheiten für unsere Zukunftsprojekte zu organisieren.

Best: Ich komme mit neutralem Blick, ohne Verpflichtungen von außen. Ich habe Erfahrung in der Kommunalpolitik, Kompetenz in der Verwaltung, stehe mitten im Arbeitsleben, bin jung und will langfristig in Gudensberg Bürgermeisterin sein.
Vor welchen Herausforderungen steht Gudensberg?
Fröhlich: Sicherheit schaffen! Wachstum so viel wie nötig, Entwicklung so viel wie möglich und dabei die Finanzen der Stadt genau im Auge behalten!

Best: Wir werden Lösungen für die Themen Sicherheit, Ordnung & Integration erarbeiten, die Bürger für ihre Stadt mit transparentem Handeln begeistern und beteiligen. Gemeinsam werden wir die Zusammenarbeit der Fraktionen verbessern.
In der Politik gibt es einen Trend, mehr Persönlichkeiten als Inhalte in den Vordergrund zu stellen. Welche Konsequenzen hat das für Ihren Wahlkampf?
Fröhlich: Mir sind die Sachthemen besonders wichtig. Gerade der Wahlkampf mit drei unterschiedlichen Kandidaten hat es geschafft, Themen auf die Tagesordnung zu bringen, die lange ungern thematisiert wurden.

Best: Themen brauchen Köpfe. Inhalte und Persönlichkeit gehören zusammen. Inhaltlich biete ich ein umfangreiches Wahlprogramm und mit mir eine Persönlichkeit an, die anpackt, authentisch, kompetent und glaubwürdig ist.
Was würden Sie antworten, wenn jemand im Wahlkampf zu Ihnen sagt: „Junge Frau, was wollen Sie mir denn erzählen?“ oder „Wie wollen Sie als 60-Jähriger junge Leute erreichen“?
Fröhlich: Ob man junge Menschen erreicht, ist keine Frage des Alters, sondern wie man die Kommunikation gestaltet. Für mich ist eine zentrale Antwort „Social Media“ (Facebook, etc.). In meinen Ehrenämtern bin ich mit vielen jungen Menschen vernetzt. 

Best: Ganz klar: Kompetenz und Erfahrung ist keine Frage des Alters und des Geschlechts.
Angela Merkel war 16 Jahre Kanzlerin, im Landkreis gibt es nur eine Bürgermeisterin und unter den 31 Gudensberger Stadtverordneten sind nur 9 Frauen. Ist es noch ungewöhnlich, mit einer Gegenkandidatin in den Wahlkampf zu ziehen bzw. als Kandidatin anzutreten?
Fröhlich: Für mich nicht. Gerade in der heutigen Zeit bringen sich nicht nur Frauen in Führungspositionen konstruktiv ein. Schon bei meiner Arbeit in den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, welche Vorteile das Arbeiten in gemischten Teams hat.

Best: Es gibt tatsächlich zu wenig Frauen in der Politik. Gleichzeitig sollte es aber darum gehen, wer für das Amt die Kompetenz und Erfahrung in Führung, Politik und Verwaltung mitbringt. Beides kann ich erfüllen und wäre die BESTe Wahl.
Würden Sie von einem fairen Wahlkampf sprechen?
Fröhlich: Ja! Den fairen Umgang habe ich in den Diskussionen geschätzt. Die ungeschriebenen Spielregeln wurden von allen eingehalten.

Best: Ich habe den Wahlkampf bis zur Wahl als fair empfunden. Dafür danke ich den beiden Mitstreitern. Ich hoffe natürlich, dass der weitere Wahlkampf auch fair bleibt. Für mich ist ein anständiger Wahlkampf selbstverständlich. 
Was schätzen Sie an Ihrer Gegenkandidatin bzw. an Ihrem Gegenkandidaten?
Fröhlich: Während des Wahlkampfes habe ich Sina Best als eine engagierte junge Frau kennengelernt. Der Umgang war fair. Dafür möchte ich mich bei ihr bedanken.

Best: Ich schätze sein ehrenamtliches Engagement.
Wem gebührt Ihr größter Dank, wenn Sie gewählt werden?
Fröhlich: In erster Linie meiner Frau und meiner Familie. Für ihre Unterstützung bin ich sehr dankbar – sowie natürlich meinen Wählern und allen, die mich motiviert und unterstützt haben auf diesem Weg.

Best: Ganz klar: Meinem Partner. Ohne seine Unterstützung und sein Engagement wäre mein über 12 Wochen langer und intensiver Wahlkampf neben meinem Vollzeitjob, unserem Familienleben und meinen Ehrenämter nicht leistbar gewesen.
Es kann nur einen bzw. eine geben? Warum sollten Sie der eine bzw. die eine sein?
Fröhlich: Weil ich meine Qualifikation, die gewachsene Verbundenheit zu Gudensberg - nicht zuletzt durch meine vielen Jahre im Ehrenamt – und dabei jede Menge Lebenserfahrung mitbringe, um dieses Amt mit Innovation und Leben zu erfüllen.

Best: Ganz einfach: Weil es um die Zukunft von Gudensberg geht. Gudensberg ist für mich eine Herzensangelegenheit geworden. Mit meiner Kompetenz in Führung, Verwaltung, Politik will ich die Zukunft der Stadt langfristig gestalten.

Zur Person: Sina Best (33) mit ihrem Partner und dessen zwei Söhnen wohnt sie in Dorfitter und Spangenberg. Die unabhängige Kandidatin wird von der Gudensberger SPD unterstützt. Sie ist Leiterin der Finanzabteilung und stellvertretende Büroleiterin der Gemeinde Edertal. Dass sie nicht aus Gudensberg stammt, sieht sie als Vorteil: „Ich habe keine Freunde und auch keine Feinde. Keine Seilschaften“, sagte sie im Interview.

Zur Person: Gerd Fröhlich (60) wohnt in Gudensberg, verheiratet, zwei Kinder. Er ist unabhängiger Kandidat. Der Dipl.-Ing. der Elektrotechnik, arbeitete 36 Jahre in Industrieunternehmen - auch in Führungspositionen. Zuletzt bei B. Braun. 2019 hat er das Unternehmen verlassen, weil er viel Glück im Leben hatte und der Gesellschaft etwas zurückgeben wollte, sagte er im Interview. Sein Slogan: „Gemeinsam für Gudensberg“. (Maja Yüce)

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