Division Schnelle Kräfte in Gudensberg

100 Fallschirm-Jäger der Bundeswehr landen in Hessen

Die Division der Schnellen Kräfte der Bundeswehr übte den Fallschirmsprung über Gudensberg.
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Die Division der Schnellen Kräfte der Bundeswehr übte den Fallschirmsprung über Gudensberg.

Rund 100 Soldaten der Division Schnelle Kräfte waren in den vergangenen Tagen am Himmel über Gudensberg zu sehen. Sie sprangen aus Flugzeugen ab und übten das Fallen und Landen.

Los ging es für die Soldaten auf dem Flugplatz der Bundeswehr in Fritzlar. Nach einer Einweisung in den Ablauf, den Start- und Landeplatz und über die aktuellen Witterungsbedingungen in der Landezone startete die Übung. Nach dem Anlegen von Schirm- und Reserveschirm wurde der Sitz der Ausrüstung bei jedem Springer vor dem Einsteigen in den Flieger kontrolliert. Im Bundeswehrjargon heißt das Einsteigen in die Luftfahrzeuge „beschuffeln“.

Fallschirmjäger über Gudensberg: Der Flug

Sind die Maschinen „beschuffelt“ und jeder Soldat angeschnallt, beginnt der Flug in Richtung Absetzplatz. Je nach Gegebenheiten gehen rund fünf Minuten vor dem Absprung die Türen der Maschine auf, der Luftraum wird kontrolliert, die Springer stehen auf und haken sich ein.

Zwei Minuten vor dem Absprung werden an die Springer erneut Orientierungspunkte durchgegeben. Dies ist vor allem deshalb wichtig, da die Springer meist keine Sicht nach draußen haben.

Nach der Landung geht es weiter, denn die Soldaten üben mehrmals täglich das Springen aus dem Flieger.

Fallschirmjäger über Gudensberg: Der Absprung

Über Gudensberg sprangen die Soldaten dann in der Regel aus rund 400 Metern aus dem Transportflugzeug C-160 Transall. Zusätzlich sind auch ein Multifunktionshubschrauber und ein weiteres Transportflugzeug im Einsatz. Aus diesen Luftfahrzeugen wurden die Freifaller aus 3500 Metern abgesetzt.

„Die Absetzhöhe hängt immer vom Luftfahrzeug und der Fluggeschwindigkeit ab und kann daher variieren“, erklärt der Oberstabsgefreite Nico Engler von der Division Schnelle Kräfte aus Stadtallendorf. Es gelte: Je langsamer das Flugzeug, desto größer ist die Absetzhöhe.

Nach dem Absprung ist jeder Fallschirmjäger selbst verantwortlich für den Flug zum Zielpunkt, dem Erkennen und Ausweichen von Gefahren und der verletzungsfreien Landung. Haben die Soldaten das Flugzeug verlassen, sind sie beim Sprung aus 400 Metern etwa 45 Sekunden in der Luft. „Allerdings variiert diese Zeitspanne aufgrund unterschiedlicher Witterungsbedingungen und dem Gewicht der Springer und ihrer Ausrüstung“, erklärt Engler.

Fallschirmjäger über Gudensberg: Der freie Fall

Bei den Springern, die aus 3500 Metern abgesetzt werden, gibt es ganz unterschiedliche Verfahren. Sie können wesentlich länger in der Luft bleiben: Von 90 Sekunden bis zu vielen Minuten mehr – bei noch höheren Sprüngen sind auch Gleitphasen über Stunden möglich. „Eine solche Belastung ist nur auszuhalten, wenn die Soldaten regelmäßig trainieren und eine qualitativ hochwertige Ausbildung die Grundlage für jeden Sprung bildet“, so Engler. Um aus Flugzeugen springen zu dürfen, müssen die Soldaten einen dreiwöchigen Grundlehrgang und eine ärztliche Untersuchung bestehen.

Die Ausbildung findet am Ausbildungsstützung Luftlande/Lufttransport in Altenstadt, in Oberbayern, statt. Am Ende des Lehrgangs, muss jeder Springer fünf Sprünge absolvieren, davon einen bei Nacht. Eine hohe körperliche Fitness und Leistungsbereitschaft werde vorausgesetzt. „Diese ist nicht nur für den Sprung an sich besonders wichtig. Der eigentliche Einsatz der Fallschirmjäger beginnt meistens erst nach der Landung am Boden, oft mit kilometerweiten Märschen und schweren Lasten“, so Engler.

Fallschirmjäger über Gudensberg: Die Pandemie

In den vergangenen Jahren fand der Sprungdienst der Division Schnelle Kräfte am Edersee statt. Dabei wurde die Wasserlandung geübt. Auch dieses Jahr plante man zunächst dieses Manöver, musste es jedoch wegen der Coronapandemie ausfallen lassen. Deshalb waren die Fallschirmjäger jetzt über Gudensberg zu sehen.

Weil auch innerhalb der Flugzeuge die Abstandsregeln eingehalten werden, durften so weniger Springer in die Maschinen. Mit der Folge, dass bei gleicher Zeit weniger Sprünge stattfanden. (Philipp Lorenz)

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