Alle Fraktionsmitglieder verlassen Gudensberger Wohnort

Die Fraktion der Grünen verlässt das Gudensberger Stadtparlament

ARCHIV - Das Logo von Bündnis 90/Die Grünen steht am 23.02.2013 in Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) auf einem Aufsteller der Partei. (zu dpa "Grüne diskutieren ihre politische Lage in Niedersachsen" vom 11.11.2017) Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
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Die Fraktion der Grünen verlässt das Gudensberger Stadtparlament

Die Grünen/Bündnis 90 ziehen sich aus der Gudensberger Stadtverordnetenversammlung zurück. Die Fraktion mit vier Sitzen – drei Stadtverordnete, ein Magistratmitglied – löst sich auf und ist demnach bis zur Kommunalwahl im März 2021 nicht mehr Teil des Stadtparlamentes. Auch Volker Stöhr tritt von seinem Mandat als Stadtrat im Magistrat zurück.

Private Gründe hätten zur Auflösung der Fraktion geführt, erklärt Marcel Breidenstein. Er war der stellvertretende Fraktionsvorsitzende. So wie Breidenstein, seien die anderen Fraktionsmitglieder ebenfalls verzogen. „Sodass sich die Fraktion aufgelöst hat“, sagt er.

Breidenstein saß seit 2011 für die Grünen im Gudensberger Stadtparlament. Zum 1. Oktober zog er nun in den Landkreis Kassel. Rückblickend sei Breidenstein stolz auf die Arbeit der Grünen in Gudensberg. Er erinnert sich an die Zeit nach der Kommunalwahl 2011. Damals gingen die Menschen in Gudensberg auf die Straße, um für ein besseres Tierwohl zu demonstrieren. Grund dafür war die Erweiterung des Geflügelschlachtbetriebes Plukon. In diesem Zusammenhang sollte auch eine Biofilteranlage in dem Betrieb verbaut werden, um die Geruchsbelästigung im Ort zu verbessern. „Daraus hatte sich dann auch eine Bürgerinitiative gegründet“, sagt Breidenstein. Er verlasse das Parlament mit einem weinenden Auge. Und weiter: „Ich habe mein ganzes Leben in Gudensberg verbracht, mir lag viel an den Themen.“ Es sei deshalb keine leichte Entscheidung gewesen, der Stadtpolitik den Rücken zu kehren.

Marcel Breidenstein

Er könne sich aber vorstellen, weiterhin für die Grünen kommunalpolitisch aktiv zu sein. Zur nächsten Kommunalwahl werde er sich nicht aufstellen lassen, „aber was danach kommt, ist noch offen“, sagt er. Auch vom Gudensberger Parlament verabschiede er sich mit einem etwas traurigen Gefühl. „Natürlich ist es sehr, sehr unglücklich, dass die Fraktion nun nicht mehr vertreten ist. Wir haben einen Wählerauftrag“, sagt er. Weil während der aktuellen Legislaturperiode schon jemand nachgerückt ist, waren die Wahlvorschläge der Fraktion aufgebraucht. Deshalb gebe es keine Nachrücker bis zur nächsten Kommunalwahl. Breidenstein ist aber zuversichtlich, dass die Fraktion nach der Kommunalwahl aber wieder in der Stadtverordnetenversammlung mitmischen werde. „Es werden sich bestimmt Kandidaten finden.“ Denn der Ortsverein der Grünen in Gudensberg bestehe fort.

Breidenstein war für die Grünen auch im Kreistag. Dieses Mandat gibt er ebenfalls ab. Im Kreistag wird es einen Nachrücker geben. Wer das sein wird, stehe aber noch nicht fest.

Von Linett Hanert

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