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Boje für bessere Wasserqualität: Dissener Student entwickelt Prototypen aus dem 3D-Drucker

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Von: Cora Zinn

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Der Prototyp (links) von Fabian Boccacci (rechts) schwimmt derzeit auf dem Bodensee. Der Dissener absolvierte ein duales Studium bei Vodafone und hat eine Boje entwickelt, um die Wasserqualität zu bestimmen. Der Prototyp (links) von Fabian Boccacci (rechts) schwimmt derzeit auf dem Bodensee. Der Dissener absolvierte ein duales Studium bei Vodafone und hat eine Boje entwickelt, um die Wasserqualität zu bestimmen.
Fabian Boccacci absolvierte ein duales Studium bei Vodafone und hat eine Boje entwickelt, um die Wasserqualität zu bestimmen. © Cora Zinn

Dissener Student Fabian Boccacci entwickelt einen Prototypen aus dem 3D-Drucker, um die Wasserqualität zu beobachten.

Dissen – Fabian Boccacci aus Dissen hat eine Boje aus dem 3D-Drucker entwickelt. Sie überwacht die Wasserqualität in Seen. „Ich habe mich schon immer für Technik und Umwelt interessiert. Die Boje verbindet beides miteinander“, sagt Boccacci, der bis zur zehnten Klasse die Dr.-Georg-August-Zinn-Schule in Gudensberg besucht hat.

Nach dem Abitur am Lichtenberg-Gymnasium in Kassel hat der 22-Jährige ein duales Studium absolviert. Er studierte Wirtschaftsingenieurwesen in Stuttgart und arbeitete bei Vodafone in Düsseldorf. Mit Vodafone hat er auch die Boje für seine Bachelorarbeit entwickelt.

Duales Studium bei Vodafone: Dissener Fabian Boccacci entwickelte Boje, um Wasserqualität zu prüfen

Im dualen Studium wechselte Boccacci alle drei Monate zwischen Vodafone und Uni: „Das Semester ging immer nur 12 Wochen. Da wurde der Stoff doch immer deutlich komprimiert“, sagt er.

Boccacci hat sich während seines Studiums immer mehr mit dem Thema Umwelt befasst. „Seen sind empfindliche Ökosysteme. Daher müssen Wasserflächen und Uferzonen immer intensiver bewacht werden“, sagt er. Keime aus Abwässern oder Algenwachstum können die gute Wasserqualität einiger Seen beeinträchtigen. Ein dauerhafter Gewässerschutz sei daher unverzichtbar.

Prototyp schwimmt auf dem Bodensee bei Langenargen

Für händische Proben sei der Aufwand aber viel zu hoch: „Proben nehmen, Werte auf Papier schreiben und alles dokumentieren. Diese Aspekte wollte ich automatisieren und schlichtweg vereinfachen“, sagt Boccacci.

Vodafone teste die Boje bereits im Bodensee bei Langenargen. Im Unterschied zu anderen Lösungen überträgt Boccaccis Boje Daten nicht über das herkömmliche Mobilfunknetz, in dem Smartphones funken, sondern über das spezielle Maschinennetz „Narrowband IoT“. „Da nur Strom verbraucht wird, wenn wirklich Daten fließen, übermitteln die Sensoren stündlich und besonders energieeffizient die Messergebnisse“, sagt er.

Der Prototyp (links) von Fabian Boccacci (rechts) schwimmt derzeit auf dem Bodensee. Der Dissener absolvierte ein duales Studium bei Vodafone und hat eine Boje entwickelt, um die Wasserqualität zu bestimmen. Der Prototyp (links) von Fabian Boccacci (rechts) schwimmt derzeit auf dem Bodensee. Der Dissener absolvierte ein duales Studium bei Vodafone und hat eine Boje entwickelt, um die Wasserqualität zu bestimmen.
Der Prototyp von Fabian Boccacci schwimmt derzeit auf dem Bodensee. Die Boje überprüft die Wasserqualität. © Fabian Boccacci

Mit der Boje könne man akute Verschmutzungen tagesaktuell erkennen. Sensoren, wie sie in Boccaccis Boje zum Einsatz kommen, bieten eine automatisierte Lösung: Denn bei der Messung von Parametern wie Temperatur, pH-Wert oder Trübung kommen sie ohne die Überwachung durch einen Menschen aus und können dadurch Kosten und Zeit für die Wartung minimieren. Der Student hat sie aus dem 3D-Drucker entwickelt, weil das kostengünstiger sei. „Es gibt schon andere Bojen, die aber alle sehr teuer in der Herstellung sind“, sagt er. Neben zahlreichen Sensoren verfügt die Boje über ein Solarmodul und damit über eine autarke Energieversorgung. Ein weiterer Vorteil der Boje sei ihre kleine Größe: Sie könne von nur einer Person einfach ins Wasser gesetzt werden.

Seine Boje sei für stille Gewässer ausgelegt. Der Test am Bodensee sei sehr aufregend gewesen: „Der Bodensee ist gar nicht so still“, sagt er und lacht. Dennoch habe am Testtag alles funktioniert.

Fabian Boccacci aus Dissen will nach seinem Bachelor noch ein Masterstudium anhängen

Die Boje werde für zwei Monate am Bodensee getestet. „Danach entscheidet sich, ob der Prototyp so funktioniert und ob er dann möglicherweise auch in den Handel kommt“, sagt Boccacci.

Der 22-jährige Dissener will sich nach seinem erfolgreichen Bachelor nun in einem Masterstudium weiterbilden, wo ist noch offen. (Cora Zinn)

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