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Gute Ernte im Trockenjahr: Mehr als fünf Tonnen Weintrauben von Scharfenstein und Neuselsberg

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Von: Manfred Schaake

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Fleißige Helfer: Unser Bild zeigt einen Teil der Unterstützer, die am Scharfenstein und am Neuselsberg zur Weinlese gekommen waren.
Fleißige Helfer: Unser Bild zeigt einen Teil der Unterstützer, die am Scharfenstein und am Neuselsberg zur Weinlese gekommen waren. © Manfred Schaake

Rund 30 Helfer haben bei der Weinlese in Dissen geholfen. Das Ergebnis: Mehr als fünf Tonnen Trauben.

Dissen – Trotz der extremen Trockenheit ist die Weinernte am Scharfenstein und Neuselsberg in Dissen gut ausgefallen: Rund 30 Helfer waren am Sonntag im Einsatz, am Abend waren es mehr als fünf Tonnen Trauben – mehr als im Vorjahr. Noch in der Nacht zum Montag brachte Landwirt Klaus Minkel die Trauben ins Weingut Steffen Lahm in Nack bei Alzey in Rheinhessen. Dort wird der Wein produziert.

Aus der Ernte des Vorjahres hatte Minkel zwei Sorten seines Nordhessenweines angeboten: feinfruchtig und süß. Er ist noch erhältlich. Vom Böddiger Berg hatte es im Vorjahr wegen schwerer Frostschäden erstmals seit den 1950-er Jahren überhaupt keinen Wein gegeben (siehe Hintergrund).

Auf einer Fläche von 6100 Quadratmetern baut Klaus Minkel die Rebsorten Solaris, Cabernet Blanc und Pinotin an

Am Sonntag hatte Klaus Minkel noch starke Bedenken: „Den Trauben fehlt Wasser.“ Da hatte der Diplom-Agraringenieur noch Sorgen, die Ernte werde schlechter ausfallen als 2021. Abends dann war er „positiv überrascht“: „Ich bin zufrieden und freue mich, die Ernte ist trotz des Wassermangels unerwartet gut, besser als im Vorjahr.“ Erfreulich sei, dass überhaupt keine faulen Trauben auszulesen waren, sagte Minkel. Der Wespenbefall habe zugenommen, bisher aber kaum geschadet. Das sei der Grund dafür, die Trauben drei Wochen früher als im Vorjahr zu lesen.

Auf einer genehmigten Fläche von 6100 Quadratmetern baut Minkel in schönster Lage im Chattengau die Rebsorten Solaris, Cabernet Blanc und Pinotin an. Das sind so genannte Piwi-Reben, nach den Worten Minkels besonders widerstandsfähig gegen Pilzkrankheiten.

Aus dem Hobby ist mehr geworden – Im Frühjahr 2020 ist der Wein erstmals in den Verkauf gegangen

1995 hatte er mit dem Weinanbau begonnen. Zunächst war es nur ein Hobby. Inzwischen ist er Fachmann. Auch ihm bereitet der Klimawandel Sorgen, fand doch die Lese drei Wochen früher als im Vorjahr statt. Zum Thema Trockenheit sagt er: „Viele Winzer haben mittlerweile in künstliche Bewässerung investiert. Für meinen kleinen Anbau halte ich dies nicht für nachhaltig.“ Zudem baue er auf Boden an, „auf dem die Reben nach einigen Jahren guter Wurzelentwicklung recht gut mit der Trockenheit fertig werden“.

In Verbindung mit gesunden und frühreifen Sorten möchte er mit sehr wenig Aufwand in der Pilzbekämpfung auskommen „und lieber eine geringere Ernte einfahren“.

Im Frühjahr 2020 war der Wein erstmals in den Verkauf gegangen. Vom Jahrgang 2021 gibt es jetzt noch Vorräte in der Nudelwelt Gudensberg und im Kurhessenlädchen Melsungen.

Die Weinlese in Dissen stößt inzwischen auf großes Interesse. Diesmal war gar kein Aufruf nötig. Minkel konnte auf viele Unterstützer zurückgreifen. Unter ihnen auch Damen-Fußballerinnen der FSG Gudensberg mit Trainer Sebastian Stahl sowie Co- und Torwarttrainer Eric Schmidt. „Klaus Minkel unterstützt uns, und wir helfen ihm“, sagten die Trainer. Mit viel Freude dabei waren einmal mehr Martina und Günter Mathias aus Kirchhof: „Die Weinlese bereitet allen viel Freude und man tut ein gutes Werk.“ (Manfred Schaake)

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