Besonderes Kunstwerk

Ein Graffiti für die Hauswand: Gudensberger Jugendwohngruppe gibt es seit 40 Jahren

Erschufen gemeinsam mit den Jugendlichen ein ganz besonderes Kunstwerk: die Pädagogen der Jugendwohngruppe mit von links Jürgen Breustedt, Simone Sinatra, Max Brune, Markus Tausche und Sandy Frohme mit Stefan Gebhardt (hinten von rechts), Dustin Schenk und Linus Lehnert von Kolorcubes.
+
Erschufen gemeinsam mit den Jugendlichen ein ganz besonderes Kunstwerk: die Pädagogen der Jugendwohngruppe mit von links Jürgen Breustedt, Simone Sinatra, Max Brune, Markus Tausche und Sandy Frohme mit Stefan Gebhardt (hinten von rechts), Dustin Schenk und Linus Lehnert von Kolorcubes.

Seit 40 Jahren gibt es sie nun, die Gudensberger Jugendwohngruppe des Verbunds sozialpädagogischer Kleingruppen. Grund zum Feiern auch in Pandemiezeiten, nur eben anders als gewohnt.

„Aufgrund der Umstände war an die Planung eines größeren Festes mit Gästen nicht zu denken, doch uns allen war klar, dass wir unser 40-jähriges Bestehen nicht sang- und klanglos untergehen lassen, sondern trotz der Pandemie würdigen wollten“, sagt Einrichtungsleiter Jürgen Breustedt, der deshalb im Frühjahr gemeinsam mit seinem Team und den betreuten Jugendlichen in die Planung verschiedener Aktionen startete.

Am 1. Mai, exakt vier Jahrzehnte nach Gründung der Jugendwohngruppe, machten sich 40 Luftballons mit kleinen Grußkarten auf gen Himmel. „Einige Tage später haben wir tatsächlich eine erste Antwort aus Herzberg im Harz bekommen“, freut sich der Pädagoge über die kleine Motivationsspritze, um direkt die nächste Geburtstagsaktion anzugehen: ein Graffitiworkshop mit den Kasseler Streetartexperten von Kolorcubes. Ziel: Der rückwärtigen Hauswand der Jugendwohngruppe in der Kasseler Straße sollte ein freies und buntes Unikat verpasst werden.

Gesagt, getan. Einem ersten Treffen im Juni folgten schnell konkrete Ideen, und denen in der vergangenen Woche nun auch Taten, als Kolorcubes-Projektleiter Dustin Schenk und Team mit jeder Menge Farben, Pinseln und weiteren Utensilien anrückten, um die triste Hauswand in ein kunterbuntes Kunstwerk zu verwandeln. Das dafür benötigte Gerüst hatte die Kasseler Firma Westermann da schon aufgebaut, sodass alle gemeinsam direkt loslegen konnten. Während Schenk die vorbereitenden Arbeiten erledigte, versuchten sich die Jugendlichen in der Graffitikunst zunächst an einer gespannten Folie, wie sie es schon bei einem Besuch im Kasseler Kolorcubes-Atelier im Juli getan hatten.

„Leider erwischte uns nach zwei Stunden ein heftiger Regenschauer, dennoch wurde das Tagespensum geschafft, sodass am nächsten Tag das entstehen konnte, was entstehen sollte“, berichtet Breustedt und freut sich riesig über das etwa drei mal vier Meter große Bild, das nun „farbenfroh und stimmig eingebettet in unseren Hof sowohl im Ganzen, als auch in seinen einzelnen Elementen viel Raum für Phantasie und Interpretation liefert“. Ganz nebenbei seien auch erfreuliche Bande geknüpft worden: „Einer unserer Jugendlichen ist durch das Projekt so begeistert von den Möglichkeiten dieses kreativen Schaffens, dass er nun ein Praktikum bei Kolorcubes absolvieren möchte.“

Wenn nun das Pandemiegeschehen mitspielt, werden im Spätsommer die Gäste eines kleinen Hoffestes das Kunstwerk bewundern können. Jürgen Breustedt: „Dazu wollen wir unbedingt Dorothea und Jochem Hamacher einladen, die über 30 Jahre die Geschicke des Verbunds Gudensberg gelenkt haben und von denen sich unsere Jugendlichen wünschen, in einer Art Talkrunde etwas über frühere Zeiten der Wohngruppe und der Jugendhilfe zu erfahren.“ Danach sei noch ein Filmbeitrag oder zumindest eine Diashow geplant, um das Jubiläum unter besonderen Umständen auch in einer besonderen Art und Weise zu dokumentieren. (Sascha Hoffmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.