Sachbuch über Freundschaften - Lesung in Gudensberg

Edermünder Autorin Rebekka Knoll veröffentlicht gemeinsam mit Psychologin Ratgeber über Freundschaften

Lesen am Samstag in der Georg-August-Zinn-Schule in Gudensberg aus ihrem Buch „Freunde fürs Leben?“: von links Rebecca Schild und Rebekka Knoll.
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Lesen am Samstag in der Georg-August-Zinn-Schule in Gudensberg aus ihrem Buch „Freunde fürs Leben?“: von links Rebecca Schild und Rebekka Knoll.

Kennengelernt haben sie sich vor 19 Jahren in der Georg-August-Zinn-Schule in Gudensberg, dem Ort, wo auch ihr Buch spielt: die Autorin Rebekka Knoll aus Edermünde und Psychologin Rebecca Schild aus Kassel. In ihrem jetzt im EMF-Verlag veröffentlichten Sachbuch „Freude fürs Leben?“ setzen sie sich mit Freundschaften auseinander, warum diese Nähe brauchen und wann es Zeit wird loszulassen.

Das erste Mal trafen sie – wie sollte es anders sein – beim Lesewettbewerb in der sechsten Klasse aufeinander. Sie traten gegeneinander an. Die Liebe zu Büchern teilten sie schon immer.

„Es war keine Liebe auf den ersten Blick zwischen uns, wir haben etwas Zeit gebraucht“, gesteht Rebekka Knoll. Doch ein Jahr später ist aus der Kontrahenten-Begegnung beim Lesewettbewerb eine enge Freundschaft entstanden. „Die auch während des Studiums über 600 Kilometer Entfernung gehalten hat“, erzählt Rebecca Schild.

Was ihnen schon immer wichtig war und auch zur Entstehung des Buches geführt hat: Kommunikation. „Ich habe meiner Agentin oft von den Gesprächen zwischen mir und Rebecca erzählt und sie brachte mich dann auf die Idee, einmal etwas zusammen zu schreiben“, erzählt Rebekka Knoll.

Zwar üben die beiden völlig unterschiedliche Berufe aus, „aber genau das macht unsere Gespräche vielleicht so interessant“, sagt Rebecca Schild. Vor einem Jahr haben sie mit dem Schreiben begonnen. Aus dem gemeinsamen Urlaub an der Nordsee wurde ein Kreativurlaub fürs Schreiben, erzählen sie. Das Buch ist ein Zusammenspiel aus Beispielen ihrer Freundschaften und Ratschläge. „Es gibt viele Ratgeber über Beziehung und Selbstoptimierung, um Freundschaften geht es nur selten“, erklärt Rebecca Schild. Die Themen gingen den beiden nicht aus: „Wir haben stundenlang über Freundschaften und Konfliktpotenzial geredet“, sagen sie. Auch Neid und Eifersucht sind ein Thema. „Das war uns wichtig, weil viele immer sagen, dass es so etwas in Freundschaften nicht geben darf“, erklären sie. Ihnen sei es wichtig, auch toxische Dynamiken in Freundschaften aufzugreifen.

Rebecca Schild konnte aus ihrer psychologischen Expertise schöpfen: Zwischen den Kapiteln des Buches werden die Leser zur Interaktion aufgerufen: „Dann gibt es immer einen Abschnitt, in dem sich der Leser Zeit für sich nehmen kann“, erklärt Rebecca Schild.

So haben sie Tests in das Buch integriert. In einem kann analysiert werden, wie jemand bei einem Streit reagiert und was das für Konsequenzen für eine Freundschaft hat. „Und mit dem Test können sich die Leser selbst reflektieren.“ Ihr Motto: Freundschaften müssen nicht bei jeder Streitigkeit sofort beendet werden.

Und was das Geheimnis einer langen Freundschaft ist, darauf haben sie auch eine Antwort: „Das Platonisch-Nackt-Prinzip.“ Einander offen begegnen, seine ‘Rüstung’ ablegen, alle seine Facetten zeigen und diese auch beim Gegenüber akzeptieren, sind sie sicher.

Am Samstag lesen Rebekka und Rebecca erneut. Dieses mal gemeinsam – anders als in der sechsten Klasse – aber wieder in ihrer Schule, wo sie sich das erste Mal kennenlernten und ihre Freundschaft besiegelten.

Termin: Lesung mit Sektempfang aus „Freunde fürs Leben“ am Samstag, 19. September, ab 18 Uhr in der Georg-August-Zinn-Schule in Gudensberg. Wegen der Pandemie wird um Anmeldungen gebeten an: podcast@platonischnackt.de.

Von Linett Hanert

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