250 Menschen in Gudensberg

Arbeitskreis Willkommen unterrichtet für Flüchtlinge im Familienzentrum

Sie unterstützen die Hilfe für Asylbewerber, Flüchtlinge und EU-Ausländer: Mit dem Plakat und vielen Köpfen wirbt der Arbeitskreis Willkommen dafür, mit den Menschen, die zu uns kommen, besser Kontakte aufzunehmen. 

Gudensberg. Dreimal in der Woche wird Deutsch gelernt. Ehrenamtliche vom „Arbeitskreis Willkommen" unterrichten im Familienzentrum Quartier die, die noch kein Deutsch können.

Seit dem Frühjahr gibt es den Arbeitskreis, in dem sich Menschen engagieren, die etwas tun wollen für diejenigen, die fremd sind in ihrer Stadt, die Orientierung und Unterstützung in vielfältiger Hinsicht benötigen. Jetzt, wo die Zahl der Flüchtlinge stark zunehmen wird in allen Kommunen des Kreises, sind ihre Erfahrungen wichtig.

Das Problem: Etwa 250 EU-Bürger, Rumänen und Bulgaren, Portugiesen und Polen, leben seit geraumer Zeit in Gudensberg, arbeiten hauptsächlich in der Geflügelschlachterei der Firma Plukon. Für sie gilt: Wie finde ich bezahlbaren Wohnraum, wie verständige ich mich, wer hilft mir bei alltäglichen Problemen? Das wird auch auf alle Flüchtlinge zutreffen.

Das Angebot: An dieser Stelle setzt der Arbeitskreis an: „Wir bieten allen Beteiligten an, uns bei Problemen zu kümmern“, sagt Dorothea Hamacher. Sie will mögliche Vermieter ermutigen, Wohnraum für Asylbewerber und Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, denn den gebe es, auch in Gudensberg. „Aber da gibt es viele Vorbehalte bei Eigentümern“, habe man erfahren.

Dabei sei es für eine positive Integrationsarbeit viel sinnvoller, die Menschen in Wohnungen in der Gemeinde unterzubringen, als Massenunterkünfte zu schaffen. Daran gelte es zu arbeiten.

Konkrete Hilfen: Um Menschen miteinander in Verbindung zu bringen, gibt es beim Arbeitskreis verschiedene Initiativen, die schon im Kleinen sehr erfolgreich arbeiten. • Ansprechpartner sein: Bei Fragen können sich Asylbewerber, Flüchtlinge, Ausländer an den Arbeitskreis wenden. Er hilft bei Verständigungsschwierigkeiten, Arztbesuchen, Fragen zum Alltag in Deutschland, um Probleme schon anzugehen, bevor sie eskalieren. • Deutschunterricht: Etwa acht Helfer geben Deutschunterricht, der einen Euro pro Einheit kostet. Wer 50 Einheiten besucht hat, bekommt sein Geld zurück - als Anreiz, dran zu bleiben. • Projekt Hausgarten: Kleingärten wurden mit Unterstützung des Arbeitskreises von Familien genutzt, sie bauten dort Gemüse an und pflegten die Anlage. Ziel: „Wir müssen die Menschen aus der Wohnung und aus der Untätigkeit holen“, so Reimund Rüttger. • Sprechstunde: Jeden Dienstag von 9 bis 11 Uhr und Donnerstag von 16 bis 18 Uhr bietet der Arbeitskreis im Quartier eine Sprechstunde an. • Café Willkommen: Das Café Willkommen ist im Bistro des Quartiers immer mittwochs von 15 bis 18 Uhr geöffnet, als Treffpunkt für alle. Eine rumänische Gruppe will demnächst das Café zweimal wöchentlich öffnen.

Neue Ideen: Im Arbeitskreis gibt es viele Ideen, was man noch unternehmen könnte, um den Menschen zu helfen. • Kaufhaus für alle: Ob Kleidung, Möbel, Alltagsgegenstände, vieles könnte gespendet und wiederverwendet werden. Ein Kaufhaus für Jedermann, wäre etwa in den Räumen der Sozialstation im früheren Bahnhof denkbar. • Kontakte zu Vereinen: Die Unterstützer wollen die Vereine ansprechen, um sie zu animieren, mehr als bisher auf Flüchtlinge und andere Ausländer zuzugehen. „Je mehr Menschen mitmachen, desto besser ist das für die Integration“, sagt Dorothea Hamacher.

Insgesamt sei man in Deutschland nicht gut genug vorbereitet auf die Fluchtbewegungen. „Viele haben einfach ausgeblendet, dass die Flüchtlinge kommen werden“, sagt Jochen Hamacher.

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